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20. MĂ€rz 2023 |

Die Entwicklung der Globalstrahlung

Die Entwicklung der Globalstrahlung

Datum 20.03.2023

Im Januar 2023 veröffentlichte der DWD einen Bericht zur Entwicklung der Globalstrahlung in Deutschland im Zeitraum von 1983 bis 2020. Es folgt eine kurze Zusammenfassung.

Die Globalstrahlung ist die auf der Erde empfangene solare Strahlung und gibt an, wie viel Energie der kurzwelligen Strahlung von der
Sonne auf der horizontalen ErdoberflĂ€che ankommt. Sie setzt sich zusammen aus der direkten Strahlung und der diffusen Strahlung. Die diffuse Strahlung ist die an LuftmolekĂŒlen, Aerosolen und Wolken gestreute solare Strahlung. Die direkte Strahlung hingegen legt den kĂŒrzesten Weg durch die AtmosphĂ€re zur ErdoberflĂ€che zurĂŒck, ohne gestreut zu werden. Die Energieausbeute der Globalstrahlung variiert rĂ€umlich und zeitlich. Letztere ist unter anderem abhĂ€ngig von der geografischen Breite, der Höhe ĂŒber dem Meeresspiegel, der Jahres- und Tageszeit, den Wetterbedingungen und den Luftbeimengungen.


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Im Januar 2023 veröffentlichte der DWD einen Bericht zur Entwicklung der Globalstrahlung in Deutschland im Zeitraum von 1983 bis 2020 (https://www.dwd.de/DE/leistungen/solarenergie/download_dekadenbericht.pdf?__blob=publicationFile&v=6).

Die Datenbasis fĂŒr diesen Bericht sind Monatssummen der deutschlandweiten Globalstrahlung. Diese basieren auf Satellitendaten, die mit Bodenmesswerten aus dem Strahlungsmessnetz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) verknĂŒpft werden. Die Auflösung betrĂ€gt 1 x 1 km. Die Daten liegen in der Einheit Kilowattstunde pro Quadratmeter (kWh/mÂČ) vor.

Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass die Jahressumme der Globalstrahlung in Deutschland seit 1983 bis 2020 gestiegen ist. Der Anstieg der Globalstrahlung ĂŒber den betrachteten Zeitraum kann verschiedene Ursachen haben. In diversen wissenschaftlichen Untersuchungen werden die Bewölkung und vom Menschen induzierte Aerosole in der AtmosphĂ€re als zwei wichtige Faktoren genannt.

Der beobachtete Effekt des so genannten Brightening kann neben der Verbesserung der LuftqualitĂ€t (u.a. Verringerung der Belastung durch Feinstaub und Stickstoffdioxid) durch eine VerĂ€nderung in der Bewölkung erklĂ€rt werden. Diese kann laut wissenschaftlicher Untersuchungen sowohl natĂŒrlichen Ursprungs sein und/oder durch den indirekten Effekt von anthropogenen Aerosolen auf die Wolkenbildung hervorgerufen werden.

Ein Anstieg der Globalstrahlung aufgrund erhöhter SonnenaktivitĂ€t lĂ€sst sich hingegen ausschließen. Die SonnenaktivitĂ€t unterliegt natĂŒrlichen 11-jĂ€hrigen Schwankungen. Durch die komplexen Wechselwirkungen zwischen AtmosphĂ€re, Ozean und Land ist es sehr schwierig, den exakten Einfluss der SonnenaktivitĂ€t auf das Klima zu bestimmen. Zudem beziehen sich die Schwankungen zum Großteil auf die ultraviolette Strahlung, welche bei der Messung der Globalstrahlung eine untergeordnete Rolle spielt.

Zusammenfassend lĂ€sst sich festhalten, dass der Anstieg der Globalstrahlung in Deutschland (wie auch differenziert in Europa) vermutlich durch das Zusammenspiel aus verbesserter LuftqualitĂ€t und verĂ€nderten Wolkenmustern erklĂ€rt werden kann. Dennoch ist damit der Brightening-Effekt noch nicht vollstĂ€ndig erklĂ€rt, da weltweit nur wenige hinreichend lange Datenreihen zur Globalstrahlung vorliegen. Besonders ĂŒber den Ozeanen und in Gebirgen ist das Datenaufkommen unzureichend.

Aus dem zitierten Bericht des DWD wurden lediglich AuszĂŒge verwendet, hier lohnt sich jedoch ein intensiveres Nachlesen.

In Bezug auf den Einfluss der variablen SonnenaktivitÀt auf die ErdatmosphÀre wird noch auf folgendes Tagesthema verwiesen - www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2019/10/26.html.

Dipl.-Met. Dr. Jens Bonewitz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.03.2023

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