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21. Juni 2026 | Dipl.-Met. Tobias Reinartz

Von Sonnenstand und Höchsttemperatur

Von Sonnenstand und Höchsttemperatur

Datum 21.06.2026

Sie kennen Sie sicherlich auch, die "Mittagshitze", oder? Dabei steigt die Temperatur meistens ja noch bis zum Abend weiter an. Wie passt das denn zusammen? Mehr dazu im heutigen Thema des Tages.

Hitze ist derzeit eines der, wenn nicht sogar das bestimmende Thema beim Wetter in Deutschland. Heute und am morgigen Montag sind dabei vor allem die Mitte und der Süden betroffen mit Spitzenwerten von bis zu 37 Grad (vielleicht sogar 38 Grad) im Südwesten. Ab Mitte der Woche überschreitet wahrscheinlich auch der Norden wieder verbreitet die 30-Grad-Marke, während man im Südwesten lokal wohl sogar die 40 Grad anpeilt.


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Immer wieder hört und liest man bei dieser Thematik von der sogenannten "Mittagshitze", die man auch zurecht meiden sollte, wenn es irgendwie geht. Mit Blick auf den Tagesgang der Temperatur stellt man allerdings fest, dass die größte Hitze, also die Höchsttemperatur in unseren Breiten im Sommer tatsächlich meist erst im Laufe des Nachmittags, teilweise auch erst am frühen Abend erreicht wird. Der Spitzenreiter am vergangenen Freitag in Sachen Temperatur, Saarbrücken-Burbach, meldete seinen Höchstwert mit 37,5 Grad um 15.50 Uhr. Erst eine Stunde später, um 16.50 Uhr verzeichnete Kitzingen seinen Spitzenwert von 37,3 Grad und in Kahl am Main wurde das Ende des Temperaturanstiegs bei 36,2 Grad sogar erst um 18.20 Uhr erreicht. Aber ist Ihnen schon einmal der Begriff "Abendhitze" über den Weg gelaufen? Wahrscheinlich eher nicht. "Mittagshitze" ist dagegen ein gängiger Begriff. Was hat es damit denn nun auf sich?

Veranschaulichen wir den Tagesgang der Temperatur anhand einer Badewanne: Bei geöffnetem Abfluss drehen wir den Wasserhahn nun ein kleines Stück auf. Die Folge: Das Wasser fließt direkt über den Abfluss wieder ab. An eine Füllung der Wanne ist bei diesem Rinnsal nicht zu denken. Das ist in etwa gleichzusetzen mit den ersten einfallenden Sonnenstrahlen am Morgen. Drehen wir den Hahn nun langsam weiter auf, stellen wir fest, dass das Wasser allmählich anfängt zu steigen (entspricht dem Vormittagsverlauf). Zur Mittagszeit ist der Hahn voll aufgedreht und das Wasser (respektive die Sonneneinstrahlung bzw. die Lufttemperatur) steigt stark an.

Im Anschluss wird der Hahn nun langsam wieder zugedreht, es fließt aber zunächst immer noch mehr Wasser von oben nach, als unten abfließt - das Wasser (also die Lufttemperatur) steigt demnach immer noch, wenngleich nicht mehr so schnell (entspricht dem Nachmittagsverlauf). Erst im Laufe des Abends wird der Punkt erreicht, an dem das nicht mehr der Fall ist - der höchste Wasserstand bzw. die Höchsttemperatur ist erreicht. Es fließt nun wieder mehr Wasser ab als von oben nachkommt und der Wasserstand sinkt. Auf die Luft übertragen, reicht die Einstrahlung der immer tiefer stehenden Sonne nicht mehr aus, um es mit der Abkühlung der Luft aufnehmen zu können.

Und wie ist das jetzt mit der Mittagshitze, wenn es doch abends noch heißer ist? Die betrachteten Temperaturwerte werden im Schatten gemessen. Dort ist es mittags also noch kühler als abends. Befindet man sich in der Sonne, sieht das Ganze anders aus. Zur Mittagszeit steht sie in unseren Breiten am steilsten am Himmel (was in Deutschland genaugenommen etwa zwischen 13.00 Uhr und 13.30 Uhr der Fall ist). In der Folge ist dann ihre Einstrahlung am stärksten, was für den Körper unter Umständen durchaus gefährlich werden kann. Abends fällt die Sonnenstrahlung dagegen deutlich flacher ein und ist dadurch auch spürbar schwächer.

Die Mittagshitze bezieht sich also auf den Aufenthalt in der prallen Sonne, die abendliche Höchsttemperatur auf die gemessenen Werte im Schatten. Beide schließen sich also nicht aus, ganz im Gegenteil.



© Deutscher Wetterdienst

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