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18. September 2026 | M.Sc.-Meteorologe Nico Bauer

Zwischen Spätsommer und Frühherbst

Zwischen Spätsommer und Frühherbst

Datum 18.09.2026

Am heutigen Freitag erwartet uns weitgehend wechselhaftes und nur mäßig warmes Spätsommerwetter. Hält der Altweibersommer in den nächsten Tagen bei uns Einzug?

Zwischen einem von Island bis nach Skandinavien reichenden Tiefdruckkomplex und hohem Luftdruck im Bereich der Azoren hat sich bei uns eine westliche Strömung eingestellt. Dabei wird vor allem die Nordhälfte des Landes immer wieder von Tiefausläufern beeinflusst, die dort für wechselhaftes Wetter sorgen. Davon größtenteils ausgenommen bleibt der Süden des Landes. Dort ist auch am Wochenende weitgehend Hochdruckeinfluss vorherrschend. So gestaltet sich das Wetter zum Oktoberfestauftakt in München am morgigen Samstag freundlich. Die Sonne zeigt sich häufig, und die Temperaturen erreichen am Nachmittag Werte zwischen 22 und 24 Grad. In den Niederungen im Südwesten wird es sogar noch etwas wärmer. Am Oberrhein sind Höchstwerte bis 27 Grad möglich.

Am Sonntag verstärken sich die Druckgegensätze zwischen einem kräftigen Tiefdruckkomplex über Skandinavien und einem Hochdruckgebiet über der Bretagne. Damit frischt der Wind in der Nordhälfte deutlich auf. Zudem erreicht die Kaltfront von Tief BEA die Nordhälfte Deutschlands. An der Kaltfront gibt es nur leichte Niederschläge, vornehmlich in den mittleren Landesteilen. Der Grund dafür ist der Keil eines kräftigen Hochs mit seinem Zentrum über der Biskaya. Dieses Hoch breitet sich nach West- und Südwestdeutschland aus, sodass die Kaltfront in ein frontolytisches Umfeld gerät. Damit sind insgesamt nur geringe Niederschlagsmengen zu erwarten. Am meisten kommt dabei im Bereich der östlichen Mittelgebirge zusammen. Dort werden teils 5 bis 10 Liter pro Quadratmeter erwartet.


Vorhersagekarte mit den Druckgebilden, Frontensystemen und dem signifikanten Wetter für Sonntag, den 20.09.2026 00 UTC. Eine Kaltfront erreicht Deutschland.


Im Norden sickert hinter der Kaltfront und mit Passage des kräftigen Höhentroges vor allem in der Höhe Kaltluft ein. Damit gelangt der äußerste Norden und Nordosten in eine labil geschichtete Luftmasse, in der Schauer und vereinzelt auch Gewitter mit Sturmböen (Bft. 9) möglich sind. Aber auch abseits der Schauer und Gewitter treten vor allem im Küstenbereich stürmische Böen (Bft. 8) auf. An exponierten Küstenabschnitten sind Sturmböen (Bft. 9) möglich.


Die synoptische Übersicht für Sonntag, den 20.09.2026 um 18 UTC. Ein kräftiger Höhentrog beeinflusst den Norden und Nordosten des Landes.


Zu Wochenbeginn setzt sich von Westen allmählich wieder hoher Luftdruck durch. Somit erwartet uns im Südwesten viel Sonnenschein. Die Nächte werden allerdings deutlich kühler als zuvor. Häufig werden Tiefstwerte im einstelligen Bereich erwartet. In einigen ungünstigen Mittelgebirgstallagen ist sogar Bodenfrost möglich. Im Nordosten zeigt sich das Wetter dagegen wechselhafter und von der Ostsee bis zur Lausitz sind am Montag noch Schauer möglich. Die Temperaturen gehen insgesamt vorübergehend etwas zurück. Die Höchstwerte liegen am Montag meist zwischen 17 und 23 Grad, mit den höchsten Werten in den Niederungen im Südwesten.

Zur Wochenmitte nehmen die Unsicherheiten in der Vorhersage deutlich zu. Im Südwesten und Westen zeichnet sich aber weiterhin freundliches Spätsommerwetter ab. Dabei liegen die Höchstwerte häufig bei 20 bis 25 Grad. Die Nächte sind aber weiterhin kühl. Nach Nordosten hin bleibt der leicht wechselhafte Wettercharakter voraussichtlich erhalten. Dazu ist das Temperaturniveau auch etwas niedriger. Meist werden dort nur Höchstwerte von maximal 20 Grad erreicht.


Die Ensemblevorhersagen der Temperatur in 850 hPa, des Niederschlags und des Geopotentials in 500 hPa für Offenbach (links) und Rostock (rechts).


Damit setzt sich der Altweibersommer im Südwesten fort. Nach Nordosten hin dürfen sich die Bewohner voraussichtlich nur zeitweise und in abgeschwächter Form auf Altweibersommer freuen.



© Deutscher Wetterdienst

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