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06. Mai 2025 | Dipl.-Met. Robert Hausen

Feliz cumpleaños, señora Saulo!

Feliz cumpleaños, señora Saulo!

Datum 06.05.2025

Die Argentinierin Celeste Saulo feiert Geburtstag. Was die erste Frau an der Spitze der Weltwetterorganisation (WMO) auszeichnet, erfahren Sie im heutigen Thema des Tages.

Am heutigen 06. Mai 2025 feiert die argentinische Meteorologin und Hochschullehrerin Andrea Celeste Saulo Geburtstag. Warum das eine Erwähnung wert ist? Nun, sie hat nicht nur kürzlich erst den DWD-Hauptsitz in Offenbach und damit auch einen Teil unserer Kollegen im Vorhersagedienst besucht, sondern ist auch seit dem 01. Januar 2024 die erste Frau und außerdem erste Person aus Lateinamerika, die das Amt der Generalsekretärin der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) innehat. Der aktuelle Präsident der WMO, Abdulla Al Mandous, beerbte 2023 den langjährigen DWD-Präsidenten Gerhard Adrian, der das Amt bei der WMO parallel von 2019 bis 2023 bekleidete.

Doch wer ist diese Frau eigentlich? Geboren am 06. Mai 1964 in Buenos Aires wächst sie in einer Mittelschichtfamilie auf. Ihr Interesse für die Meteorologie ist rasch geweckt, ihr Werdegang entspricht einer klassischen Karrierelaufbahn mit Ambitionen für Führungsaufgaben. Nach dem erfolgreich absolvierten Studium der Meteorologie an der Universität von Buenos Aires (UBA) 1987 promovierte sie 1996 in Atmosphärenwissenschaften. Seit 1988 ist sie im Fachbereich für Atmosphären- und Ozeanwissenschaften (DCAO) der Fakultät für Exakte und Naturwissenschaften (FCEN) der UBA in der Lehre tätig. Dies übte sie zunächst als Assistenzprofessorin, ab 2006 in der Position einer ordentlichen Professorin und seit 2017 als außerordentliche Professorin aus. Mit ihrer Arbeit hat sie ganz wesentlich zu einem besseren Verständnis des südamerikanischen Monsunsystems beigetragen, das durch Einflüsse wie die Abholzung des Regenwaldes, Dürren und Brände erheblich bedroht ist. Eine Reihe von Auslandsaufenthalten als Gastwissenschaftlerin führten sie unter anderem an die University of Utah (USA), an das NOAA Climate Diagnostics Center (USA), an die Universität nach Pelotas (Brasilien) oder das Labor für dynamische Meteorologie in Paris. In einem Interview gab sie einmal zu, dass sie gerne mehr gereist wäre, aber aus Verantwortung ihrer Familie (verheiratet und 2 Kinder) gegenüber bewusst darauf verzichtet hat.


Celeste Saulo auf dem Jahrestreffen der Europäischen Meteorologischen Gesellschaft im Jahr 2022 (Quelle DWD )


Im Juli 2014 wurde Celeste Saulo dann zur Direktorin des argentinischen Nationalen Wetterdienstes (Servicio Meteorológico Nacional, SMN) ernannt, was die "Eintrittskarte" zur WMO darstellte, der alle Leiter der nationalen Wetterdienste als ständige Repräsentanten angehören. Rasch machte sie sich mittels Engagements, Expertise und Empathie auch dort einen Namen und stieg nach Tätigkeiten im wissenschaftlichen Lenkungsausschuss des Weltwetterforschungsprogramms sowie als Mitglied des Exekutivrats 2018 zur 2. Vizepräsidentin, ein Jahr später zur 1. Vizepräsidentin auf. Im Juni 2023 wurde sie beim Weltkongress der WMO in Genf als Nachfolgerin des finnischen Kollegen Petteri Taalas bereits im ersten Wahlgang zur zukünftigen Generalsekretärin gewählt. Wie die heutigen Geschehnisse im Deutschen Bundestag zeigen, kann eine Abstimmung auch anders laufen...

Und wofür steht Celeste Saulo? Nach der Wahl äußerte die in ihrer Freizeit passionierte Tennisspielerin und Tänzerin, dass in diesen Zeiten, in denen Ungleichheit und Klimawandel die größten globalen Bedrohungen darstellten, die WMO dazu beitragen müsse, die meteorologischen und hydrologischen Dienste zu stärken. Man müsse die Menschen und ihre Ökonomien schützen, indem man zeitnahe und wirksame Dienste und Frühwarnsysteme bereitstellt. Es gelte, den klaren Auftrag zur Koordinierung und Stärkung des kollektiven Handelns in den drei Kernbereichen:

• Beobachtung und Überwachung des Systems Erde
• Vorhersagen und Warnen
• Koordinierte Kommunikation zum Zweck des vorausschauenden Handelns

umzusetzen.

"Mein Ziel ist es, die WMO zu einem Szenario zu führen, in dem die Stimme aller Mitglieder gleichermaßen gehört wird, in dem die Schwächsten Vorrang haben und in dem die Maßnahmen der WMO auf die Bedürfnisse und Besonderheiten jedes einzelnen Mitglieds abgestimmt sind!", betonte die Argentinierin nach ihrer Wahl. "Wir müssen die Lücken, die in der Infrastruktur an hydrometeorologischen, maritimen und sonstigen umweltrelevanten Dienstleistungen und Forschung bestehen, bewerten und schließen. Der Schlüssel für die Bewältigung dieser Herausforderung, insbesondere im Interesse der Schwächsten, sind Zusammenarbeit und koordiniertes Handeln." Trotz aller Herausforderungen glaubt sie fest daran, dass "wir uns zum Besseren verändern können" und bleibt damit optimistisch. Ein Wesenszug, der ihr schon durch so manch schwere Hürde im Leben geholfen haben dürfte. Wir sagen: "Feliz cumpleaños - Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag"!



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