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12. September 2025 | Dipl.-Met. Simon Trippler

Pilz-Saison erreicht ihren Höhepunkt

Pilz-Saison erreicht ihren Höhepunkt

Datum 12.09.2025

Die Pilz-Saison geht nun in ihre heiße Phase und das Wetter ist in den kommenden Tagen für das Wachstum gut geeignet.

Wer in den vergangenen Tagen einen Ausflug in den Wald unternommen hat oder im heimischen Garten über den Rasen gelaufen ist, konnte sie schon wieder häufiger entdecken: Pilze! Champignon, Pfifferling, Steinpilz, Marone und Morchel, um nur einige wichtige Pilze heimischer Wälder zu benennen, haben derzeit Hauptsaison. Und das Wetter der kommenden Tage ist gut geeignet für das weitere Sprießen der Pilze.


Die Pilz-Saison
Die Pilz-Saison



Pilze lieben die Feuchtigkeit, es sollte aber auch nicht zu kühl sein. Am besten wachsen sie, wenn es nach ein paar Tagen Regen länger trocken bleibt und die Temperatur nicht zu stark sinkt.

Am Wochenende gibt es unter der Regentschaft von Tief XERXES bei Island, ab Montag mit Tief ZACK, das vom Atlantik rasch zur Nordsee eilt, gebietsweise Regen bei Temperaturen meist zwischen 18 und 22, am Montag im Süden vorübergehend auch bei bis zu 26 Grad. Insbesondere am Dienstag und Freitag kommender Woche sind aber auch längere trockene Phasen möglich. Das dürfte dem Pilzwachstum einen neuen Schub verleihen. Freilich reagieren Pilze nicht immer sofort auf die Witterungsverhältnisse, sondern zum Teil ein paar Tage zeitversetzt.


Gold- oder auch Lärchenröhrlinge am 12.09.2025 an der Wetterstation Neuhaus am Rennweg
Gold- oder auch Lärchenröhrlinge am 12.09.2025 an der Wetterstation Neuhaus am Rennweg



Wer nun also Pilze sammeln möchte, sei aber gewarnt. Es besteht die große Gefahr, dass man statt essbarer Pilze einen giftigen mitnimmt! Es gibt nämlich zu vielen essbaren Pilzen ein giftiges Gegenstück, das dem ungiftigen Partner zum Verwechseln ähnlich sieht. Weil Pilze außerdem als Lebewesen gelten, die oft eine Symbiose mit einem Baum eingehen, sollte man nur solche Exemplare sammeln, bei denen man bei der Bestimmung bezüglich der Giftigkeit sicher ist - oder sich Rat bei einem Experten einholen. Zudem ist es in den meisten Bundesländern untersagt, mehr als ein Kilo der kostbaren Fracht pro Tag und Person aus dem Wald zu holen!

Und wann endet die Pilz-Saison? Viele Pilzarten erleiden bei Frost einen irreparablen Schaden, der sich an verfärbten Huträndern oder matschigen Stellen zeigt. Das Eiweiß wird an diesen Stellen durch den Frost und das nachfolgende Auftauen zersetzt, ein Verzehr solch geschädigter Pilze ist eindeutig nicht zu empfehlen! Frost ist allerdings in den kommenden Nächten überhaupt noch kein Thema. Ab Mitte des Monats steigt rein klimatologisch jedoch das Potenzial für erste Nachtfröste immer mehr an, zuerst im Südosten, bis Mitte Oktober auch im Nordwesten (siehe https://www.dwd.de/DE/leistungen/frost_termine/frosttermine.html).


Frühester Frost in Deutschland
Frühester Frost in Deutschland



Aber selbst nach Frost kann man sich weiterhin auf Pilzsuche begeben. So muss die Suche auch im Winter nicht erfolglos bleiben. Es gibt einige Arten wie die Austernseitlinge, die Judasohren und die Samtfußrüblinge, die dann Saison haben und im winterlichen Wald bei Schnee und Eis gefunden werden können, auch wenn sie dann rar sind.




© Deutscher Wetterdienst

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