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10. September 2014 |

Der "Supermond"

Wer gestern Abend seinen Blick in Richtung Himmel richtete, um den aktuellen Vollmond zu betrachten, konnte beim genauen Hinsehen vielleicht einen Unterschied zu den sonstigen Vollmondphasen feststellen.

Dabei hat sich weder die MondoberflĂ€che grundlegend geĂ€ndert, noch besitzt der Vollmond eine andere Form, sondern er erscheint derzeit grĂ¶ĂŸer und heller als sonst. Der Grund dieses PhĂ€nomens soll nun im Folgenden kurz erlĂ€utert werden:


Der Mond hat einen Durchmesser von 3476 Kilometern und umlÀuft in
einer mittleren Entfernung von rund 385 000 Kilometern die Erde.
Da die Umlaufbahn des Mondes nicht einer Kreisform entspricht,
sondern auf einer Ellipsenbahn um die Erde verlÀuft, gibt es einen
erdnÀchsten (PerigÀum) und einen erdfernsten Punkt (ApogÀum). Genauer
gesagt, betrÀgt der Abstand zwischen Erde und Mond im PerigÀum etwa
356 400 Kilometer und im ApogÀum rund 406 700 Kilometer.
Bei einer mittleren Geschwindigkeit von etwa einem Kilometer pro
Sekunde braucht der Mond im Durchschnitt 27,6 Tage um die Erde einmal
zu umrunden (Zeitdauer von einem zum nÀchsten PerigÀum, was auch als
"anomalistischer Monat" bezeichnet wird).

Die Umlaufbahn des Mondes ist jedoch nicht konstant, sondern
unterliegt neben der Schwerkraft der Erde auch der Schwerkraft der
Sonne. Je nach Ausrichtung der Ellipse zur Sonne kann diese
"gestaucht" oder in die "LĂ€nge gezogen" werden. Liegt die
Verbindungslinie zwischen PerigÀum und ApogÀum in einer Linie mit der
Verbindungslinie Erde-Sonne, so wird die Ellipsenbahn etwas in die
"LĂ€nge gezogen". Das Resultat ist ein grĂ¶ĂŸer werdender Abstand
zwischen PerigÀum und ApogÀum.
Im umgekehrten Fall, wenn die Verbindungslinien senkrecht zueinander
verlaufen, wird die Mondbahn etwas kreisförmiger.

Mondphasen


Die einzelnen Mondphasen wiederholen sich in einem Abstand von rund
29,5 Tagen, wobei dieser Zeitraum als "synodischer Monat" bezeichnet
wird. Der Zeitunterschied zwischen dem anomalistischen und dem
synodischen Monat kommt primÀr dadurch zustande, dass sich auch die
Erde wÀhrend eines Mondumlaufs auf ihrer Bahn um die Sonne
weiterbewegt. Dadurch Àndert sich zugleich die Ausrichtung der
Mondellipse zur Sonne.
Kommt es nun genau im erdnÀchsten Punkt (PerigÀum) zum Vollmond, wird
dieser als "PerigÀums-Vollmond" bezeichnet. Oft ist dann in den
Medien von einem "Supermond" die Rede.

Aufgrund der ErdnĂ€he erscheint der Mond dann bis zu 14 Prozent grĂ¶ĂŸer
und rund 30 Prozent heller. Mit dem bloßen Auge ist dies aber kaum
wahrnehmbar.
Diese Konstellation trat dieses Jahr genau am 10. August 2014 ein.
Das Besondere in diesem Jahr ist, dass der Vollmond auch am 12. Juli
2014 und eben am gestrigen 9. September 2014 dem PerigÀum so nahe
kam, dass ein "Supermond" beobachtet werden konnte. Im Durchschnitt
tritt ein "PerigÀums-Vollmond" alle 13 Monate auf.
Der nÀchste Vollmond im PerigÀum wird am 28.09.2015 zu sehen sein. An
diesem Tag findet zudem die nÀchste totale Mondfinsternis statt,
sodass also ein "Supermond" von der Erde verdeckt sein wird.


M.Sc.-Met. Andreas WĂŒrtz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.09.2014

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



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