05:35 MESZ | 23.07.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
18. Oktober 2014 | Dipl.-Met. Magdalena Bertelmann

Wetterfronten - oder: Der Grund für unser wechselhaftes Wetter

Westlich der Britischen Inseln befindet sich derzeit das Tiefdruckgebiet NOA, das dem Norden und Nordwesten Deutschlands dieses Wochenende einige Wolken beschert, während in den übrigen Teilen oftmals die Sonnenbrille hervorgeholt werden darf.

Dass das Wetter in unseren Breiten durch ein Tiefdruckgebiet
beeinflusst wird, ist keine Seltenheit. Meist gehen die Tiefs mit
Luftmassengrenzen einher und führen zu einem wiederkehrenden
Wetterablauf.
Solch ein typischer Wetterablauf soll im Folgenden anhand eines
Durchzugs von Warm- und Kaltfront beschrieben werden und ist
anschaulich in einer Grafik
dargestellt:

Zum Vergrößern bitte klicken


Zuerst naht eine sogenannte Warmfront, das ist ein Bereich, in dem
warme Luft kalte verdrängt. Dies gelingt ihr jedoch nicht so leicht,
da warme Luft leichter ist als Kaltluft. Sie steigt also auf und
schiebt sich langsam über die kalte Luft. Dadurch zeigt sich schon
weit vor der Warmfront Cirrus-Bewölkung ("Federwolken"), die sich
zunehmend verdichtet. Mit der Ankunft der Front entwickelt sich aus
der Bewölkung eine konturlose graue Wolkendecke in mittlerer Höhe
(Nimbostratus). Aus dieser fällt dann oft ergiebiger Landregen.

Aber gemäß dem Sprichwort "auf Regen folgt Sonnenschein", lässt der
Regen nach Durchzug der Warmfront nach, die Wolken lockern auf und
die Temperatur steigt. Der Bereich, in dem dies geschieht, wird als
Warmsektor bezeichnet.

Aber das freundliche Wetter ist nur von begrenzter Dauer, denn die
herannahende Kaltfront bringt kalte Luftmassen mit sich. Diese
schieben sich unter die warme Luft und zwingt sie zum Aufsteigen,
wodurch sich hochreichende Wolken bilden (sogenannte Cumulonimbus
Wolken), die starken Regen samt Blitz und Donner im Gepäck haben
können. Die Warmluft wird dabei sehr schnell verdrängt, sodass die
Wettererscheinungen um einiges heftiger und schneller ablaufen als
bei der vorangegangenen Warmfront.

Die Kaltfront bringt zwar einen oft deutlichen Temperaturrückgang mit
sich, aber auch eine Wetterbesserung. So ist das "Rückseitenwetter"
nur von einzelnen Quellwolken bestimmt, die zumeist aber keinen
Niederschlag bringen.

Die Kaltfront ist schneller als die Warmfront, sodass der Warmsektor
mit der Zeit immer kleiner wird. Schließlich wird die Warmfront
eingeholt, was dann als Okklusion bezeichnet wird.

Es sei jedoch erwähnt, dass unser Wetter nicht immer nach dem oben
beschriebenen Schema abläuft und dass auch nicht alle Warm- und
Kaltfronten die gleichen Eigenschaften haben (so gibt es
beispielsweise Ana- und Katakaltfronten, maskierte Kaltfronten... Um
nur einige zu nennen).

Die Kaltfront des Tiefs NOA wird sich am morgigen Sonntag von
Nordwesten her ausbreiten und am Montag bis in den Süden Deutschlands
ziehen. Sie hat nicht nur Regen, sondern auch frischere Luft im
Gepäck. Und bei recht windigen und regnerischen Aussichten für die
Wochenmitte sollte dieses vielerorts (vielleicht letzte) sommerlich
warme Wochenende besonderes genossen werden!




© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

22.07. - Nordströmung hält die Hitze auf Abstand

21.07. - Zwischen Physik und Künstlicher Intelligenz – Wie KI die Wettervorhersage verändert

20.07. - Spanien - Olé

19.07. - Deutliches Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur

18.07. - Von Trockenheit und rekordniedrigen Wasserständen

17.07. - Warum ziehen die Gewitter immer an mir vorbei?

16.07. - Kleines Höhentief, große Wirkung – eine Gewitternachlese

15.07. - Vom Scheren und schweren Gewittern

14.07. - Vom Höhenei bis hin zu schweren Gewittern

13.07. - Wie lange hält die hochsommerliche Hitze an?

12.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 10: Meteorologie Ende des 18. Jahrhunderts (a)

11.07. - Supertaifun BAVI

10.07. - Trockenheit im Südwesten Deutschlands

09.07. - Neue Hitze im Südwesten

08.07. - Sommersturm an der Ostsee

07.07. - Zwischen Sommerhoch und Tiefdruckeinfluss – Deutschland bleibt von der großen Hitze verschont

06.07. - Ein Blick auf die Pflanzenwelt - Phänologie

05.07. - Erwartet uns eine neue Hitzewelle?

04.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 9: Meteorologie um 1750

03.07. - Endlich wieder Durchlüften - aber wie lange?

02.07. - Deutschlandwetter im Juni 2026

01.07. - Von Regenbekleidung und Gewitterenergie

30.06. - Luftmassenwechsel bringt teils heftige Gewitter und Starkniederschläge

29.06. - Wie das Wetter die Waldbrandgefahr bestimmt

28.06. - Eine Hitzewelle für die Geschichtsbücher – Eine erste vorläufige Bilanz

27.06. - Hitze, Blitz und Donner!

26.06. - Geschichte der Meteorologie – Teil 8: Meteorologie um 1700 und erste meteorologische Messnetze zur Wetterbeobachtung

25.06. - Heiß, heißer, HARTMUT!

24.06. - Nur noch 6 Monate

23.06. - Sechsunddreißig Grad und es wird noch heißer