03:11 MESZ | 22.07.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
16. März 2023 | Dipl.-Met. Marcel Schmid

Kopfschmerzen, Schwindel, Unwohlsein - kommt´s vom Wetter?

Kopfschmerzen, Schwindel, Unwohlsein - kommt´s vom Wetter?

Datum 16.03.2023

Der Schädel brummt oder man fühlt sich nicht so wohl, doch am letzten Abend kann es nicht liegen und auch sonst deutet nichts auf eine Erkältung hin. Was ist das nur? Es könnte sich um Wetterfühligkeit handeln...doch was hat es damit eigentlich auf sich?

Unter Wetterfühligkeit versteht man im Allgemeinen die wetterbedingte Veränderung des körperlichen und seelischen Allgemeinbefindens. Die Beschäftigung mit ihr reicht weit zurück. Bereits der griechische Arzt Hippokrates (460-370 vor Christus) wusste seinerzeit davon zu berichten.


Zum Vergrößern bitte klicken


Ein Blick in unseren Körper zeigt, dass im Inneren eine Temperatur von etwa 37 Grad herrschen muss, damit unsere Organe optimal funktionieren. Kommt es beispielsweise zu einem Wetterumschwung, der mit einer Temperaturänderung einhergeht, muss der Körper entsprechend auf diese Änderung reagieren. Dies geschieht durch die Regulation des vegetativen Nervensystems, was wiederum Auswirkungen auf den Hormonhaushalt hat.

Nun gibt es Menschen, die von dieser körpereigenen Anpassung überhaupt nichts mitbekommen, aber auch andere, an denen das Ganze nicht einfach so spurlos vorübergeht.
Zu welcher Personengruppe man gehört, ist von zwei Dingen abhängig:
Zum einen von der Anpassungsfähigkeit des eigenen Organismus und zum anderen von der Intensität des Wettereinflusses (je stärker die Wetteränderung, desto größer die Auswirkungen auf die Gesundheit). Wetterfühlige Menschen besitzen ein sehr empfindliches Nervensystem, dessen Reizschwelle bei Luftdruck- und/oder Temperaturänderungen schnell überschritten wird.

In einer Studie zum Thema Wetterfühligkeit, die vom Deutschen Wetterdienst im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführt wurde, gaben von 1623 Befragten 50 % an, dass das Wetter einen Einfluss auf ihre Gesundheit habe.

Die häufigsten Symptome waren dabei Kopfschmerzen und Migräne (59 %), Müdigkeit (55 %), Abgeschlagenheit (49 %), Gelenkschmerzen (42 %) und Schlafstörungen (40 %). 29 % der Wetterfühligen waren im Jahr vor der Befragung mindestens einmal nicht in der Lage, ihrer normalen Tätigkeit nachzugehen.

Diverse Studien zu diesem Thema ergaben auch, dass vor allem kurzfristige Wetteränderungen wie zum Beispiel die mit der Passage von Tiefdruckausläufern verbundenen Luftmassenwechsel bei Wetterfühligen für Beschwerden sorgen.
Dagegen ist im Bereich eines Hochdruckzentrums die geringste negative Beeinflussung der menschlichen Gesundheit zu finden, sofern gleichzeitig keine thermische oder lufthygienische Belastung vorliegt (Bucher, 1993).

In den heutigen Grafiken ( siehe Link 1) des Deutschen Wetterdienstes, in denen täglich für die erste und zweite Tageshälfte des aktuellen sowie der zwei Folgetage Gefahrenindizes für die Wetterfühligkeit in Deutschland dargestellt werden, zeigt sich genau der Ansatz dieser Studien. Im Nordwesten ist ein erhöhter Einfluss für Wetterfühlige zu erkennen, denn dort streift ein Tiefausläufer das Vorhersagegebiet. Je weiter man nach Südosten und Osten vorankommt, umso geringer wird dieser Einfluss. Das liegt daran, dass sich über Ost- und Südosteuropa das Hochdruckgebiet JEANINE befindet.

Morgen früh erfasst dieser Tiefausläufer dann den Norden und sorgt dort für eine recht hohe Gefährdung. Auch im Osten und Südosten ist die gesundheitliche Beeinträchtigung für Wetterfühlige stark ausgeprägt. Dies dürfte wahrscheinlich an den großen Temperaturunterschieden zwischen den Früh- und Mittagsstunden liegen. Im weiteren Tagesverlauf nimmt der Einfluss des Wetters auf die Gesundheit dann allgemein ab.



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

21.07. - Zwischen Physik und Künstlicher Intelligenz – Wie KI die Wettervorhersage verändert

20.07. - Spanien - Olé

19.07. - Deutliches Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur

18.07. - Von Trockenheit und rekordniedrigen Wasserständen

17.07. - Warum ziehen die Gewitter immer an mir vorbei?

16.07. - Kleines Höhentief, große Wirkung – eine Gewitternachlese

15.07. - Vom Scheren und schweren Gewittern

14.07. - Vom Höhenei bis hin zu schweren Gewittern

13.07. - Wie lange hält die hochsommerliche Hitze an?

12.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 10: Meteorologie Ende des 18. Jahrhunderts (a)

11.07. - Supertaifun BAVI

10.07. - Trockenheit im Südwesten Deutschlands

09.07. - Neue Hitze im Südwesten

08.07. - Sommersturm an der Ostsee

07.07. - Zwischen Sommerhoch und Tiefdruckeinfluss – Deutschland bleibt von der großen Hitze verschont

06.07. - Ein Blick auf die Pflanzenwelt - Phänologie

05.07. - Erwartet uns eine neue Hitzewelle?

04.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 9: Meteorologie um 1750

03.07. - Endlich wieder Durchlüften - aber wie lange?

02.07. - Deutschlandwetter im Juni 2026

01.07. - Von Regenbekleidung und Gewitterenergie

30.06. - Luftmassenwechsel bringt teils heftige Gewitter und Starkniederschläge

29.06. - Wie das Wetter die Waldbrandgefahr bestimmt

28.06. - Eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher – Eine erste vorläufige Bilanz

27.06. - Hitze, Blitz und Donner!

26.06. - Geschichte der Meteorologie – Teil 8: Meteorologie um 1700 und erste meteorologische Messnetze zur Wetterbeobachtung

25.06. - Heiß, heißer, HARTMUT!

24.06. - Nur noch 6 Monate

23.06. - Sechsunddreißig Grad und es wird noch heißer

22.06. - Sommer, Sonne, Hitze