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18. August 2026 | M.Sc Met. Oliver Reuter

Von laut bis leise: Der Donner

Von laut bis leise: Der Donner

Datum 18.08.2026

Seit jeher sind Menschen fasziniert, oder manchmal auch in Angst, wenn es am Himmel blitzt und anschließend laut kracht. Was es mit dem Phänomen "Donner" auf sich hat und wie laut er mitunter sein kann, soll heute das Thema des Tages sein.

Es ist dunkel, es flackert kurz und wenige Sekunden später wird man spätestens vom lauten Schlag aus dem Bett geworfen. So könnte es sich in den letzten Tagen durchaus mancherorts zugetragen haben, wenn Gewitter nachts über Deutschland hinwegzogen und dabei einen natürlichen Wecker darstellten, der leider nicht immer zur gewünschten Zeit losging. Weniger vom Blitz, aber vielmehr vom Donner wird man des nachts nämlich häufiger geweckt, wenn sich die Energie der Luftmasse am Himmel entlädt. Aber natürlich sind die Donnerschläge tagsüber genauso einprägsam oder angsteinflößend.

Doch was geschieht bei einem Donner eigentlich? Nun, vereinfacht gesagt ist der Donner das Ergebnis eines physikalischen Prozesses. Bei einer Blitzentladung wird die Luft im Blitzkanal binnen Sekundenbruchteilen auf Temperaturen von über 30.000 Grad Celsius erhitzt, in Ausnahmefällen sind sogar über 50.000 Grad möglich. Zum Vergleich, unsere Sonne besitzt in ihrer leuchtenden Schicht "nur" eine Oberflächentemperatur von etwa 5.500 bis 6.000 Grad Celsius.

Aufgrund dieses enormen Temperatursprunges ist die Luft gezwungen, sich in ebenso kurzer Zeit rasant auszudehnen, was eigentlich kaum möglich ist. Es entsteht hierdurch ein kurzzeitig unglaublich hoher Druck. Damit läuft vom Blitz in der Folge eine Schockwelle in alle Richtungen weg, die sich zunächst sogar mit Überschallgeschwindigkeit entfernt, bevor sie sich als Druckwelle mit "normaler" Schallgeschwindigkeit von etwa 343 m/s fortbewegt.

Je weiter sich diese Druckwelle, die als akustische Welle (Donner) für uns Menschen hörbar ist, vom Blitz bzw. dem Gewitter entfernt, umso leiser wird sie mit der zunehmenden Entfernung, da die Druckwelle rasch an Stärke verliert. Nun wird aus einem eigentlichen Knall ein längeres Grollen, was damit zusammenhängt, dass die Schwallwellen bei einem nahen Blitz mit senkrechter Neigung nahezu gleichzeitig, bei einem entfernten Blitz (und im "besten" Fall mit Neigung) jedoch versetzt beim Beobachter ankommen. Damit zieht sich der Donner in die Länge. Stark gegliederte Orographie kann diesen Prozess durch Schallreflexionen noch verstärken, sodass ein typisches "Rumpeln" entsteht.


Zu sehen ist eine Blitzentladung. Der dabei entstehende Donner ist das Ergebnis eines physikalischen Prozesses, bei dem Luft schlagartig erhitzt wird und sich ausdehnen muss.


Der Zeitpunkt des eintretenden Donners ist übrigens gut geeignet, um die Entfernung zum Gewitter abzuschätzen, wenn man den dazugehörigen Blitz beobachten konnte. Wie wir wissen, breitet sich der Schall mit rund 343 m/s in alle Richtungen aus. Zählt man nun die Sekunden, die zwischen dem Blitz und dem ersten Hören des Donners liegen und teilt diese durch drei, bekommt man eine gute Größenordnung der Entfernung in Kilometern heraus. Zum Beispiel liegen zwischen Blitz und Donner 9 Sekunden, dann ist das Gewitter (oder besser der Blitz) rund 3 km entfernt. Man muss dabei jedoch beachten, dass Blitze teils weit entfernt vom Niederschlag außerhalb der Gewitterwolke einschlagen können, weshalb 3 km recht nah und gefährlich wären. Übrigens sind Donner für uns Menschen nur ca. 20 bis 25 km (selten mehr) entfernt hörbar, was unter anderem an der Absorption der Schallwellen und störenden Umweltgeräuschen liegt.

Zu guter Letzt soll noch die Frage beantwortet werden, wie laut ein Donner eigentlich ist. Da die Lautstärke mit zunehmender Entfernung immer weiter abnimmt, ist eine genaue Festlegung gar nicht möglich. Nach oben hin gibt es in der Fachliteratur aber durchaus Richtwerte, welche bei etwa 130 Dezibel liegen, was für einen sehr nahen Blitz mit einem Donnerschlag, besser -knall, gilt. Dies wäre ungefähr mit einem Düsenjet während der Startphase vergleichbar.



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