Tropische Wirbelstürme bilden sich über dem Nordatlantik jedes Jahr. Die sogenannte Hurrikansaison beginnt dabei am 1. Juni und endet Ende November. 2005 war eine der aktivsten Jahre mit 28 tropischen Stürmen, davon 15 mit Hurrikanstärke. Insbesondere Hurrikan KATRINA bleibt im Gedächtnis, da dessen Landgang mit vielen Todesfällen und enormen Schäden einher gegangen ist.
Schon am 23. August bildete sich eine tropische Depression bei den Bahamas und verstärkte sich im Laufe des nächsten Tages zu einem tropischen Sturm - der "Vorstufe" eines Hurrikans. Während sich das System zuerst nach Norden bewegte und dann in südöstliche Richtung über Florida schwenkte, erreichte es am 25. August erstmals die Stärke eines Hurrikans der Stufe 1. Nach kurzer Abschwächung über Land erreichte KATRINA den Golf von Mexiko. Hier begünstigten Faktoren, wie eine hohe Wassertemperatur und eine schwache Windscherung die weitere Entwicklung. Dadurch konnte sich eine erste rasche Verstärkungsphase (rapid intensification) vollziehen. In nur 24 Stunden stieg die mittlere Windgeschwindigkeit von 65 auf 95 kt (120 auf 175 km/h) an und die Hurrikanstufe 3 wurde am 27. August erreicht. Daran schloss sich ein zweiter rasanter Entwicklungsschritt an. KATRINA änderte ihre Zugrichtung durch eine Veränderung der Strömung in höheren Schichten auf Nordost. In weniger als 12 Stunden entwickelte sie sich zu einem Hurrikan der Kategorie 5, der höchsten Kategorie in der Saffir-Simpson-Skala! Die maximale Intensität von 145 kt (270 km/h) und ein Kerndruck von 902 hPa wurden am Abend des 28. August erreicht.
Leider zog dieses zerstörerische System daraufhin in nördliche Richtung, schwächte sich zwar noch auf Stufe 4 ab, traf aber am 29. August nahe New Orleans auf die Küste der USA. Neben den exorbitanten Windgeschwindigkeiten hatten sich entwickelnde Tornados, große Regenmengen und eine Flutwelle, die eine Höhe von bis zu 8 Metern erreichte, verheerende Folgen. Beispielsweise stand der Großteil des Stadtgebietes von New Orleans durch Brüche von Staudämmen bis zu 7,6 Meter tief unter Wasser. Dort festsitzende Menschen mussten teilweise einige Tage auf Rettung warten. Insgesamt entstanden Schäden in Höhe von einem Dollarbetrag im dreistelligen Milliardenbereich. So wurde KATRINA zum kostenintensivsten Hurrikan der Geschichte. Glücklicherweise konnten vermutlich etwa 1,3 Millionen Menschen rechtzeitig die betroffenen Gebiete verlassen, dennoch waren über den gesamten Entwicklungszeitraum dieses Systems 1392 Tote zu beklagen. Wer einen detaillierten Bericht (auf Englisch) zu Hurrikan KATRINA lesen möchte, der findet einen solchen unter www.nhc.noaa.gov/data/tcr/AL122005_Katrina.pdf.




