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27. Dezember 2018 |

Wie fühlen sich Wolken an?

Wie fühlen sich Wolken an?

Datum 27.12.2018

Manche sehen wunderbar flauschig aus, andere können wiederum sehr bedrohlich wirken, alle haben jedoch eines gemeinsam: Sie schweben scheinbar am Himmel und sehen federleicht aus. Aber wie fühlen sich die Wolken denn eigentlich an?

Wolken vermitteln vielen Menschen den Eindruck, sie seien schwerelos und schweben leise über der Erde. Gerade beim Blick aus dem Flugzeug wirken sie nahezu federleicht. Und selbst große Gewitterwolken machen auf uns trotz ihres bedrohlichen Aussehens nicht gerade den Eindruck, als seien sie tausende Tonnen schwer. Um nun zu beschreiben, wie sich Wolken denn nun anfühlen, sollte man zunächst einmal klären, woraus sie eigentlich bestehen.


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Eine Wolke besteht aus einer Ansammlung aus mikroskopisch kleinen Wassertröpfchen (im Mikrometer-Bereich), wie man das beispielsweise von Nebel kennt. Denn Nebel ist nichts anderes als eine Wolke, die auf dem Boden aufliegt. Die Wolkentröpfchen können mit der Zeit anwachsen, sodass man sie mit bloßem Auge identifizieren kann. Schließlich bilden sich Regentropfen. Diese können sogar mehrere Millimeter groß werden.

Bis zu einer Temperatur von -12 Grad Celsius liegen meist ausschließlich flüssige, unterkühlte Wolkentröpfchen vor. Bei niedrigeren Temperaturen mischen sich dann auch zunehmend winzige Eiskristalle unter die Tropfen. Ab einer Temperatur von etwa -40 Grad Celsius existieren dann ausschließlich Eiskristalle in den Wolken. Aber auch diese können zu beachtlichen Schneeflocken mit einem Durchmesser von einigen Zentimetern heranwachsen. In hochreichenden Wolken, in denen starke Aufwinde vorherrschen, können sich sogar sehr große Tropfen oder Graupel- und Hagelkörner mit mehreren Zentimetern Durchmesser formen.

Also wie fühlen sich die Wolken nun an? Grundsätzlich kann man ganz einfach nachempfinden, wie sie sich anfühlen, wenn man im Nebel steht. Dann kann man winzige Tröpfchen beispielsweise auf der Windschutzscheibe des Autos beobachten oder zusehen, wie die Brille auf der eigenen Nase beschlägt. Also fühlt man dabei höchstens, wie sich die kleinen Wassertröpfchen auf der Kleidung und der Haut absetzen. Durch die Körperwärme verdunsten die Tröpfchen schließlich wieder, wodurch der Körper eine Kühlung erfährt.

Auch wenn Wolken am Himmel dabei noch so fluffig und weich aussehen: Wer oben in eine Wolke hineinspringt (hoffentlich mit Fallschirm), wird unten genauso wieder aus der Wolke rauskommen, höchstens etwas nasser. Wolken fühlen sich also überhaupt nicht flauschig an.

Vielmehr beschrieb Hermann Hesse einst eine sehr melancholische Stimmung im Nebel, die man sicher auch auf Wolken übertragen kann:

Im Nebel - Hermann Hesse

"Seltsam, im Nebel zu wandern! Einsam ist jeder Busch und Stein, Kein Baum sieht den anderen, Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt, Als noch mein Leben licht war; Nun, da der Nebel fällt, Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise, Der nicht das Dunkel kennt, Das unentrinnbar und leise Von allem ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern! Leben ist Einsamsein. Kein Mensch kennt den andern, Jeder ist allein."

Wer dieses Gefühl aktuell am eigenen Leib spüren möchte, der sollte sich besonders im Westen und Süden in die Flussniederungen begeben. Dort ist es in den Nächten, teils auch ganztägig neblig-trüb. *

MSc.-Met. Sebastian Schappert

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 27.12.2018

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