Vielerorts hĂ€ngen sie sehr voll, was die ObstbĂ€ume landauf, landab betrifft. Teilweise sind sie sogar so gut bestĂŒckt, dass einzelne Ăste unter der enormen Last abbrechen - mitsamt den FrĂŒchten.
Das war in den vergangenen Jahren nicht immer so, und da reicht schon ein Blick zurĂŒck ins Jahr 2024. Damals gab es vor allem Ende April nochmals stĂ€rkere Nachtfröste um -5°C, obwohl die BĂ€ume durch einen sehr warmen MĂ€rz schon in voller BlĂŒte standen oder fertig belaubt waren. Hinzu kam lokal krĂ€ftiger Schneefall am 21. April, der beispielsweise in Osthessen BĂ€ume brechen lieĂ und Teile der Ernte vernichtete.

Die Vorgeschichte fĂŒr das Erntejahr 2025 sieht hingegen viel besser aus. Bereits im Herbst 2024 konnte eine positive klimatische Wasserbilanz verzeichnet werden, was vereinfacht gesagt bedeutet, dass den Pflanzen ausreichend Wasser zur VerfĂŒgung stand. Dies spiegelte sich auch in der Bodenfeuchte wider, die gebietsweise sogar ĂŒberdurchschnittlich war.
Der Winter 2024/25 war dann vergleichsweise warm bis sehr warm, aber bis Februar zumindest zeitweise auch von Tiefdruckeinfluss mit RegenfÀllen geprÀgt, bevor es durch Hochdruck lÀngere Zeit abtrocknete und die Bodenfeuchte (leicht) unterdurchschnittliche Werte annahm. Mit hÀufigen Frösten herrschte jedoch sowieso allgemeine Vegetationsruhe.
Dies Ă€nderte sich im MĂ€rz, als es langsam wĂ€rmer wurde. Hier setzte der Vegetationsbeginn spĂ€ter ein als in den letzten drei Jahren, was das Risiko von FrostschĂ€den zur BlĂŒtezeit bereits minimierte. Im April und Mai gab es, pĂŒnktlich zum Austrieb der Pflanzen, wenigstens zeit- und gebietsweise NiederschlĂ€ge sowie kĂŒhlere Temperaturen, sodass sich die Auswirkungen trotz eines deutlich zu trockenen FrĂŒhjahrs in Grenzen hielten. Viele Pflanzen konnten zudem noch von der Feuchtigkeit der Vergangenheit zehren. Lediglich das Sommergetreide hatte etwa im Nordosten zunĂ€chst Probleme zu keimen, da der Oberboden zu trocken war.
Von entscheidender Bedeutung war, dass in diesem Zeitraum kaum noch Nachtfrost mehr aufgetreten ist, der die Pflanzen hĂ€tte schĂ€digen können und daher zu EinbuĂen in der Ernte gefĂŒhrt hĂ€tte. Lediglich im Osten und SĂŒdosten gab es am 23. und 24. Mai nochmals Frost, der teils zu SchĂ€den an der Vegetation fĂŒhrte.
Der Sommer 2025 startet zunĂ€chst sonnig und niederschlagsarm, was vermeintlich erstmal darauf schlieĂen lieĂ, dass es bedingt durch anhaltende Trockenheit zu ErnteausfĂ€llen kommen könnte. Im Juli jedoch Ă€nderte sich die GroĂwetterlage grundlegend. Es wurde unbestĂ€ndiger und somit fiel der Juli deutlich nasser aus als die Vormonate. Zwar verzögerte sich teilweise die Ernte des reifen Getreides, meist lief sie dann aber ohne gröĂere Komplikationen ab. ObstbĂ€ume profitierten ebenso von der Witterung, was nun im Herbst zu einer ĂŒppigen Ernte fĂŒhrt und fĂŒhrte.
In Zahlen ausgedrĂŒckt konnte beim Hektarertrag von Getreide (ohne Mais) eine Steigerung von rund 12,7 Prozent verglichen zum Vorjahr und noch immer von rund 7,3 Prozent im Vergleich zum Schnitt von 2019 bis 2024 erzielt werden. Beim Obst- und Weinbau sieht es Ă€hnlich vielversprechend aus: Bei der Apfelernte ist mit einem Zuwachs von rund 15,7 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr und von 3,9 Prozent gegenĂŒber dem mehrjĂ€hrigen Schnitt zu rechnen. Die Kirschenernte war eine der besten seit vielen Jahren. Beim Wein gehen die Bauern ebenfalls von einer guten bis ĂŒberdurchschnittlichen Ernte und einer guten QualitĂ€t des 2025er Jahrgangs aus. Es bleibt nur zu hoffen, dass die kommende Zeit nicht völlig ins Wasser fĂ€llt und eine zeitgerechte Ernte des Weins ermöglicht.
Insgesamt wird 2025 aber als gutes Erntejahr in Erinnerung bleiben.





