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09. Mai 2025 | M.Sc. - Meteorologe Nico Bauer

Persistente Hochdrucklage

Persistente Hochdrucklage

Datum 09.05.2025

Sehr sonnig und teils auch sehr niederschlagsarm gestaltete sich der Frühling 2025 bisher. Auch in den nächsten Tagen bleibt sich das Wetter diesem Muster treu. Mehr dazu im heutigen Thema des Tages.

Der meteorologische Frühling geht allmählich in die finale Phase und ein Blick in die Statistik zeigt, dass dieser bisher größtenteils zu sonnig und zu trocken ausfiel. Der März brachte im Flächenmittel lediglich 17 Liter pro Quadratmeter an Niederschlag. Dies entspricht verglichen mit dem Referenzzeitraum von 1991 bis 2020 gerade einmal 31,8 Prozent der üblichen Niederschlagssumme. Der April gestaltete sich zumindest zeitweise etwas unbeständiger. Doch auch im zweiten meteorologischen Frühlingsmonat fiel vielerorts erneut zu wenig Niederschlag. Dafür kamen alle Sonnenliebhaber in den ersten beiden Frühlingsmonaten auf ihre Kosten. Verbreitet gab es überdurchschnittlich viele Sonnenstunden.
Verantwortlich dafür waren persistente blockierende Hochdrucklagen über Nordwesteuropa. Diese kräftigen Hochdruckgebiete sind verbunden mit hohem Geopotential in der mittleren Troposphäre und haben einen deutlichen Einfluss auf die großräumige Strömungskonfiguration. So werden Tiefdruckgebiete, welche sich in mittleren Breiten normalerweise von West nach Ost verlagern, nach Süden und Norden abgelenkt. Dadurch gab es in den vergangenen Monaten in Teilen von Süd- und Südwesteuropa immer wieder teils kräftige Niederschläge. Gleichzeitig kam es in Nordwesteuropa und in Teilen von Mitteleuropa zu längeren Trockenperioden.

Die Grafik zeigt die Vorhersagekarte des Bodendrucks für Freitag, den 09.05.2025 um 12 UTC. (Quelle Deutscher Wetterdienst)



Aktuell befinden wir uns im Einflussbereich von Hoch RICCARDA. RICCARDA erstreckt sich vom Atlantik bis nach Zentraleuropa. Dadurch herrscht bei uns auch an diesem Wochenende überwiegend sonniges und vor allem weitgehend trockenes Wetter. Gleichzeitig erstreckt sich von den Azoren bis in den Mittelmeerraum eine Zone tiefen Luftdrucks. Damit setzt sich ein ähnliches Muster, wie in den vergangenen Monaten häufig beobachtet, auch in den nächsten Tagen fort. Während in Südwesteuropa teils kräftige Niederschläge fallen, bleibt es in weiten Teilen Mitteleuropas niederschlagsfrei oder es werden nur sehr geringe Niederschlagsmengen erwartet.

Diese Grafik zeigt die Geopotentialanomalie im Zeitraum von März bis April 2025 über Europa. (Quelle NOAA / NCEP)



Und auch in der kommenden Woche bleibt bei uns voraussichtlich hoher Luftdruck wetterbestimmend. Am Montag gelangt der äußerste Südwesten in den Einflussbereich eines Tiefdruckgebietes über der Biskaya. Dadurch sind dort im Tagesverlauf einzelne Schauer oder Gewitter möglich. Nach jetzigem Stand baut sich allerdings über Nordwesteuropa bereits zur Wochenmitte erneut eine Omegalage mit einem kräftigen blockierenden Hoch bei den Britischen Inseln auf. Deutschland befindet sich dann auf der Vorderseite des Druckgebildes in einer nördlichen Strömung. Dadurch gehen die Temperaturen in der nächsten Woche wieder etwas zurück und aufgrund der recht trockenen und häufig auch freundlichen Witterung wäre die Nachtfrostgefahr immer noch nicht ganz gebannt.

Diese Grafik zeigt den Vergleich der Modellvorhersagen zur Großwetterlage für Freitag, den 16.05.2025 um 12 UTC. (Quelle Deutscher Wetterdienst)



Allerdings bestehen bezüglich der Intensität und der genauen Lage des Hochs noch Unsicherheiten. Befindet sich das Hoch etwas weiter westlich, kommt es bei uns zu einer unbeständigen und kühlen Wetterphase. Verlagert sich der Schwerpunkt des Druckgebildes etwas weiter nach Osten, dürfen wir uns bei viel Sonnenschein teils schon auf frühsommerliche Temperaturen freuen. Während beim ersten Szenario zumindest etwas Niederschlag zu erwarten wäre, bliebe es beim zweiten weitgehend trocken. Somit bliebe uns auch in nächster Zeit das altbekannte Muster des diesjährigen Frühlings erhalten. Damit wird sehr wahrscheinlich auch der Mai überdurchschnittlich viele Sonnenstunden mit sich bringen und die Trockenheit verschärft sich in einigen Gebieten weiter!



© Deutscher Wetterdienst

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