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02. August 2026 |

Deutschlandwetter im Juli 2026

Deutschlandwetter im Juli 2026

Datum 02.08.2026

Südwesten deutlich wärmer, trockener und sonniger als der Nordosten

Im Juli 2026 gab es sowohl bei der Temperatur, als auch beim Niederschlag und der Sonnenscheindauer ein deutlich ausgeprägtes Südwest-Nordost-Gefälle. Der Südwesten und Westen präsentierten sich deutlich wärmer als im langjährigen Mittel, gebietsweise extrem trocken und außergewöhnlich sonnig. Im Nordosten war es zwar ebenfalls wärmer, regional trockener und etwas sonniger als im Klimamittel, Maximalwerte wurden dort in der Fläche jedoch nicht erreicht. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Sommermorgen auf dem Rennsteig


Ungewöhnlich warmer Juli mit einer erneuten Hitzewelle zum Monatsende

Nachdem der Juni mit einer historischen Hitzewelle endete, startete der Juli mit etwas gemäßigteren Temperaturen. Im weiteren Monatsverlauf gab es dann ein leichtes Auf und Ab, allerdings auf insgesamt hohem Temperaturniveau, sodass am Ende das Temperaturmittel bei 19,7 Grad Celsius (°C) lag. Der Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 wurde um 2,8 Grad überschritten (16,9 °C) und auch der Vergleich mit der aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 (18,3 °C) zeigt ein Plus von 1,4 Grad. Das Temperaturgefälle zwischen einem außergewöhnlich warmen Südwesten und einem nicht ganz so warmen Nordosten war mit drei bis vier Grad sehr ausgeprägt. Dennoch wurde die Wärmebelastung im Südwesten über weite Strecken des Monats gedämpft, denn in den Nächten kühlte es oftmals unter 20 °C ab. Besonders kalt wurde es am Morgen des 24. als in Schorndorf-Knöbling (Bayern) mit 2,9 °C der deutschlandweite Monatstiefstwert registriert wurde. Zum Monatsende erfolgte ein erneutes kurzes Comeback der extremen Hitze. Im Zuge dessen wird für den 30. mit örtlich 40 °C das landesweite Monatsmaximum erwartet.

Trockenheit im Südwesten und Westen mit historischem Ausmaß

Mit rund 40 Liter pro Quadratmeter (l/m²) fiel im zweiten meteorologischen Sommermontag nur geringfügig mehr als die Hälfte des Niederschlags, der in der Referenzperiode 1961 bis 1990 (78 l/m²) gemessen wurde. Im Vergleich mit der aktuelleren und feuchteren Referenzperiode 1991 bis 2020 (87 l/m²) wurde das Defizit noch deutlicher. Es war somit der fünfte zu trockene Monat in Folge; mit Ausnahme Berlins wurde in keinem Bundesland das Klimasoll der Referenzperiode erreicht. Historische Ausmaße nahm die Niederschlagsarmut im Westen, Teilen des Südwestens und der westlichen Mitte an. Gebietsweise landeten dort weniger als 10 l/m² in den Messtöpfen. Eine hohe Waldbrandgefahr, sehr niedrige und die Schifffahrt beeinträchtigende Wasserstände und massive Ertragseinbußen bei der Getreideernte waren die Folge. Lokal heftige und mit Starkregen einhergehende Gewitter konnten die Trockenheit in der Fläche nicht mindern. Die größte Tagesniederschlagssumme resultierte aus solch einem Gewitter und wurde am 15. mit 81 l/m² in Blumberg-Randen (Baden-Württemberg) gemessen.

Deutschlandweiter sonniger Juli, im Südwesten gebietsweise auf Rekordniveau

Deutschlandweit wurden im zweiten meteorologischen Sommermonat ungewöhnliche 272 Sonnenstunden, gerundet, gemessen. Das waren etwa 30 Prozent (%) mehr als in der Periode 1961 bis 1990 (211 Stunden). Etwas weniger deutlicher fiel das Plus im Vergleich mit der jüngeren Referenzperiode 1991 bis 2020 aus. Hier waren es 46 Stunden und damit etwa ein Fünftel mehr als der Referenzwert (226 Stunden). Gebietsweise bewegte der Südwesten sich auf Rekordniveau. Regional gab es dort 325 bis 350 Sonnenstunden und damit im Schnitt elf bis zwölf Sonnenstunden täglich.

Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Juli 2026*

Platz

Station

Bundesland

durchschnittliche
Temperatur

Abweichung
1Rheinfelden
Baden-Württemberg 23,8 °C+4,5 Grad
2Ohlsbach Baden-Württemberg 23,7 °C+5,3 Grad
3Waghäusel-Kirrlach Baden-Württemberg 23,5 °C+4,0 Grad

Besonders kalte Orte im Juli 2026*

Platz

Station

Bundesland

durchschnittliche
Temperatur

Abweichung
1Carlsfeld Sachsen15,3 °C+2,5 Grad
2Zinnwald-Georgenfeld Sachsen15,5 °C+2,3 Grad
3Kahler Asten Nordrhein-Westfalen15,6 °C+2,9 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Juli 2026**

PlatzStationBundesland

Niederschlags-
menge

Anteil
1Jachenau-Tannern Bayern170,5 l/m²79 %
2Waakirchen-Demmelberg Bayern162,6 l/m²81 %
3Marienberg Sachsen158,6 l/m²173 %

Besonders trockene Orte im Juli 2026**

Platz

Station

Bundesland

Niederschlags-
menge

Anteil
1Kirn Rheinland-Pfalz 1,1 l/m²2 %
2Eschweiler-Weisweiler Nordrhein-Westfalen 1,2 l/m²2 %
3Henschtal Rheinland-Pfalz 1,9 l/m²3 %

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Juli 2026**

PlatzStationBundesland

Sonnenschein-
dauer

Anteil
1Tholey Saarland 366 h156 %
2Saarbrücken-Ensheim Saarland 358 h149 %
3Rheinau-Memprechtshofen Baden-Württemberg 358 h155 %

Besonders sonnenscheinarme Orte im Juli 2026**

PlatzStationBundesland

Sonnenschein-
dauer

Anteil
1Wangerland-Hooksiel Niedersachsen 195 h99 %
2Wittmundhafen Niedersachsen 197 h101 %
3Rotenburg/Wümme Niedersachsen 199 h110 %

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatsmittelwertes
zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode,
normal = 100 Prozent).

Die Sonnenscheindauer wird seit August 2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

Hinweis: Einen ausführlichen Monatsrückblick für ganz Deutschland und alle
Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.



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