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17. September 2026 | Dipl.-Met. Adrian Leyser Sturm

Weltwetterorganisation: Der globale Wasserkreislauf gerät aus den Fugen

Weltwetterorganisation: Der globale Wasserkreislauf gerät aus den Fugen

Datum 17.09.2026

Ein neuer Bericht der Weltwetterorganisation WMO zum Zustand der globalen Wasserressourcen warnt vor gravierenden Langzeitfolgen für Mensch und Wirtschaft. Der globale Wasserkreislauf wird zunehmend unberechenbarer und schwankt stark zwischen Dürre und Fluten.

Am heutigen Donnerstag (17.09.2026) hat die Weltwetterorganisation (WMO) einen bereits viel beachteten Bericht zum Zustand der globalen Wasserressourcen veröffentlicht. Darin warnt sie, dass der Wasserkreislauf zunehmend aus den Fugen gerät und zwischen Extremen schwankt – mit gravierenden Langzeitfolgen für Mensch und Wirtschaft. Der Report bewertet den Zustand von Flussgebieten, Wasserspeichern, Grundwasserspiegeln und Gletschern und setzt diesen in den Kontext von Wetterextremen und dem Klimawandel.

Flusseinzugsgebiete

Mit Blick auf die Abflüsse war das Jahr 2025 global eines der trockensten der letzten 35 Jahre: In über einem Drittel der Flussgebiete lag der Wert unter dem Durchschnitt. 2025 war bereits das siebte Jahr in Folge, in dem Flüsse mit normalen Wasserständen in der Minderheit waren. Während Regionen wie der Amazonas, der Mittlere Osten, das La-Plata-Becken in Südamerika und die Region um das Kap Horn unter mehrjährigen, anhaltenden Dürren litten, kam es andernorts zu massiven Überschwemmungen. Vor allem in Süd- und Südostasien sowie in einigen afrikanischen Ländern führten wiederholte Starkniederschläge zu schweren Fluten.


Abflussverhältnisse der Flüsse im Jahr 2025 im Vergleich zum Mittel 1991–2020. Orange kennzeichnet unterdurchschnittliche, Türkis überdurchschnittliche Abflüsse. Quelle: WMO / Simulationen von 13 globalen hydrologischen Modellsystemen.


Wasserspeicher und Grundwasserspiegel

Bereits seit 2014 schrumpfen die globalen Wasserspeicher kontinuierlich in immer mehr Gebieten. Zudem gerät das Grundwasser zunehmend in Gefahr: Bei knapp zwei Dritteln der weltweit gemessenen Brunnen lagen die Werte außerhalb des historischen Normalbereichs – meist handelte es sich dabei um Defizite.

Schneeflächen und Gletscher

Während in Europa deutlich unterdurchschnittlich viel Schnee lag, herrschten in Asien und Nordamerika starke regionale Kontraste. Bei den Gletschern setzt sich der besorgniserregende Trend fort: Im vierten Jahr in Folge schmolzen die Eismassen in allen großen Gletscherregionen rasant ab. Die Folgen sind gravierend: Das Auftauen destabilisiert ganze Landschaften und erhöht beispielsweise das Risiko von gewaltigen Gletscher- und Bergstürzen sowie von Gletscherseeausbrüchen, sogenannten "Glacial Lake Outburst Floods", kurz GLOFs.


Jährliche globale Massenänderung der Gletscherregionen seit 1976. Rot steht für Massenverlust, Blau für Massenzuwachs. Quelle: WMO / World Glacier Monitoring Service (WGMS).


Insbesondere die Kombination aus kurzfristig immer stärker schwankenden Niederschlägen und langfristig schrumpfenden Wasserpuffern ist laut WMO besorgniserregend. Grundwasser, Gletscher und Schneereserven funktionieren normalerweise wie ein "Sparkonto": Sie speichern Wasser und können Trockenperioden abpuffern. Wenn diese Reserven jedoch dauerhaft abnehmen, führt eine einzelne Dürre oder trockene Saison eher zu einem größeren Versorgungsproblem. Die Weltwetterorganisation (WMO) betont, dass es sich nicht um eine schlichte, weltweite Austrocknung handelt, sondern um einen zunehmend gestörten Wasserkreislauf. Dieser ist von Wetterextremen, unberechenbaren Flüssen und schrumpfenden Süßwasserreserven geprägt – eine Entwicklung, die die Wasserversorgung, die Landwirtschaft, Ökosysteme und Volkswirtschaften künftig massiv unter Druck setzen kann.



© Deutscher Wetterdienst

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