18:35 MESZ | 09.08.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
28. Juni 2012 |

Niederschläge in den Tropen

Die bevor stehende Gewitterlage mag zwar den Fußballfreunden hier und
dort so manche Public-Viewing-Veranstaltung "verhageln", im Vergleich
zu tropischen Regenmengen kann man die bei uns zu erwartenden
Niederschläge allerdings fast als zwergenhaft bezeichnen.

Die Küstenregion Westafrikas liegt z.T. in den immerfeuchten Tropen.
Daraus ergibt sich, dass die Jahresschwankung der Temperatur relativ
gering ist. Die Niederschläge dagegen sind saisonal unterschiedlich,
d.h. es gibt deutlich ausgeprägte Regen- und Trockenzeiten im Sommer-
bzw. im Winterhalbjahr der Nordhemisphäre.

Ursache ist auch hier die Süd-Nord-Süd-Verlagerung der
Innertropischen Konvergenzzone (ITC) im Jahresverlauf. Die ITC bildet
einen zonalen, wenige hundert Kilometer breiten, mit Verzögerung von
etwa einem Monat den Sonnenhöchstständen folgenden, weltumspannenden
Tiefdruckgürtel. Zur Zeit liegt dieser, zumindest über dem stärker
als das Meer erwärmten Festland, bei etwa 10° nördlicher Breite. In
seinem Einflussbereich treten, mit Schwerpunkt in der zweien
Tageshälfte, teils gewittrige Starkregenfälle auf.

Spitzenreiter in Afrika war die kamerunische Metropole Douala
(03°49'N, 009°36'E, 10 m NN) mit 163 L/m² (= mm), gemessen am
dortigen Flughafen in vierundzwanzig Stunden bis heute 06:00 UTC. Auf
den Plätzen folgen Cotonou (Benin, 06°36'N, 002°38'E, 5 m NN) mit 120
mm und Takoradi (Ghana, 04°56'N, 001°36'E, 5 m NN) mit 103 mm.

Die Klimate der Erde prägen sich weitgehend zonal aus, daher findet
man ähnliche Wetterbedingungen beispielsweise auch rund einhundert
Längengrade weiter östlich, im Malaiischen Archipel und im Süden der
Halbinsel Hinterindien. Dort wurden in Khlong Yai (Thailand, 12°01'N,
102°54'E, 2 m NN) im selben Zeitraum bis heute früh sintflutartige
199 mm registriert.

Eine Karte der vierundzwanzigstündigen Niederschlagsmengen [mm], mit
Windpfeilen, vom 28.06.2012, 06:00 UTC, unterlegt mit einem
infraroten Satellitenbild (Kanal bei 10,8 µm im "atmosphärischen
Fenster") finden Sie nachfolgend:

Zum Vergrößern bitte klicken


Markant ist die hoch reichende Quellbewölkung der
Gewitterkomplexe der innertropischen Konvergenzzone in den
äquatornahen Gebieten.


Dipl.-Met. Thomas Ruppert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.06.2012

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

09.08. - Geschichte der Meteorologie − Teil 14: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 in Europa (b)

08.08. - Geschichte der Meteorologie − Teil 13: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 in Europa (a)

07.08. - Starke Bodentrockenheit

06.08. - Schweißtreibender QUIRIAKUS

05.08. - Noch ganz stabil? Atmosphärische Instabilitäten, Turbulenz und Klimawandel

04.08. - Wetter, Waldbrand, Wasserdurst

03.08. - Aktuelle Schwierigkeiten bei der Gewittervorhersage

02.08. - Deutschlandwetter im Juli 2026

01.08. - Geschichte der Meteorologie − Teil 12: Meteorologie um 1800 und zu Beginn des 19. Jahrhunderts

31.07. - Zwischenbilanz der Tornadosaison 2026

30.07. - Was ist eine Fallböe?

29.07. - Erst große Hitze, dann schwere Gewitter?

28.07. - Vegetationsbrände, Wetterextreme und globale Erwärmung

27.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 11: Meteorologie Ende des 18. Jahrhunderts (b) und um 1800

26.07. - Tag der Seenotrettung

25.07. - Gebietsweise anhaltende Trockenheit und neue Hitze

24.07. - Von Hunden und Erfrischungen

23.07. - Kühle Meeresbrise oder die „Land-Seewind-Zirkulation“

22.07. - Nordströmung hält die Hitze auf Abstand

21.07. - Zwischen Physik und Künstlicher Intelligenz – Wie KI die Wettervorhersage verändert

20.07. - Spanien - Olé

19.07. - Deutliches Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur

18.07. - Von Trockenheit und rekordniedrigen Wasserständen

17.07. - Warum ziehen die Gewitter immer an mir vorbei?

16.07. - Kleines Höhentief, große Wirkung – eine Gewitternachlese

15.07. - Vom Scheren und schweren Gewittern

14.07. - Vom Höhenei bis hin zu schweren Gewittern

13.07. - Wie lange hält die hochsommerliche Hitze an?

12.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 10: Meteorologie Ende des 18. Jahrhunderts (a)

11.07. - Supertaifun BAVI