23. Februar 2015 | Dipl.-Met. Christian Herold
Wolkenklassifikation
Sie treten in den verschiedensten Formen auf: mal als filigrane Schleier, mal als mächtige Ambosse oder bedrohliche Walzen. Die Rede ist von Wolken.
Eine Wolke ist eine relativ dichte Ansammlung von winzigen Wassertröpfchen bzw. Eiskristallen in der Luft. Dabei kondensiert das Wasser bei einer Luftfeuchtigkeit von 100 % an Staubteilchen, die als Kondensationskeime dienen. Aufgrund der sehr variablen Erscheinungsformen schien es zunächst nahezu unmöglich eine Klassifikation von Wolken zu erstellen. Doch Anfang des 19. Jahrhunderts brachte der englische Pharmazeut und Hobbymeteorologe L. Howard mit seinem Klassifikationsschema Ordnung ins Chaos. Er teilte die Wolken - wie auch in der Biologie üblich - in Familien, Gattungen, Arten und Unterarten ein. Seine Einteilung ist heute noch als internationale Klassifikation gebräuchlich und soll im Folgenden kurz erläutert werden.
Die Wolkenfamilien werden zunächst einmal grob nach der Höhe, in der
die Wolken anzutreffen sind (Stockwerk), eingeteilt: Man
unterscheidet dort zwischen hohen Wolken, die sich in mittleren
Breiten in einer Höhe von 7 bis 13 km befinden, mittelhohen Wolken in
einer Höhe von 2 bis 7 km und tiefen Wolken mit einer Höhe von 0 bis
2 km. Dann gibt es noch Wolken mit großer vertikaler Erstreckung.
Dies sind Wolken, die so mächtig sind, dass sie sich über alle 3
Stockwerke erstrecken.
Pro Familie gibt es in der Regel zwei Gattungen: Diese unterscheiden
zwischen haufenförmigen Wolken (Cumulus) und schichtförmigen Wolken
(Stratus). Im hohen Stockwerk gibt es eine weitere Gattung, die
Schleierwolken (Cirrus), die vollständig aus Eiskristallen bestehen.
In der unteren Schicht existiert noch eine Mischform zwischen Stratus
und Cumulus (Stratocumulus). Insgesamt ergeben sich dann 10
Gattungen. Der Name der Wolke setzt sich nun aus dem Namen für das
Stockwerk und der Gattung zusammen. Für hohe Wolken wird der Ausdruck
Cirro-, für mittelhohe Wolken Alto- und bei vertikal mächtigen Wolken
Nimbo- verwendet. Bei tiefen Wolken wird der Zusatzausdruck weg
gelassen.
Die Arten beschreiben dann die Gestalt der Wolken, zum Beispiel, ob
sie linsenförmig (lenticularis) oder schichtartig (stratiformis)
sind. In den Unterarten werden weitere Eigenschaften wie
Lichtdurchlässigkeit und Anordnung beschrieben.
Als Beispiel einer Klassifikation sei die Wolke Altocumulus
stratiformis perlucidus angeführt. Dabei handelt es sich um eine
mittelhohe flache Haufenwolke, die sich über eine große Fläche
erstreckt und kleine Lücken zwischen den Wolkenteilen aufweist, durch
die man den Himmel sieht. Auf gut Deutsch sind dies die allseits
bekannten "Schäfchenwolken".
© Deutscher Wetterdienst
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