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02. Juli 2026 | Diplom-Meteorologe Marcel Schmid

Deutschlandwetter im Juni 2026

Deutschlandwetter im Juni 2026

Datum 02.07.2026

Trockener und sehr sonniger Juni 2026 endet mit historischer Hitzewelle

Nach einem sehr warmen Start in den Juni folgte ein Temperaturdämpfer, bevor sich im weiteren Verlauf hochsommerliche Bedingungen durchsetzten. Gegen Monatsende stellte sich über Mitteleuropa eine sogenannte Omega-Wetterlage ein, die die Großwetterlage maßgeblich prägte: Dabei wird ein stabiles Hochdruckgebiet von zwei Tiefdruckgebieten flankiert und bildet in der Höhenströmung ein Muster, das an den griechischen Buchstaben Omega (Ω) erinnert. Solche Wetterlagen führen häufig zu einer blockierten atmosphärischen Zirkulation, wodurch sich Wetterverhältnisse über mehrere Tage oder sogar Wochen kaum verändern. Dies begünstigte im Juni in Deutschland eine außergewöhnlich intensive und anhaltende Hitzewelle mit verbreitet hoher thermischer Belastung. Nach vorläufigen Messungen wurden dabei verbreitet sehr hohe Temperaturen registriert: Sogar der deutschlandweite Allzeitrekord wurde nach vorläufigen Messungen mit 41,7 Grad Celsius (°C) in Neißemünde-Coschen (Brandenburg) am 28. geknackt. Die Niederschläge waren regional sehr unterschiedlich verteilt und in der Summe unterdurchschnittlich. Die Sonne schien den vierten Monat in Folge mehr als im Klimasoll. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

Schauer- und Gewitterwolken über Frankfurt am Main (Hessen)


Einer der wärmsten Junimonate mit extremer Hitze zum Monatsende

Der erste meteorologische Sommermonat war von starken Temperaturkontrasten geprägt. In der Bilanz war der Juni 2026 mit einem Temperaturmittel von 19,5 °C außergewöhnlich warm und belegt damit nach aktuellen Auswertungen Platz 2; nur 2019 war es mit 19,8 °C noch wärmer. Die Abweichung gegenüber dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 lag bei 4,1 Grad (15,4 °C). Selbst der Vergleich mit der aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 (16,4 °C) offenbart einen deutlichen Überschuss von 3,1 Grad. Zur Monatsmitte war man davon jedoch weit entfernt, denn nach einem warmen Start folgte vorübergehend ein verhältnismäßig kühler Witterungsabschnitt mit dem deutschlandweiten Minimum von 1,0 °C am 15. in Meßstetten-Appental (Baden-Württemberg). Anschließend etablierte sich in der dritten Dekade vor allem in den westlichen Landesteilen eine Hitzewelle mit extrem heißer und feuchter Luft aus südlichen Gefilden. Am Oberrhein gab es beispielsweise acht bis zehn Sehr Heiße Tage (Maximum der Lufttemperatur ≥ 35 °C). Am 27. wurde deutschlandweit an 46 Stationen die 40-Grad-Marke geknackt. Der Monatshöchstwert und vorläufig gleichzeitig der deutschlandweite Allzeitrekord wurde am 28. in Neißemünde-Coschen (Brandenburg) mit 41,7 °C gemessen. In vielen Regionen purzelten die Monatsrekorde, teils auch die Allzeitrekorde für die Höchstwerte. In den Nächten war es zum Monatsende oftmals tropisch warm mit Tiefstwerten deutlich über 20 °C, örtlich über 25 °C. Auch der vorläufige Wert des höchsten jemals gemessenen Tiefstwerts stammt mit 29,4 °C in Kubschütz, Kr. Bautzen (Sachsen) aus diesem Juni.

Niederschlagssoll nicht erfüllt und sehr inhomogene Verteilung

Zum Ende des ersten meteorologischen Sommermonats wurden rund 66 Liter pro Quadratmeter (l/m²) an Niederschlag registriert. Damit war es im Juni trockener als im langjährigen Mittel; gegenüber der Referenzperiode 1961 bis 1990 (85 l/m²) fiel etwa ein Fünftel weniger Niederschlag. Selbst im Vergleich mit der aktuelleren und trockeneren Referenzperiode 1991 bis 2020 (76 l/m²) ergibt sich ein Defizit von circa 13 Prozent (%). Die Niederschläge waren dabei sehr inhomogen verteilt. Während am Alpenrand und im äußersten Nordwesten 120 bis 180 l/m² fielen, waren es am Mittel- und Oberrhein, in Unterfranken und im Großraum Berlin nur 15 bis 30 l/m². Punktuell kam bei heftigen Gewittern, die vor allem am Monatsende auftraten, lokal der gesamte Monatsniederschlag in kurzer Zeit vom Himmel. Die höchste Tagesniederschlagssumme gab es am 27. mit 77,2 l/m² in Erfde (Schleswig-Holstein).

Sonne poliert ihre Bilanz in der zweiten Junihälfte ordentlich auf

Nachdem bis zur Monatsmitte lediglich knapp 90 Sonnenstunden zu Buche standen, legte sich das Zentralgestirn in der zweiten Junihälfte ordentlich ins Zeug und damit gab es insgesamt rund 248 Sonnenstunden. Das waren über 20 % mehr als in der Referenzperiode 1961 bis 1990 (203 Stunden). Auch im Vergleich mit der jüngeren Referenzperiode 1991 bis 2020 (216 Stunden) ergab sich noch eine positive Abweichung von 15 %. Der Juni war der vierte Monat in Folge, der deutlich sonniger ausfiel als im vieljährigen Mittel.

Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland

Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD in Deutschland.

Besonders warme Orte im Juni 2026*

PlatzStationBundeslanddurchschnittliche TemperaturAbweichung
1Waghäusel-KirrlachBaden-Württemberg 23,0 °C+5,2 Grad
2OhlsbachBaden-Württemberg 22,6 °C +6,2 Grad
3Bad DürkheimRheinland-Pfalz 22,5 °C+5,7 Grad

Besonders kalte Orte im Juni 2026*

PlatzStation Bundesland durchschnittliche TemperaturAbweichung
1Kahler AstenNordrhein-Westfalen 15,8 °C+4,7 Grad
2CarlsfeldSachsen 15,9 °C+4,6 Grad
3SchierkeSachsen-Anhalt 16,2 °C +3,9 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im Juni 2026**

PlatzStationBundeslandNiederschlagsmengeAnteil
1Aschau-SteinBayern 214,4 l/m²79 Prozent
2Ruhpolding-SeehausBayern 204,4 l/m²83 Prozent
3Bischofswiesen-WinklBayern 196,5 l/m²96 Prozent

Besonders trockene Orte im Juni 2026**

PlatzStationBundeslandNiederschlagsmengeAnteil
1KitzingenBayern 13,3 l/m² 20 Prozent
2HolzdorfBrandenburg 13,5 l/m² 21 Prozent
3LoburgSachsen-Anhalt 15,1 l/m² 28 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Juni 2026**

PlatzStationBundeslandSonnenscheindauerAnteil
1KonstanzBaden-Württemberg 300 Stunden138 Prozent
2Passau-FürstenzellBayern 300 Stunden139 Prozent
3WeihenstephanBayern 297 Stunden142 Prozent

Besonders sonnenscheinarme Orte im Juni 2026**

PlatzStationBundeslandSonnenscheindauerAnteil
1SchwarzburgThüringen 187 Stunden91 Prozent
2OberstdorfBayern 195 Stunden115 Prozent
3Garmisch-PartenkirchenBayern 201 Stunden118 Prozent

Oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990).

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatsmittelwertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

Die Sonnenscheindauer wird seit 08/2024 teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.

Hinweis: Einen ausführlichen Monatsrückblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse



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