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23. Juni 2026 | M.Sc.-Met. Felix Dietzsch

Sechsunddreißig Grad und es wird noch heißer

Sechsunddreißig Grad und es wird noch heißer

Datum 23.06.2026

Hitze ist das alles bestimmende Thema dieser Woche. „2raumwohnung” haben damals mit ihrem Song, der sich mittlerweile ins kollektive Gedächtnis eingebrannt hat, wahre Voraussicht bewiesen. Die uns bevorstehenden Temperaturen dürften allerdings nur noch wenige lustig finden...

Hochdruck und Hitze - beides scheint kein Ende nehmen zu wollen. Und so richtig, soviel sei schon vorab verraten, nehmen sie erst einmal kein Ende. Im Gegenteil: Wer dachte, dass der größte Teil der aktuellen Hitzewelle überstanden sei, für den haben wir heute leider schlechte Nachrichten im Gepäck. Denn der heftigste Teil steht uns jetzt erst in der zweiten Wochenhälfte bevor.


ICON-Prognose für Samstag, 27. Juni 2026. Links: Druckverteilung am Boden (weiß) und in 500 hPa (schwarz), Äquivalentpotentielle Temperatur (farbig) zur Kennzeichnung der Luftmassencharakteristik. Rechts: Temperaturverteilung in 850 hPa (farbig, etwa 1500 m Höhe).


Verantwortlich für die Wetterlage ist ein riesiges Hochdruckgebiet über Westeuropa. Es hat die Frontalzone weit nach Skandinavien verschoben und blockiert bei uns sämtliche Tiefdruckaktivität. Stattdessen konnte sich eine gewaltige Hitzeglocke aufbauen, deren Kern nun in den Folgetagen zu uns nach Deutschland gelangt. Was das bedeutet, kann man sich sicherlich denken: Mit den Temperaturen geht es nochmal deutlich nach oben.

Bereits am morgigen Mittwoch klettern die Werte auf bis zu 38°C an Rhein und Mosel. Auch rundherum, quasi vom Niederrhein bis nach Franken, geht's verbreitet auf 36 bis 37°C hoch. Nicht ganz so heftig wird es in der Nordosthälfte bei 30 bis 35°C. Nur an der Küste lässt es noch aushalten, dort werden bis 28°C erreicht.

Am Donnerstag wird dann die nächste Stufe gezündet. Dann steigen die Höchstwerte in den bereits vorher schon heißesten Regionen hoch auf bis zu 39°C. Auch im Osten überschreiten die Tageshöchstwerte mehr und mehr die Marke von 35°C, an der Donau auch schon hoch bis auf 37°C.

Am kommenden Freitag geht es anschließend richtig rund. Dann werden wir vermutlich die ersten Werte oberhalb der 40°C-Marke zu Gesicht bekommen. Auch diesmal im Fokus: Rheinland, Oberrheintal, Mosel und voraussichtlich auch das Rhein-Main-Gebiet. Für den Samstag zeigt sich ein ähnliches Bild, wobei sich dann die Hitze noch flächiger ausweitet und eventuell auch in Ostdeutschland die Marke von 40°C geknackt wird. Ganz sicher ist das aber noch nicht.


MOSMIX-Prognose der Höchsttemperaturen von Mittwoch, 24. Juni 2026 bis Samstag, 27. Juni 2026.


Neben den teils bizarr anmutenden Tagesmaxima bereiten aber auch die Nachttemperaturen zunehmend Kummer. Die Luftmasse bleibt weiterhin ausgesprochen feucht, sodass es kaum noch nennenswert auskühlt. Mit der andauernden Erhitzung nimmt somit die Wahrscheinlichkeit für tropische Nächte mit Tiefstwerten von mehr als 20°C immer weiter zu. Sind davon zunächst nur große Ballungsräume betroffen (z.B. Rhein-Main-Gebiet, Ruhrgebiet, Berlin), so betrifft dies bis zum Wochenende zunehmend auch ländliche Gebiete.

Linderung ist nicht wirklich in Sicht. Mindestens noch die gesamte Woche werden wir mit der Hitze zu kämpfen haben. Zu Beginn der kommenden Woche deutet sich leichte Abkühlung an, die in erster Linie aber wohl nur den Nordwesten zu erreichen scheint. Ansonsten sind wenigstens gebietsweise auch weiterhin Temperaturen von über 30°C angesagt.



© Deutscher Wetterdienst

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