05:23 MESZ | 07.06.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
18. August 2020 |

Giganten des Wissens, Teil 2

Giganten des Wissens, Teil 2

Datum 18.08.2020

In dieser Reihe beschäftigen wir uns mit namhaften Naturwissenschaftlern im Bereich Mathematik und Physik, immer auch mit einem Link zur Meteorologie. Im heutigen Thema des Tages geht es um John von Neumann.

John von Neumann wurde am 28. Dezember 1903 - als Neumann, Janosch - in Budapest geboren. Schon als Gymnasiast hob er sich durch besondere mathematische Begabung hervor und veröffentlichte mit 17 Jahren seinen ersten wissenschaftlichen Artikel. Bereits im Alter von 23 Jahren promovierte er in Mathematik an der Budapester Universität.


Zum Vergrößern bitte klicken


Nach Tätigkeiten in Göttingen als Stipendiat der Rockefeller-Stiftung (bei dem Mathematikprofessor David Hilbert) und als jüngster Privatdozent an Universitäten in Berlin und Hamburg folgte er 1930 einer Einladung nach Princeton (USA), wo er schließlich 1933 zusammen mit Albert Einstein, Hermann Weyl und weiteren bedeutenden Mathematikern und Physikern in das neugeschaffene Institute for "Advanced Study" in Princeton berufen wurde.

Während des zweiten Weltkrieges wirkte John von Neumann ab 1944 im so genannten "Manhattan-Projekt" mit. Dabei handelt es sich um ein militärisches Forschungsprojekt, in dem ab 1942 alle Tätigkeiten der Vereinigten Staaten während des Zweiten Weltkrieges zur Entwicklung und zum Bau einer Atombombe - also der militärischen Nutzbarmachung der 1938 von Otto Hahn und Fritz Straßmann entdeckten Kernspaltung - unter der militärischen Leitung von General Leslie R. durchgeführt wurden. Durch die dabei anfallenden aufwendigen Berechnungen sowie durch andere Forschungsarbeiten (z.B. im Bereich der Hydrodynamik) war er auf die ersten großen Computer gestoßen. Sein wesentlicher Beitrag auf diesem Gebiet war die Entwicklung einer universellen Computer-Architektur ("von-Neumann"-Architektur), die bis heute z.B. im PC wiederzufinden ist.

In seinen letzten Lebensjahren in Princeton war John von Neumann als Berater in wichtigen politischen und wissenschaftlichen Gremien tätig. Er starb am 8. Februar 1957 in Washington D.C. mit 53 Jahren.

Neben seinen herausragenden Leistungen in der Mathematik und Computer-Architektur hat John von Neumann wichtige Beiträge zur Physik (Quantenmechanik) und auch zur Meteorologie (Strömungsdynamik) geliefert.

Für die Meteorologie, insbesondere für die numerische Wettervorhersage ist hierbei die von ihm entwickelte Methode zur Verbesserung der numerischen Stabilität, z.B. für die so genannte Advektionsgleichung von immenser Bedeutung. Mit Advektion ist das Heranführen von Luftmassen mit unterschiedlicher Temperatur gemeint. In der Meteorologie verwendet man dafür die Fachbegriffe Warmluft- und Kaltluftadvektion.

Bei dieser Methodik geht es im Wesentlichen darum, dass die verwendeten mathematischen Gleichungssysteme mit der Zeit stabil bleiben, also die prognostizierten Parameter (wie z.B. Temperatur und Luftdruck) mit der Zeit nicht beliebig anwachsen. Das würde die Prognosegüte der Wettervorhersagen gerade über einen längeren Zeitraum deutlich verschlechtern. Diese mathematische Stabilitätsanalyse wird nach wie vor bei der numerischen Wettervorhersage, z.B. im COSMO D2-Modell des DWD genutzt.

Dr.rer.nat. Jens Bonewitz

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 18.08.2020

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

06.06. - Eine Nebelnacht im Juni

05.06. - Aprilwetter im Juni

04.06. - Abwechslungsreiches Wetter für einen bunten CSD am Samstag in Dresden

03.06. - Deutschlandwetter im Frühjahr 2026

02.06. - Deutschlandwetter im Mai 2026

01.06. - Tief NESRIN - der erste Dämpfer für den (meteorologischen) Sommerbeginn

29.05. - Trockene und feuchte Luftmassen

28.05. - Erste große Gewitterlage 2026?

27.05. - In 16000 m Höhe

26.05. - Was ist eine „Heat Dome“?

25.05. - Geschichte der Meteorologie – Teil 7: Meteorologie im beginnenden Zeitalter der Aufklärung und Weiterentwicklung der quantitativen Meteorologie

24.05. - Die Sonne nähert sich dem Höchststand, gewinnt täglich an Kraft und bringt somit auch entsprechende Gefahren mit!

23.05. - Des einen Freud…

22.05. - Hoch "Zeno" sorgt für niedrigen Meeresspiegel?!

21.05. - Weichenstellung auf Sommerwetter!

20.05. - Bisher abwechslungsreicher Mai

19.05. - Tag der Diversität

18.05. - Auswirkungen eines El Nino auf die tropische Wirbelsturmaktivität

17.05. - Blick nach vorne - Sommerwetter?

16.05. - Geschichte der Meteorologie – Teil 6: Meteorologie im Zeitalter der Renaissance und Anfänge der quantitativen Meteorologie

15.05. - König Fußball und das Wetter

14.05. - Kühles "Aprilwetter" an den Eisheiligen

13.05. - Wo ist der Polarjet hin?

12.05. - Der Geruch von Regen

11.05. - Turbulente und kühle Maitage

10.05. - Pannekoek in der Kalahari – wenn die Savanne wieder zum Leben erwacht

09.05. - Die Eisheiligen: Nur ein Mythos?

08.05. - Warmes Wochenende, kühler Wochenstart

07.05. - Wie funktioniert eine Gewittervorhersage?

06.05. - Endlich (zu viel) Regen