Im Thema des Tages vom gestrigen Montag haben wir uns damit beschäftigt, wie es dazu kam, Druckgebilde - beziehungsweise tropische Wirbelstürme - zu benennen. Zudem ging es um die Namenslisten, die für die Benennung von - in unserem Beispiel - Hurrikanen, also tropischen Wirbelstürmen im Nordatlantik sowie im zentralen und östlichen Nordpazifik, herangezogen werden.
Nochmals zur Erinnerung: Die sechs jeweils alphabetisch sortierten Listen für den östlichen Nordpazifik enthalten je 24 Namen (kein Q und U), die für den Nordatlantik 21 Namen (kein Q, U, X, Y und Z). Für den zentralen Nordpazifik liegen dagegen nur vier Listen vor, die jeweils gerade einmal 12 Namen umfassen (kein...naja, siehe Namenstabelle im Thema des Tages vom gestrigen Montag).
Jetzt könnte man sich natürlich fragen, was eigentlich passiert, wenn mehr Wirbelstürme auftreten, als es Namen auf der Liste gibt, oder anders ausgedrückt: Was, wenn das Alphabet ausgeht?
Tja, dieser Fall ist extrem selten und kam gerade einmal zwei Mal im Nordatlantik vor: 2005 und 2020. Während 2005 bereits unfassbare 28 benannte Tropenstürme über den Nordatlantik fegten, waren es 2020 sogar noch zwei mehr. In der Folge wurde ab Sturm 22 (also nach Ende der eigentlichen Liste) das griechische Alphabet herangezogen. Alpha, Beta und Gamma hießen damit die nächsten Stürme. 2021 entschied die WMO, in Zukunft statt auf das griechische Alphabet auf eine Ersatzliste zurückzugreifen, sollten nochmals die Namen ausgehen. Hintergrund ist, dass sich zum einen die griechischen Buchstaben zum Teil sehr ähnlich anhören, wodurch es zu Verwechslungen kommen kann.
Zum anderen - und hier kommt eine Besonderheit der Namenslisten zum Tragen - ist es üblich, dass die Namen besonders schadensträchtiger Stürme aus der Liste gestrichen und neu besetzt werden. So wird es zum Beispiel nie wieder einen Hurrikan "Katrina" (2005) geben. 2020, als man auf das griechische Alphabet zurückgreifen musste, wurden Eta und Iota aufgrund ihrer Heftigkeit gestrichen. Jetzt wird es bei einem Alphabet natürlich schwierig, gestrichene Buchstaben zu ersetzen. Bei einer Ersatzliste ist das dagegen kein Problem.
Im östlichen Nordpazifik musste noch nie auf die Ersatzliste zurückgegriffen werden. Allerdings kam es 1985 zu einer entscheidenden Anpassung der Listen. Bis dahin wurden nämlich ebenfalls nur 21 Namen verwendet, wobei wie im Nordatlantik neben Q und U auch X, Y und Z fehlten. Nachdem die 1985 benutzte Liste das erste Mal an ihre Grenze kam, wurden kurzerhand "Xina", "York" und "Zelda" hinzugefügt, die jährlich mit "Xavier", "Yolanda" und "Zeke" gewechselt wurden und werden. Während sich alle anderen Namen alle 6 Jahre wiederholen, ist dies bei X, Y und Z also alle 2 Jahre der Fall.
Im zentralen Nordpazifik hat man mit Ersatzlisten dagegen überhaupt nichts am Hut. Dort geht man einfach fließend zur nächsten Liste über, sobald eine "aufgebraucht" ist.
Eine Übersicht über die ausgebooteten Namen finden Sie übrigens auf den Seiten des Nationalen Hurrikan Zentrums (www.nhc.noaa.gov/aboutnames_history.shtml).
Ist Ihr Name vielleicht auch schon gestrichen worden? Oder finden Sie ihn auf einer der Vergabelisten wieder (www.nhc.noaa.gov/aboutnames.shtml)? Der Autor muss noch zwei Jahren warten, bis er möglicherweise ein Thema des Tages über Hurrikan Tobias verfassen kann, und hofft, dass der Name nie gestrichen werden muss...



