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Vorhersage

Bericht
Offenbach, Sonntag, den 19.01.2020 | Dipl.-Met. Robert Hausen

In der Südhälfte wenigstens ein Hauch von Winter

Wie erwartet haben einzelne, meist leichte Schneeschauer in den Mittelgebirgen für eine dünne Schneedecke gesorgt.

So lagen heute Früh um 07 Uhr Ortszeit die Schneehöhen beispielsweise auf dem Kahlen Asten im Hochsauerland bei 5 cm, auf der Wasserkuppe (Rhön) bei 4 cm und auf dem Fichtelberg im Erzgebirge bei 15 cm. Das ist für einen 19. Januar natürlich lächerlich, aber angesichts des bisherigen Winterverlaufs doch irgendwie mehr als nur eine Randnotiz. In den nächsten Stunden klingen die Schauer aber langsam ab und ziehen sich zum Erzgebirge und zu den Alpen zurück. Selbst in den dortigen Staulagen sind kaum mehr als 5 cm Neuschnee bis Montag Früh zu erwarten.


Wetterkarte


Das liegt in erster Linie am Hoch EKART, das sich von den Britischen Inseln zunehmend nach Mitteleuropa verlagert und mit mehr als 1045 hPa einen beachtlichen Kerndruck aufweist. Zum Vergleich: der weltweite Mittelwert des bodennahen Luftdrucks liegt bei 1013 hPa. Vom Rekord mit knapp 1084 hPa - gemessen in einem sibirischen Kältehoch am Silvestertag 1968 - sind wir dann aber doch noch ein gutes Stück entfernt. In Deutschland stammt der höchste Luftdruck vom 23. Januar 1907 und wurde mit 1060,8 hPa in Greifswald aufgestellt.


Deutschland morgen


Unter dem Einfluss des Hochs EKART kommt die eingeflossene Luftmasse, die zwar polaren Ursprung aufweist, aber einen weiten Weg über den Atlantik hinter sich hat und entsprechend erwärmt wurde, zur Ruhe. Die Folge sind Temperaturen, die in den Nachtstunden über frisch gefallenen Schnee bis auf -10 Grad, sonst in der Mitte und im Süden immerhin auf -3 bis -7 Grad zurückgehen. Je näher die Küste, desto wahrscheinlicher sind (dank Bewölkung und Wind) frostfreie Nächte. Tagsüber werden je nach Sonne, die doch gute Chancen hat sich längere Zeit zu zeigen, +2 bis +7 Grad erreicht. Entlang der Donau und des Oberrheins halten sich aber teils ganztags zähe Nebelfelder. In diesen Gebieten herrscht leichter Dauerfrost.


Deutschland 2. bis 4. Tag


Nennenswerte Niederschläge sind dann frühestens zum Wochenende zu erwarten. Diese werden aber aller Voraussicht nach nichts daran ändern, dass der Januar mit hoher Wahrscheinlichkeit vielerorts deutlich zu trocken und zu mild ausfallen wird.


Deutscher Wetterdienst

Bericht des Deutschen Wetterdienstes für Deutschland

vom 20.01.2020, 08:11 Uhr

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