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Vorhersage

Bericht
Offenbach, Mittwoch, den 26.06.2019 | MSc.-Met. Sebastian Schappert

Nach dem heutigen Höhepunkt der Hitzewelle vorübergehende "Abkühlung" bevor die Hitze am Wochenende ein Revival feiert

Zurzeit erlebt Deutschland eine Hitzewelle. Zwischen einem umfangreichen Tiefdruckkomplex über dem nahen Nordostatlantik und kräftigem Hochdruck über Mittel- bzw. Osteuropa wurde in den vergangenen Tagen heiße bis sehr heiße Subtropikluft aus dem Norden Afrikas und der Sahara zu uns geführt.

In der Folge stiegen die Temperaturen sukzessive an. Am gestrigen Dienstag, dem 25.06.2019 wurden bereits stellenweise Höchstwerte jenseits der 35 Grad Celsius gemessen. Spitzenreiter war dabei die Station in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) mit 36,8 Grad. Aber auch im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach wurden 36,7 Grad registriert.


Wetterkarte


Am heutigen Mittwoch soll die Hitzewelle mit Ausnahme des Nordwestens vorübergehend ihren Höhepunkt erreichen. Das vorhergesagte Temperaturmaximum liegt in den Flussniederungen des Westens und Südwestens, also an Rhein, Main, Saar und Nahe sowie an der Unterelbe bei bis zu 39 Grad. Damit wird zwar der Allzeit-Temperaturrekord in Deutschland voraussichtlich nicht gefährdet (Kitzingen mit 40,3 Grad am 05. Juli und 07. August 2015), allerdings wackelt die höchste im Juni gemessene Temperatur (Bühlertal in Baden-Württemberg mit 38,5 Grad am 27. und 28. Juni 1947). Sonst werden in der Mitte und im Süden Temperaturen zwischen 33 und 38 erreicht.
Von Nordwesten her greift jedoch der schwache Ausläufer von Tief "Otto", das von Südskandinavien allmählich in Richtung Russland zieht, auf Deutschland über. Dabei dreht die Strömung rückseitig auf nördliche Richtungen und es fließt "kühlere" Meeresluft ein, die eine weitere Zufuhr heißer Subtropikluft in weite Teile Deutschlands unterbricht und diese in die Südhälfte Deutschlands zurückdrängt. Aber vielmehr als ein paar Wolken hat der Ausläufer nicht im Gepäck. Einzig im Umfeld der Oder können am Nachmittag vereinzelte Schauer nicht ganz ausgeschlossen werden. Dabei verstärkt sich aber das Druckgefälle über dem Norden und Nordosten und der Wind frischt tagsüber stark böig auf.

In der Nacht ist es dann im Norden und in der Mitte zeitweise wolkig, teils auch stark bewölkt und die Tiefstwerte liegen nur noch im Süden und Südwesten bei Werten zwischen 17 und 23 Grad. Sonst kühlt sich die Luft auf 11 bis 17 Grad ab.


Deutschland morgen


In den beiden Folgetagen breitet sich die kühlere Meeresluft allmählich bis in den Süden Deutschlands aus. Am Donnerstag ist es im Süden und Südwesten bei Höchstwerten von 30 bis 37 Grad zunächst noch heiß, nach Norden hin bleibt es bei zeitweise auch dichten Wolken mit 18 bis 29 Grad deutlich kühler. Zudem besteht vor allem südlich der Donau ein geringes Schauer- und Gewitterrisiko. Dort wo eventuelle Gewitter auftreten können diese jedoch kräftig ausfallen. Sonst bleibt es aber trocken.

Am Freitag liegen die Höchstwerte dann bei 26 bis 33 Grad im Süden und Südwesten, sonst bei 20 bis 27 Grad. Während von der Nordsee bis zur Lausitz noch zeitweise Wolken durchziehen können scheint nach Südwesten hin häufig die Sonne und es bleibt trocken.


Deutschland 2. bis 4. Tag


Zum Samstag dreht die Strömung wieder auf südliche Richtungen und es wird erneut heiße Saharaluft zu uns geführt. Damit steigen die Tageshöchstwerte auf 28 bis 38 Grad an, nur unmittelbar an der Küste bleibt es etwas kühler. Zudem kräftig sich ein Hoch über der Nordsee und sorgt für viel Sonnenschein über Deutschland. Am Sonntag könnte dann schon der nächste schwache Tiefausläufer auf den Nordwesten übergreifen und zumindest dort für einen erneuten Temperaturrückgang sorgen.


Deutscher Wetterdienst

Bericht des Deutschen Wetterdienstes für Deutschland

vom 27.06.2019, 03:41 Uhr

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