14. Juli 2012 |
Es regnet...
Im Wetterbericht gibt es immer wieder viele unterschiedliche
Ausdrücke, die sich allesamt auf ein einziges Phänomen beziehen:
Niederschlag, Regen, Schauer, Platzregen, Starkregen, schauerartig
verstärkter Regen, Niesel...
Bei einigen Ausdrücken liegen die Unterschiede auf der Hand, bei
anderen sind sie für Laien nicht ohne Weiteres ersichtlich. Deswegen
soll hier eine kurze Übersicht für mehr Klarheit sorgen.
Niederschlag ist der Oberbegriff für alles, was vom Himmel kommt,
also auch Schnee oder Eisregen. Natürlich gehört auch Tau dazu, auch
wenn der nicht vom Himmel fällt!
Regen ist zunächst der Oberbegriff für Niederschlag in flüssiger
Form. Als Regen wird aber auch ein länger andauernder Niederschlag
bezeichnet. Die Sichtweite ist dabei reduziert, alles wird grau in
grau. Als Wolkenformen herrschen Schichtwolken vor (z.B. Nimbostratus
oder Altostratus). Hält der Regen über eine längere Zeit (mehrere
Stunden) an, spricht man von Dauerregen.
Als Schauer bezeichnet man ein eher kurz andauerndes
Niederschlagsereignis. Dabei können durchaus große Regenmengen
fallen. Es handelt sich um ein konvektives Ereignis, zu dem starke
vertikale Luftbewegung gehört, z.B. bei Gewittern. Die
Wasserlieferanten sind Haufenwolken (Cumulus). Schauer erlebt man
nach Durchzug einer Kaltfront. Wenn der Schauer vorüber ist, bricht
oft wieder die Sonne durch und die Sichtweite ist gut - die Luft
wirkt wie gewaschen - bis zum nächsten Schauer. Meist sind auch
Wind- oder Sturmböen Begleiter.
Die beiden Niederschlagsarten können durchaus auch gemeinsam
auftreten. Wir bezeichnen das dann gern als "schauerartig verstärkt".
Platzregen ist ein eher umgangssprachlicher Begriff, der vom Platzen
der Wassertröpfchen beim Auftreffen auf dem Boden herrührt. Er gehört
zur Kategorie "Schauer".
Dauerregen und Starkregen sind Begriffe, die bei Wetterwarnungen
verwendet werden.
Diese Warnungen werden vom DWD herausgegeben, wenn bestimmte
Regenmengen innerhalb festgelegter Zeitspannen erreicht oder
überschritten werden. Im Extremfall kann es sich dann auch um
Unwetter handeln (z. B. durch ergiebigen Dauerregen, wenn mehr als 40
Liter Regen pro Quadratmeter in 12 Stunden fallen oder durch heftigen
Starkregen mit mehr als 25 Liter pro Quadratmeter in 1 Stunde).
Die genauen Warnkriterien können Sie auf unserer Warnseite nachlesen:
www.dwd.de/warnungen
Dipl.-Met. Dorothea Paetzold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 14.07.2012
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