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23. November 2025 | Dipl.-Met. Robert Hausen

Erste Glatteislage der Saison

Erste Glatteislage der Saison

Datum 23.11.2025

In den nächsten Stunden droht mit Übergreifen von Schnee- und Regenfällen nahezu landesweit Glättegefahr. Im Fokus ist dabei vor allem der Süden, wo es durch gefrierenden Regen spiegelglatt werden kann. Die Hintergründe im Folgenden...

Hach, so schön kann der Frühwinter sein, wenn zarte Sonnenaufgänge die frisch bereifte Landschaft preisgeben. Die Reifkristalle im Sonnenlicht glitzern. Sich in schattigen Nordlagen der Reif über mehrere Nächte in Folge zu immer bizarreren und gleichzeitig doch so filigranen Formen auswachsen kann. So traumhaft idyllisch und ruhig geht es aber leider in den kommenden Stunden nicht weiter, schade auch.

Unser Frühwinterhoch ZULEIKA verabschiedet sich nun langsam ostwärts und von Westen greifen bereits die Ausläufer des Tiefs ULF mit Zentrum über den Britischen Inseln auf uns über. Dieses führt schubweise mildere Meeresluft heran und wie so häufig geht so ein Luftmassenwechsel dann nicht komplett geräuschlos vonstatten. Im Sommer sind häufig kräftige Gewitter die Folge. Im Winter dagegen geht ein zaghaftes Geflöckel in einen immer dichter werdenden Flockenwirbel und schließlich in teils gefrierende Regenfälle über.


Satellitenbild und Drucksysteme vom Sonntag, den 23.11.2025 10 Uhr (Quelle:DWD)


So auch in den kommenden Stunden, wenn im Laufe des heutigen Sonntagnachmittags aus Westen erste Schnee- und Regenfälle übergreifen, die in der Nacht zum Montag auch den Osten und Süden des Landes erreichen. Während die Milderung im Westen am zügigsten voranschreitet und der Schnee rasch wieder wegtaut, muss östlich einer Linie Bremen-Frankfurt(M) zum montäglichen Berufsverkehr doch gebietsweise mit Einschränkungen durch die dünne Schneedecke von 1-3 cm, im Bergland und in Ostbayern teils über 5 cm gerechnet werden. Auch in den westlichen Mittelgebirgen dürfte oberhalb von rund 400 Metern noch etwas an Schnee übrig sein.


Prognostizierte Schneebedeckung vom ICON-D2 Modell für Montag, den 24.11.2025 um 08 Uhr (Quelle:DWD)


Besonders kritisch dürfte es aber vom Saarland und der Pfalz über Schwaben bis nach Niederbayern werden, wo die Niederschläge recht rasch in Regen übergehen. Dort hat sich die Luft in Höhen, aus denen der Niederschlag fällt, sehr schnell auf über 0 °C erwärmt und entsprechend kurz fällt voraussichtlich die Schneephase aus. Nun sind aber gerade im Süden die Böden als Folge der jüngsten Nächte ohne vorhandene Schneedecke stark ausgekühlt. Immerhin sank das Thermometer südlich einer Linie von Südbrandenburg über Thüringen bis ins Saarland in der vergangenen Nacht vielfach in den strengen Frostbereich unter -10 °C ab. Spitzenreiter waren Oberstdorf (BY) mit -18.5 °C, Deutschneudorf-Brüderwiese (SN) mit -17.2 °C sowie Oy-Mittelberg-Petersthal (BY) mit -15.7 °C - so man denn die Zugspitze mit -17,4 °C einmal ausklammert. Aber auch -12.6 °C am Münchener Flughafen und in Bamberg sowie -10.2 °C in Stuttgart-Echterdingen können sich durchaus sehen lassen. Damit sind wir zwar bei langen Stationsreihen weit von Temperaturrekorden entfernt und dennoch kann man guten Gewissens von einer außergewöhnlich kalten Novembernacht sprechen - mit eine der kältesten in den letzten 30 Jahren im Süden und Südosten des Landes. Die Frosteindringtiefe liegt flächendeckend bei 10-15 cm.


Prognostizierte Niederschlagsphase des ICON-D2 Modells für Sonntag, den 23.11.2025 18 Uhr, 00 Uhr und Montag, den 24.11.2025 06 Uhr (von oben nach unten) (Quelle:DWD)


Daher sollte beim morgendlichen Weg zur Arbeit durchaus etwas mehr Zeit und Geduld eingeplant werden - sei es nun aufgrund Schneematsches, Schnees, Glatteis oder einem Mix aus allem. Entlang von Rhein und Ems sollte das alles schon entspannt ablaufen, dort hat sich Milderung frühzeitig durchgesetzt. Montag tagsüber entspannt sich die Glättesituation landesweit halbwegs, aber bereits in der Nacht zum Dienstag sind in Süddeutschland neue Regen- und Schneefälle bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zu erwarten. In den übrigen Regionen bleibt es zwar oftmals trocken, dafür können selbst kurzzeitige Auflockerungen die Temperatur bodennah rasch wieder Richtung 0 °C-Grenze zurückkatapultieren, so dass Überfrieren von Nässe und Schneeresten gebietsweise ein Thema wird, voraussichtlich aber nicht mehr ganz so großflächig.

So richtig durchgreifend und nachhaltig ist die Milderung, die ULF mitbringt, also nicht. In den frühen Morgenstunden bleiben uns die Themen Frost und Glätte in der kommenden Woche erhalten. Für die Alpen und das Erzgebirge winkt gar eine ordentliche Portion Neuschnee.



© Deutscher Wetterdienst

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