04. Juni 2013 |
Achtung, Sabine kommt!
Sabine ist nicht der Typ von der "Hoppla, hier bin ich" Art. Nein, sie ist eher der etwas ruhigere Zeitgenosse. Langsam, aber stetig schleicht sie sich heran, gewinnt mehr und mehr an Einfluss und letztendlich ist sie doch dominant. Sie wissen noch nicht, wovon die Rede ist? Klar, von unserem neuen Hochdruckgebiet, das von Westen her unser Wetter bestimmt. Dieses Hoch, auf das viele schon sehnsüchtigst gewartet haben, trägt den Namen "Sabine".
Bereits am gestrigen Montag zeigte sich im Westen und Nordwesten
Deutschlands vermehrt die Sonne. Heute regnet es nur noch im Südosten
Sachsens und Bayerns noch etwas. Aber auch diese Regengebiete, die
zugegebenermaßen verglichen zu den bisherigen Regenfälle nur noch
sehr schwach sind, werden von Sabine allmählich nach Osten
abgedrängt.
In den nächsten Tagen bleibt "Sabine" dann für ganz Deutschland
wetterbestimmend und vor allem die Temperaturen steigen endlich
einmal auf dem Frühsommer entsprechende angenehme 19 bis 26 Grad C.
Nicht gerade Spitzenwerte, aber in weiten Teilen Deutschlands war man
bislang ja nicht unbedingt mit warmen Tagen verwöhnt.
Für ganz Deutschland? Nein! Es ist so, wie bei Asterix. Auch beim
Wetter gibt es ein "kleines gallisches Dorf". Dies liegt im Südosten
Bayerns und am Alpenrand. Hier kommt es nämlich vor allem in den
Nachmittagsstunden immer wieder zu einzelnen Schauern oder auch
kurzen Gewittern. Diese Niederschläge werden zwar nicht besonders
intensiv sein, aber gerade für die Hochwassergeschädigten ist derzeit
wohl jeder Tropfen Regen, der noch fällt, zu viel.
Bleibt nur zu hoffen, dass Sabine möglichst über das Wochenende
hinaus ihren Einfluss auf das Wetter in Deutschland behält und
endlich einmal auch für eine längere Wärmeperiode sorgt. Nicht
umsonst heißt es, die Hoffnung stirbt zuletzt.
Dipl.-Met. Helmut Malewski
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 04.06.2013
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