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14. Oktober 2019 | Dipl.-Met. Jacqueline Kernn

Glätte

Glätte

Datum 14.10.2019

Es ist wieder soweit, die Tage werden kürzer, die Nächte länger und die Sonne steht nicht mehr so hoch am Horizont. Kurzum: Der Winter kommt und mit ihm auch wieder die Gefahr von Glätte.

Es gibt ganz verschiedene Arten von Glätte. Eins haben alle gemeinsam: Auf Straßen und Wegen sollte man sich vorsichtig bewegen, sonst kann es unschöne "Ausrutscher" geben. Die Unterschiede bei den Glättearten liegen in der Entstehung. Im Ergebnis bildet sich immer Eis am Erdboden und es wird glatt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Eisglätte, Glatteis, Reifglätte und Schneeglätte.


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Am einfachsten zu sehen, und damit auch zu umgehen, ist die Schneeglätte. Sie bildet sich, wenn der gefallene Schnee zusammengepresst wird, sich dadurch kurz verflüssigt und diese Flüssigkeit (Wasser) wieder an der Oberfläche gefriert. Besonders häufig lässt sich diese Schneeglätte bei altem Schnee finden.

Schon etwas weniger deutlich zu erkennen, vom Prinzip aber ähnlich, ist Reifglätte. Auch hier wird der Reif durch Kompression kurz verflüssigt und friert dann an Oberflächen fest. Tückisch ist die Reifglätte, weil sie oft nicht so flächig auftritt. Zudem entscheiden die Belagsart sowie der Randbewuchs an Straßen und Wegen über die Glättebedingungen und können so auf relativ kurzen Wegen zu verschiedenen Glättesituationen führen. Reif selbst entsteht auf zwei Arten: durch Strahlung und durch Advektion. Strahlungsreif tritt nachts bei wolkenlosem oder wolkenarmem Himmel, also nahezu ungehinderter langwelliger Ausstrahlung auf. Dabei kühlt sich die Temperatur am Boden oder in Bodennähe unter den Gefrierpunkt ab. Der in der Luft enthaltene Wasserdampf lagert sich in Form von Eisnadeln an der Oberfläche ab. Beim Advektionsreif wird feuchte und verhältnismäßig milde Luft über Flächen geführt, die sich bereits unter den Gefrierpunkt abgekühlt haben. An der Grenzfläche setzt sich dann der Wasserdampf als Eis ab.

Glatteis entsteht durch spontanes Gefrieren von Regen oder Sprühregen am Erdboden oder an Gegenständen. Dabei muss zumindest entweder der Niederschlag oder aber die Oberfläche unterkühlt sein, damit sich beim Zusammentreffen Eis bilden kann. Diese Form der Glätte tritt sehr schnell auf und ist dementsprechend gefährlich. Ist der Regen verhältnismäßig warm und "nur" die Oberfläche unterkühlt, taut der weiter fallende Regen die Eisschicht oft schnell wieder auf und die Glätte ist nur von kurzer Dauer. Beim Fallen von unterkühltem Regen, also Regen mit einer Wassertemperatur unter 0 Grad, kann sich jedoch auf dem Erdboden eine dickere Eisschicht bilden, die dann längere Zeit für glatte Straßenverhältnisse sorgt. Die wohl gefährlichste Glätteart ist die Eisglätte. Sie lässt sich schwer vorhersagen und es muss auch nicht unmittelbar vorher Regen gefallen sein. Eisglätte entsteht, wenn Wasser auf Straßen und Wegen gefriert. Dabei muss sich die Oberfläche unter den Gefrierpunkt abkühlen, was durch nächtliche Ausstrahlung oder Zufuhr deutlich kälterer Luft geschieht. Oft rechnet man nicht mit Eisglätte. Sie tritt nicht verbreitet auf und hängt von der Art und Menge des Wassers ab. Da sich aber nicht selten eine ordentliche Eisschicht bildet, ist die Glättewirkung stärker als bei Reif, der ähnlich lokal unterschiedlich ausfallen kann.

So oder so kann Glätte unser tägliches Leben beeinflussen. Stau durch Glätteunfälle im morgendlichen Berufsverkehr oder auch ein deutlich zeitintensiverer Weg zu Bus oder Bahn können die Folge sein. Ein Blick in die aktuelle Warnlage des Deutschen Wetterdienstes, besonders in den Morgen- und Abendstunden, lohnt sich also. So können Sie der Glätte immer einen Schritt voraus sein. Zudem empfiehlt sich eine korrekte Ausstattung. Am Auto sollte man auf Winterreifen umstellen und auch die Schuhe sollten ausreichend Profil haben.



© Deutscher Wetterdienst

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