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21. September 2025 | Dipl.-Met. Simon Trippler

Von Bauern, "schlechtem" Wetter und der Röte

Von Bauern, "schlechtem" Wetter und der Röte

Datum 21.09.2025

Wer am heutigen Sonntagmorgen einen Blick aus dem Fenster warf, konnte es vor allem in der Mitte Deutschlands zum Teil sehen: einen rot gefärbten Himmel im Osten. Eine Bauernregel besagt: "Morgenrot – Schlechtwetter droht" - aber stimmt sie auch?

Mit den Bauernregeln ist das ja so eine Sache. Es gibt welche, die stimmen überhaupt nicht, weil sich im Laufe der Jahre die klimatischen Umstände geändert haben, sich bei den Überlieferungen über Generationen hinweg ein Fehler eingeschlichen hat oder sie schlichtweg einfach falsch sind. Es gibt aber auch welche, die gut "funktionieren", wie etwa die Siebenschläferregel. Auch die Regeln zur Morgen- und Abendröte sind in vielen Fällen gut.

Morgenrot am 21.09.2025 um 7:02 Uhr MESZ an der DWD-Zentrale (Quelle: Simon Trippler, DWD)


Die Bauernregeln "Morgenrot – Schlechtwetter droht" und "Abendrot – Schönwetterbot" sind dabei vielen bekannt. Am heutigen Sonntagmorgen ließ sich in manchen Regionen in der Mitte Deutschlands ein rot eingefärbter östlicher Himmel beobachten (so auch an der DWD-Zentrale in Offenbach), demnach droht also "schlechtes" Wetter. Und tatsächlich war und ist in den Vorhersagen für den heutigen Sonntag von zeitweiligen Regenfällen vom Südwesten bis in den Nordosten die Rede (etwa 1 ½ Stunden später regnete es in Offenbach).

Regen am 21.09.2025 um 8:40 Uhr MESZ an der DWD-Zentrale (Quelle: Simon Trippler, DWD)


Warum aber ist Morgenrot ein Indiz für kommendes schlechtes Wetter? Hintergrund ist die Streuung des Lichtes. Das ursprünglich weiße Sonnenlicht wird in der Atmosphäre der Erde an Luftteilchen gestreut. Bei der sogenannten Rayleigh-Streuung erfolgt dies nach einer bestimmten Reihenfolge: zuerst Blau, dann Grün, dann Gelb und am Ende Rot. Blaues Licht wird am stärksten gestreut, rotes Licht viel weniger. Das ist der Grund, warum tagsüber der Himmel meist blau ist, wenn keine Wolken stören.

Müssen die Sonnenstrahlen aber wie morgens oder abends bei niedrigem Sonnenstand einen weiten Weg durch die Atmosphäre zurücklegen, wird das rote Licht am stärksten gestreut. Besonders gut lässt sich der Effekt beobachten, wenn viele Luftteilchen unterwegs sind, an denen das Sonnenlicht gestreut wird. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn die Luft viel Feuchtigkeit enthält: Wasserdampfmoleküle tragen zur Streuung bei.

Auftretendes Morgenrot am östlichen Himmel ist also ein Hinweis auf eine hohe Luftfeuchtigkeit. Diese wiederum gelangt oft mit aufziehenden Wolkenbändern zu uns und bringt häufig Regen mit, womit die Regel ihre Bewandtnis hat. Warum aber gibt es dann bei Abendrot "schönes" Wetter?

Beim Abendrot steht die Sonne im Westen. Das Abendrot ist häufig zu sehen, wenn der Himmel nach einer Regenfront aufreißt, die Feuchtigkeit der Luft wegen des gefallenen Regens aber noch hoch ist. Der Abzug der Regenfront ist in vielen Fällen ein Zeichen für eine Wetterbesserung, womit auch diese Regel ihre Bewandtnis hat.

Vielleicht lässt sich heute Abend neben dem schon beobachteten Morgenrot auch das Abendrot beobachten. Meist aber bleibt das Wetter in den kommenden Tagen in der Mitte und im Süden mit gebietsweisen Regenfällen "schlecht".



© Deutscher Wetterdienst

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