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Vorhersage

Bericht
Offenbach, Freitag, den 28.01.2022 | M.Sc. Felix Dietzsch

Pünktlich zum Wochenende: Das nächste Sturmtief steht vor der Tür

Lange hat ruhiges und mildes Winterwetter unter Hochdruckeinfluss geherrscht, aber damit ist es in absehbarer Zeit erst einmal vorbei.

Einen ersten Vorgeschmack hat Tief MARIA geliefert, welches gestern und in der vergangenen Nacht vor allem im Nordosten für stürmische Verhältnisse gesorgt hat. Das kann als Vorgeschmack auf das betrachtet werden, was uns nun zum Wochenende bevorsteht: Eine ausgeprägte Sturmlage vor allem im Norden und Osten des Landes.


Wetterkarte


"Schuld" daran ist ein Tiefdruckgebiet namens NADIA, das sich aktuell noch bei Island befindet. Seine Zugbahn führt aber weiter Richtung Südnorwegen und baltische Ostsee, wobei es sich weiter intensiviert und zum klassischen Sturmtief wird.
Erste Ausläufer werden bereits in der Nacht zum morgigen Samstag in Form eines größeren Regengebietes im Norden und Nordosten Deutschlands spürbar, wobei zunächst recht milde Luftmassen nach Deutschland gelangen. Das macht sich auch bei den Höchstwerten am Samstag bemerkbar, die im Nordwesten für die Jahreszeit milde Werte um 10 Grad erreichen können.


Deutschland morgen


Gleichzeitig setzt spätestens ab Samstagmittag aber auch zunehmend der Wind ein. Dieser erreicht zunächst an der Nordsee und wenig später auch an der Ostsee rasch Sturmstärke. Gegen Nachmittag und Abend weitet sich das Sturmfeld zunehmend gen Süden aus, während sich der Wind entlang der Küsten weiter intensiviert und am späten Samstagabend an der Nordsee einen ersten Höhepunkt erreicht.
Dort treten verbreitet Böen in Sturm- bzw. Orkanstärke zwischen 80 und 110 km/h auf. Im Laufe der Nacht verlagert sich das Sturmfeld dann ostwärts, sodass auch entlang der Ostseeküste im Laufe des Abends und der Nacht zum Sonntag mit ähnlichen, teils unwetterartigen Windgeschwindigkeiten gerechnet werden muss. Vereinzelt können dort auch Böen um 120 km/h, also volle Orkanstärke, nicht ausgeschlossen werden.

Deutschland 2. bis 4. Tag


Aber nicht nur die Küsten, auch weite Teile des Binnenlandes von Niedersachsen bis nach Südostbayern sind vom Sturm betroffen. Hier erreichen die auftretenden Windböen ebenfalls Sturmstärke mit Geschwindigkeiten von 60 bis 75 km/h. Von Schleswig-Holstein bis nach Brandenburg können in der Nacht zum Sonntag zeitweise auch einzelne Böen bis 100 km/h auftreten. Besonders betroffen sind außerdem die Mittelgebirgslagen vom Weserbergland bis zum Bayrischen Wald und Teilen der Alpen. Hier treten verbreitet teils schwere Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 70 und 90 km/h auf. Auf den exponierten Gipfeln wie dem Brocken werden teils Windspitzen in voller Orkanstärke bis 130 km/h erreicht. Von einem Ausflug dorthin sollte man also an diesem Wochenende absehen.
Die Sturmlage hält noch bis in den Sonntag hinein an und flaut im Tagesverlauf von Westen her ab. Am längsten hat der äußerste Nordosten mit dem Wind zu kämpfen, hier können noch bis zum Sonntagabend stärkere Windböen auftreten.


Deutscher Wetterdienst

Bericht des Deutschen Wetterdienstes für Deutschland

vom 28.01.2022, 18:59 Uhr

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