Sie sind nicht mehr aus den Wetterkarten wegzudenken: Namen für Hoch- und Tiefdruckgebiete. Die Idee dazu, Druckgebilde, die einen Einfluss auf unser Wettergeschehen in Deutschland haben, zu benennen, hatte 1954 Karla Wege, damalige Studentin des Instituts für Meteorologie der Freien Universität (FU) Berlin.
Vorreiter diesbezüglich waren allerdings die USA. Der US-Wetterdienst begann bereits im Zweiten Weltkrieg damit, Taifune, also tropische Wirbelstürme über dem Westpazifik, mit Vornamen zu versehen. Der Grund hierfür war recht simpel: Man konnte dadurch deutlich leichter den Überblick über das aktuelle Wettergeschehen behalten. Dies machte sich vor allem dann bezahlt, wenn nicht nur ein, sondern gleich mehrere Taifune unterwegs waren. Diese Vorgehensweise war so erfolgreich, dass man sich entschied, in Zukunft auch Hurrikane (tropische Wirbelstürme über dem Atlantik sowie dem östlichen und zentralen Nordpazifik mit Mittelwinden über 118 km/h) zu benennen.
Nach einigen Weiterentwicklungen dieses Benennungsprozesses werden seit 1978 alle tropischen Stürme (Mittelwinde über 60 km/h) über dem östlichen Nordpazifik und seit 1979 auch über dem Nord- und Zentralatlantik mit männlichen und weiblichen Vornamen versehen. Im Gegensatz zu Deutschland, wo man bei der FU Berlin ein Hoch oder Tief gegen Bezahlung taufen lassen kann, sind die Namen der Tropenstürme durch die WMO (Weltorganisation für Meteorologie) vorgegeben. Sie entwickelte sechs Namenslisten, wobei pro Kalenderjahr eine Liste genutzt wird. Nach sechs Jahren beginnt man wieder von vorne und nutzt erneut Liste 1. Jede Liste beinhaltet dabei für den Atlantik 21 Namen, beginnend mit allen Buchstaben des Alphabets außer Q, U, X, Y und Z und für den Pazifik 24 Namen, außer Q und U.
Zu kompliziert? Dann wird es im Folgenden nicht besser, denn für den zentralen Nordpazifik (zwischen 140 und 180 Grad westlicher Länge) wird die Benennung nicht vom Nationalen Hurrikan Zentrum (National Hurricane Center, kurz: NHC) in Miami, sondern vom Zentralen Pazifik Hurrikan Zentrum (Central Pacific Hurricane Center, kurz CPHC) in Honolulu übernommen. Dafür werden dem CPHC von der WMO vier Listen mit jeweils 12 Namen zur Verfügung gestellt. Diese sind nun nicht an bestimmte Jahre gebunden, sondern laufen fortwährend durch. Das heißt: Ist eine Liste zu Ende, geht es direkt mit der nächsten Liste weiter. Und so fing der erste tropische Sturm in 2026 im Zuständigkeitsbereich des CPHC nicht mit "A" an, sondern mit "L" (Hurrikan "Lala") und damit mitten in Liste 1.
Aktuell (Stand 12.10.2026) befinden wir uns im Atlantik erst bei Buchstabe I (Hurrikan "Isaias"), im östlichen Nordpazifik schon bei S (Hurrikan "Simon") und im zentralen Nordpazifik bei N (Hurrikan "Nolo"). Die nächsten tropischen Wirbelstürme in den drei Zuständigkeitsbereichen würden dann "Josephine", "Trudy" und "Olana" heißen. Eine Übersicht über die Namenslisten finden Sie beispielsweise auf den Seiten des NHC (www.nhc.noaa.gov/aboutnames.shtml)
Welche Besonderheiten es bei diesen Listen gibt und was passiert, wenn dann doch mal das Alphabet nicht ausreicht, lesen Sie im morgigen Thema des Tages.



