28. Juni 2012 |
NiederschlÀge in den Tropen
Die bevor stehende Gewitterlage mag zwar den FuĂballfreunden hier und
dort so manche Public-Viewing-Veranstaltung "verhageln", im Vergleich
zu tropischen Regenmengen kann man die bei uns zu erwartenden
NiederschlÀge allerdings fast als zwergenhaft bezeichnen.
Die KĂŒstenregion Westafrikas liegt z.T. in den immerfeuchten Tropen.
Daraus ergibt sich, dass die Jahresschwankung der Temperatur relativ
gering ist. Die NiederschlÀge dagegen sind saisonal unterschiedlich,
d.h. es gibt deutlich ausgeprÀgte Regen- und Trockenzeiten im Sommer-
bzw. im Winterhalbjahr der NordhemisphÀre.
Ursache ist auch hier die SĂŒd-Nord-SĂŒd-Verlagerung der
Innertropischen Konvergenzzone (ITC) im Jahresverlauf. Die ITC bildet
einen zonalen, wenige hundert Kilometer breiten, mit Verzögerung von
etwa einem Monat den SonnenhöchststÀnden folgenden, weltumspannenden
TiefdruckgĂŒrtel. Zur Zeit liegt dieser, zumindest ĂŒber dem stĂ€rker
als das Meer erwÀrmten Festland, bei etwa 10° nördlicher Breite. In
seinem Einflussbereich treten, mit Schwerpunkt in der zweien
TageshÀlfte, teils gewittrige StarkregenfÀlle auf.
Spitzenreiter in Afrika war die kamerunische Metropole Douala
(03°49'N, 009°36'E, 10 m NN) mit 163 L/mÂČ (= mm), gemessen am
dortigen Flughafen in vierundzwanzig Stunden bis heute 06:00 UTC. Auf
den PlÀtzen folgen Cotonou (Benin, 06°36'N, 002°38'E, 5 m NN) mit 120
mm und Takoradi (Ghana, 04°56'N, 001°36'E, 5 m NN) mit 103 mm.
Die Klimate der Erde prÀgen sich weitgehend zonal aus, daher findet
man Àhnliche Wetterbedingungen beispielsweise auch rund einhundert
LĂ€ngengrade weiter östlich, im Malaiischen Archipel und im SĂŒden der
Halbinsel Hinterindien. Dort wurden in Khlong Yai (Thailand, 12°01'N,
102°54'E, 2 m NN) im selben Zeitraum bis heute frĂŒh sintflutartige
199 mm registriert.
Eine Karte der vierundzwanzigstĂŒndigen Niederschlagsmengen [mm], mit
Windpfeilen, vom 28.06.2012, 06:00 UTC, unterlegt mit einem
infraroten Satellitenbild (Kanal bei 10,8 ”m im "atmosphÀrischen
Fenster") finden Sie nachfolgend:
Markant ist die hoch reichende Quellbewölkung der
Gewitterkomplexe der innertropischen Konvergenzzone in den
Ă€quatornahen Gebieten.
Dipl.-Met. Thomas Ruppert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.06.2012
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