Facebook Twitter

Vorhersage

Bericht
Offenbach, Samstag, den 15.12.2018 | Dipl.-Met. Adrian Leyser

Am Sonntag Schnee und Eis, zur neuen Woche von Westen milder.

Es sind nur noch 10 Tage bis Weihnachten!

Und wie jedes Jahr tritt in dieser Zeit so kurz vor dem Fest das Wetter verstärkt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Die Frage, ob es endlich mal wieder weiße Weihnacht' mit Schnee und Frost gibt, beschäftigt viele, kann heute an dieser Stelle aber noch nicht beantwortet werden. Die Prognosen sind noch mit zu großen Unsicherheiten behaftet, durch die eine seriöse Aussage unmöglich wird. Ziemlich sicher ist dagegen, dass der morgige dritte Adventssonntag zumindest gebietsweise Schnee und Eis bringt.


Wetterkarte


Am heutigen Samstag aber blockiert das umfangreiche Hochdruckgebiet GOTTHARD mit Schwerpunkt über Nordwestrussland die atlantischen Tiefausläufer noch, sodass sich heute das ruhige und kalte, allerdings oft auch recht trübe Winterwetter fortsetzt. Die Sonne zeigt sich allenfalls im Westen und Südwesten sowie an den Alpen im Tagesverlauf längere Zeit.


Deutschland morgen


In der Nacht zum Sonntag schwächelt GOTTHARD dann aber. Die Ausläufer von Sturmtief OSWALDE, das über die Britischen Inseln zur Norwegischen See zieht, können daher von Frankreich und Benelux mit Niederschlägen auf den Westen und Südwesten übergreifen. Am Sonntag tagsüber zieht der Ausläufer schließlich weiter nach Osten, tut sich aber immer schwerer, gegen das noch nicht resignierende Hoch GOTTHARD anzukommen. Er wird folglich immer langsamer und verliert zusehends an Wetterwirksamkeit. Ein wenig Kopfzerbrechen bereitet die Frage nach der Niederschlagsphase. Denn mit dem Tiefausläufer wird auch etwas mildere Luft herangeführt, die sich zunächst am Boden aber nur schwerlich durchsetzen kann. Fest steht, dass anfänglich meist Schnee fällt und mit Ausnahme der Regionen östlich der Elbe gebietsweise für eine dünne Schneedecke sorgen wird. Doch besonders im Westen und Südwesten sowie im Süden geht der Schnee mitunter in Regen oder Sprühregen über, der in die bodennah kalte Luftschicht
fällt und an gefrorenen Oberflächen und Gegenständen gefrieren kann. Bedeutet: Die Glatteisgefahr ist deutlich erhöht! Das winterliche Ambiente wird viele zu den Weihnachtsmärkten locken - achten Sie dabei unbedingt auf die Verhältnisse auf Straßen und Gehwegen! Mit einem lädiertem Fuß, Bein oder Arm oder einem kaputten Auto schmeckt der Glühwein sicher nur halb so gut.


Deutschland 2. bis 4. Tag


Die neue, vorweihnachtliche Woche ist zunächst geprägt von einem Kampf zwischen dem nach wie vor nicht aufgebenden Hoch GOTTHARD über Westrussland und sich von Westen nähernden atlantischen Tiefausläufern. Die "Kriegsfront" befindet sich dabei genau über Deutschland, wodurch die anfänglich von Westen forsch Richtung Kontinent vorstoßenden Tiefausläufer über Deutschland immer langsamer werden und wortwörtlich sterben. Auf die Wetterentwicklung übertragen bedeutet dies: einer eher milden, meist frostfreien Westhälfte steht eine noch mäßig kalte, vor allem nachts frostige Osthälfte entgegen. Die zeitweiligen Niederschläge fallen im Westen daher durchweg als Regen, im Osten teilweise noch als Schneeregen oder Schnee. Im Übergangsbereich besteht immer wieder erhöhte Glatteisgefahr. Die Sonne zeigt sich nur gelegentlich, oft ist der Himmel wolkenverhangen.

Der Ausgang dieses Kampfes zwischen atlantischen Tiefausläufern und blockierendem Hoch ist offen, auch wenn die Tiefs nach jetzigem Stand leichte Vorteile haben. Gewinnen die atlantischen Tiefs tatsächlich, ist zum vierten Adventswochenende mit einer weiteren Milderung zu rechnen und der "Traum" von einer weißen Weihnacht' würde wahrscheinlich platzen.


Deutscher Wetterdienst

Bericht des Deutschen Wetterdienstes für Deutschland

vom 15.12.2018, 08:05 Uhr

[anzeigen]