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18. März 2012 |

Das Geheimnis vom Verborgenen Wasser

Grünes und blaues Wasser


Wasser ist ja in der Meteorologie ein ständiges Thema - und zwar in
Form von Regen.
Regen kann man sehen und fühlen.

Was, bitte, ist dann "Verborgenes Wasser"?

Nun, es gibt unterschiedliche Wasser-Ressourcen: Süß- und Salzwasser,
Sicker- und Grundwasser. Aber es gibt noch andere Unterscheidungen.

Als "Blaues Wasser" bezeichnet man das Grundwasser und das Wasser in
Flüssen und Seen oder auch das in Gletschern gebundene Wasser. Es ist
also ein Teil des Süßwasservorkommens der Erde.

"Grünes Wasser" ist das Wasser, das nach dem Regen direkt wieder
verdunstet. Diese Verdunstung passiert entweder direkt oder nach der
Nutzung durch Pflanzen.

Als "Graues Wasser" wird nur gering verschmutztes Abwasser
bezeichnet. Dazu rechnet man das Wasser, das nach Duschen oder Baden
anfällt.

Diese Unterscheidungen sind wichtig, wenn man sich Gedanken über
unseren Wasserverbrauch macht und somit auch die Verfügbarkeit sicher
stellen will. Wussten Sie, dass für Ihre Tasse Frühstückskaffee ca.
100 Liter Wasser benötigt werden? Dabei muss man nämlich auch das
Wasser berücksichtigen, das zur Entwicklung und Verarbeitung der
Kaffeebohnen benötigt wird! Zur Herstellung eines Baumwoll- Tshirts
werden über 1000 Liter Wasser benötigt. Und zur Produktion eines
einzelnen Paar Schuhe braucht man sage und schreibe 8000 Liter! Wir
sprechen dann vom virtuellen Wasserverbrauch.
Natürlich verschlingen auch unsere Lebensmittel Wasser, und zwar
nicht nur jenes, das als Regen herab rieselt. Auch hier spielt das
virtuelle Wasser eine entscheidende Rolle. Wussten Sie, dass mehrere
tausend Liter Wasser verbraucht wurden, bevor unser Sonntagsbraten in
Form vom 1 kg Rindfleisch auf dem Tisch steht?

Es ist also eminent wichtig, dass wir uns Gedanken machen über die
Möglichkeiten der Wasseraufbereitung, zumal ein großer Teil unserer
Konsumartikel und Lebensmittel in den Teilen der Erde hergestellt
werden , die nicht genügend oder nicht gleichmäßig mit Regen versorgt
werden. Und da spielen die "Verborgenen Wasser" eine entscheidende
Rolle.

Dass man "Blaues Wasser" uneingeschränkt verwenden kann, ist klar.
Die Wiederaufbereitung des "Grünen Wassers" ist eine Herausforderung
der Wissenschaftler. Es gibt bereits unterschiedliche Ansätze, um die
direkte Verdunstung aus dem Boden zu minimieren oder die
Speicherfähigkeit des Bodens zu erhöhen. Mancherorts lässt man
beispielsweise Pflanzen in Gewächshäusern gedeihen, in denen man das
entstehende Kondenswasser sammeln und wieder den Pflanzen zuführen
kann.

"Graues Wasser" kann über diverse Filter wieder in Brauch- oder sogar
Trinkwasser umgewandelt werden. Küchenabwasser lässt sich dabei
jedoch schlecht verwenden, weil es durch Fette und Speiseabfälle hoch
belastet ist.





Dipl.-Met. Dorothea Paetzold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.03.2012

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