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03. September 2026 | Denny Karran

Deutschlandwetter im Sommer 2026

Deutschlandwetter im Sommer 2026

Datum 03.09.2026

Einer der wärmsten Sommer seit 1881 mit neuen Hitzerekorden, Trockenheit und viel Sonne

Historische Hitze, verbreitete Trockenheit und außergewöhnlich viel Sonnenschein prägten den Sommer 2026 in Deutschland, der als einer der wärmsten seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen in die Bilanz eingehen wird. Nach extremen Temperaturen im Juni schwächte sich die Hitze im Norden ab, während der Südwesten weiterhin unter anhaltender Hitzebelastung stand. Zudem setzten lokale Unwetter und Tornados scharfe Kontraste zum verbreiteten Niederschlagsmangel, dessen Folgen sich in historisch niedrigen Flusspegeln sowie teils großflächigen Wald- und Vegetationsbränden zeigten. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Sonnenaufgang bei Grünendeich an der Elbe (Niedersachsen).


Historische Hitze mit Schwerpunkt im Südwesten – Rekordzahl heißer und sehr heißer Tage

Mit einem voraussichtlichen Temperaturmittel von 19,6 °C (16,3 °C) und einer Abweichung von 3,3 Grad wird der Sommer 2026 als einer der wärmsten seit 1881 in die Klimastatistik eingehen. Im Vergleich zur wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (17,6 °C) lag die Abweichung bei 2,0 Grad. Nach vorläufigen Berechnungen dürfte nur der Jahrhundertsommer 2003 mit 19,7 °C wärmer gewesen sein. Beispiellos war 2026 die Häufigkeit der Hitze: Im Deutschlandmittel wurden rund 22 heiße Tage mit mindestens 30 °C und etwa fünf sehr heiße Tage mit mindestens 35 °C ermittelt. Während Juli und August im Norden vergleichsweise gemäßigt verliefen, bestand im Süden und Südwesten über weite Strecken eine außergewöhnliche und anhaltende Hitzebelastung. Den vorläufigen bundesweiten Höchstwert und neuen Deutschlandrekord meldete Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt am 27.6. mit 41,8 °C. Auch die Nacht vom 27. zum 28.6. war extrem, denn in Kubschütz, Sachsen, sank die Temperatur nicht unter 29,4 °C – das höchste jemals in Deutschland gemessene nächtliche Minimum. Diese Werte fielen in die außergewöhnliche Hitzewelle vom 18. bis 28. Juni, die nach einer Attributionsstudie des Deutschen Wetterdienstes in Dauer, Ausdehnung und Intensität ohne historisches Vorbild war.

In der Fläche deutlich zu trocken – lokal heftige Gewitter und Tornados

Mit rund 171 l/m² erreichte der Sommer 2026 nach vorläufigen Berechnungen lediglich knapp 72 Prozent seines Klimasolls (239 l/m²). Gegenüber der Periode 1991-2020 (241 l/m²) fällt die Bilanz nahezu identisch aus. Nach einem zu trockenen Juni erhöhte vor allem der markant niederschlagsarme Juli das Defizit. Auch der August brachte nur regional Entlastung. Prägend für die großräumige Sommerbilanz waren demnach ausgetrocknete Böden, teils rekordniedrige Wasserstände an vielen Flüssen sowie zahlreiche Wald- und Vegetationsbrände. Am Alpenrand summierten sich in den vergangenen drei Monaten örtlich mehr als 400 l/m², während am nördlichen Oberrhein stellenweise nur etwa 70 l/m² zusammenkamen. Die nach bisherigem Stand höchste Tagessumme des Sommers meldete Deisenhofen im Kreis München am 29.6. mit 102 l/m². Bei einer Unwetterlage am 19.8. wurden Tornados im brandenburgischen Fürstenwalde sowie in einem Korridor vom rheinland-pfälzischen Westerwald über Mittel- und Osthessen bis nach Westthüringen bestätigt (weitere Informationen: Torex –Tornoado-Experten Verbund Deutschland).

Sonnenscheinreicher Sommer 2026 mit bis zu 900 Sonnenstunden im Süden

Mit voraussichtlich rund 779 Stunden dürfte der Sommer 2026 zu den fünf sonnigsten seit Beginn der Sonnenscheinreihe im Jahr 1951 zählen. Damit würde das Klimasoll 1961-1990 (614 Stunden) um etwa 27 Prozent übertroffen; selbst gegenüber der jüngeren Vergleichsperiode 1991-2020 (654 Stunden) ergäbe sich noch ein Überschuss von rund 19 Prozent. Regional fiel die Bilanz noch üppiger aus: In Teilen Süddeutschlands summierte sich die Sonnenscheindauer örtlich auf rund 900 Stunden.

Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Sommer 2026*

PlatzStationBundeslanddurchschnittliche TemperaturAbweichung
1Waghäusel-KirrlachBaden-Württemberg 23,3 °C+4,6 Grad
2OhlsbachBaden-Württemberg 23,2 °C +5,7 Grad
3RheinfeldenBaden-Württemberg 23,1 °C+4,9 Grad

Vergleichsweise kühle Orte im Sommer 2026*

PlatzStation Bundesland durchschnittliche TemperaturAbweichung
1Kahler AstenNordrhein-Westfalen 15,8 °C+3,6 Grad
2CarlsfeldSachsen 15,9 °C+3,7 Grad
3Zinnwald-Georgenfeld Sachsen 16,0 °C +3,4 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Sommer 2026**

PlatzStationBundeslandNiederschlagsmengeAnteil
1Jachenau-TannernBayern 490,7 l/m²76 Prozent
2Ruhpolding-SeehausBayern 473,5 l/m²68 Prozent
3Oberstdorf-BirgsauBayern 460,7 l/m²71 Prozent

Besonders trockene Orte im Sommer 2026**

PlatzStationBundeslandNiederschlagsmengeAnteil
1Wörth am MainBayern 67,6 l/m² 29 Prozent
2Bad DürkheimRheinland-Pfalz 68,7 l/m² 42 Prozent
3GrünstadtRheinland-Pfalz 70,4 l/m² 43 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Sommer 2026**

PlatzStationBundeslandSonnenscheindauerAnteil
1RheinfeldenBaden-Württemberg 929 Stunden137 Prozent
2KonstanzBaden-Württemberg 925 Stunden136 Prozent
3FriedrichshafenBaden-Württemberg 915 Stunden133 Prozent

Vergleichsweise sonnenscheinarme Orte im Sommer 2026**

PlatzStationBundeslandSonnenscheindauerAnteil
1SchwarzburgThüringen 619 Stunden99 Prozent
2WittmundhafenNiedersachsen 640 Stunden107 Prozent
3Garmisch-PartenkirchenBayern 642 Stunden114 Prozent

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Jahreszeitenmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Jahreszeitenwertes zum vieljährigen Jahreszeitenmittelwertes der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Die Sonnenscheindauer wird seit 08/2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

Hinweis: Einen ausführlichen Jahreszeitenrückblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse



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