20:09 MESZ | 21.09.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
27. Juni 2026 | M.Sc. Met.Fabian Chow

Hitze, Blitz und Donner!

Hitze, Blitz und Donner!

Datum 27.06.2026

Die Hitze ist allgegenwärtig und lässt uns seit Tagen schwitzen. Nun gesellen sich in der Nacht zum Sonntag teils schwere Gewitter im Nordwesten dazu.

Seit Tagen ächzt Deutschland unter der andauernden Hitze. Nahezu ungestörter Hochdruckeinfluss hat die Temperaturen kontinuierlich ansteigen lassen, sodass die Hitze jetzt zum Wochenende ihren Höhepunkt erreicht.

Aber schon gestern ist der Temperaturrekord gebrochen worden. Die endgültige Überprüfung steht noch aus, jedoch zeigte die Station Saarbrücken-Burbach eine Höchsttemperatur von 41,3 °C. Der vorherige höchste jemals vermeldete Rekord lag knapp darunter: Die Stationen Duisburg-Baerl und Tönisvorst hatten im Juli 2019 41,2 °C gemessen. Die Modelle haben für heute und Sonntag stellenweise 41 °C prognostiziert und kommen damit dem gerade eben erst erreichten Rekordwert ein weiteres Mal bestürzend nahe!


Temperaturaussichten für die nächsten Tage. (Quelle:DWD)


Also heißt es: Durchhalten! Es stehen uns zwar großflächig Tropennächte bevor, das heißt die nächtliche Temperatur sinkt nicht unter 20 °C. Am Montag sollen die Temperaturen jedoch größtenteils unter 30 Grad sinken. Leider steigt bis dahin die Feuchte und die Schwüle wird sich auch nicht ganz so angenehm anfühlen.

Doch nicht nur Hitze, sondern auch eine zunehmende Gewitter-/Unwettergefahr steht an. Schon heute Nachmittag haben sich einzelne, aber durchaus kräftige Gewitter gebildet. In der heißen Luftmasse steht den Gewittern viel Energie zur Verfügung und wenn es einmal anfängt, kann es ordentlich Krachen und wie aus Kübeln schütten. Potentiell schadensträchtigste Entwicklungen stehen in der heutigen Nacht zum Sonntag im Nordwesten an. Eine offizielle Vorabinformation ist schon herausgegeben. Es soll ein sogenanntes mesoskaliges konvektives System (MCS) von den Niederlanden in nordöstliche Richtung ziehen. Diese hoch organisierte Gewitterstruktur kann auch nachts lange bestehen. Ein ganzes Potpourri an Begleiterscheinungen geht damit einher. Schwere Sturmböen bis 100 km/h können beispielsweise Äste brechen lassen, lokal sind sogar Orkanböen nicht ausgeschlossen. Dazu besteht die Möglichkeit, dass Hagelkörner etwa auf die Größe eines Tischtennisballs anwachsen. Außerdem können kleinräumig auch über 40 l/m² Regen in einer oder wenigen Stunden herunterprasseln.

Was den Sonntag betrifft, so wird auch dieser nicht ruhig. Es geht relativ gemäßigt mit nur einzelnen Gewittern los, am Nachmittag sollen sich aber wieder kräftige Gewitter entwickeln. Dieses Mal steht der Westen im Fokus. Im Laufe der Nacht bis in die Frühstunden des Montags zieht dieser Komplex nach Nordosten. Unwettergefahr besteht dabei erneut, lokal ist mit dem in rauen Mengen anzapfbaren Wasserdampf und der verfügbaren Energie auch extremes Unwetter nicht ausgeschlossen.
Das Wetter hält also noch einiges für uns bereit. Hoffen wir, dass die Gewitter glimpflich verlaufen und die Abkühlung zur nächsten Woche Linderung bringt!



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

21.09. - Ruhiger Start in den Herbst

20.09. - Europawetter

19.09. - Westeuropa blockiert erneut

18.09. - Zwischen Spätsommer und Frühherbst

17.09. - Weltwetterorganisation: Der globale Wasserkreislauf gerät aus den Fugen

16.09. - Sonnenscheinreiches Jahr 2026 – Erste Zwischenbilanz

15.09. - Ungewöhnlich ruhiger tropischer Atlantik!

14.09. - Magdeburger Halbkugeln - Auf der Suche nach dem Nichts

13.09. - Geschichte der Meteorologie − Teil 17: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (c) und internationale meteorologische Konferenzen

12.09. - Wo endet die Atmosphäre, wo beginnt der Weltraum?

11.09. - Verifikation von Wettermodellen

10.09. - Stark- und Dauerregen von Mittelitalien bis nach Österreich

09.09. - Tschüss Hochsommer, hallo Spätsommer und Frühherbst

08.09. - Geschichte der Meteorologie – Teil 16: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (b)

07.09. - Geschichte der Meteorologie − Teil 15: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (a)

06.09. - "WeatherNext3" – Wie zuverlässig ist ein KI-Modell ohne explizite Physik?

05.09. - Kopfschmerzen durch Wetter

04.09. - Zwischen Sturm und Spätsommer

03.09. - Deutschlandwetter im Sommer 2026

02.09. - Deutschlandwetter im August 2026

01.09. - Der Einfluss großer Windparks auf Wetter und Niederschlag

31.08. - Wie wird eigentlich ... gemessen? - Temperatur

30.08. - Kommt die hochsommerliche Hitze zurück?

29.08. - Hurrikan KATRINA: Heute vor 21 Jahren

28.08. - Göttliche Zeichen am Himmel? – Historische Interpretationen von Halos

27.08. - Die atlantische Hurrikansaison 2026: Ein Update

26.08. - Marine Hitzewellen

25.08. - Steigende Gewitter- und Unwettergefahr in dieser Woche!

24.08. - SINFONY: Vom aktuellen Wetter zur nahtlosen Vorhersage der nächsten Stunden

23.08. - Mögliche Auswirkungen eines starken El-Niño auf Europa?