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14. Mai 2026 | M.Sc.-Meteorologe Sebastian Schappert

Kühles "Aprilwetter" an den Eisheiligen

Kühles "Aprilwetter" an den Eisheiligen

Datum 14.05.2026

In der derzeit einfließenden Polarluft gestaltet sich das Wetter wechselhaft mit Schauern und Gewittern, in den Nächten muss mit leichtem Frost in Bodennähe gerechnet werden und in den Alpen fällt etwas Schnee. Die Eisheiligen machen ihrem Namen in diesem Jahr alle Ehre.

Tief "Doreen" liegt aktuell über dem Süden Norwegens. Mit einer meist nördlichen Strömung fließt dabei kühle Luft aus polaren Breiten zu uns, die auf ihrem Weg über das Meer Feuchtigkeit aufnehmen kann. Wird diese Luftmasse nun über Land von der Sonne im Tagesverlauf erwärmt, entsteht ein Temperaturgefälle zwischen der Luft am Boden und der deutlich kälteren Luft in höheren Atmosphärenschichten über Deutschland. Dabei spricht man unter Meteorologen von einer Labilisierung der Atmosphäre. Diese hat zur Folge, dass sich insbesondere tagsüber zahlreiche Schauer und Graupelgewitter ausbilden können. Zwischen den Schauern und Gewittern kommt aber immer wieder auch die Sonne zum Vorschein. Mit der einen oder anderen starken bis stürmischen Böe muss in Schauer- und Gewitternähe ebenfalls gerechnet werden.


Bodendruckverteilung in Europa: Tief "DOREEN" liegt über dem Süden Skandinaviens. An seiner Westflanke wird kühle Polarluft nach Deutschland geführt. (Quelle: DWD)


Da die Luft auch in höheren Luftschichten vergleichsweise kühl ausfällt, sinkt die Schneefallgrenze auf 1000 bis 1500 m ab, sodass die höchsten Mittelgebirgsgipfel, aber vor allem die Alpen etwas Neuschnee sehen. Insbesondere in höher gelegenen Staulagen des Allgäus und des Berchtesgadener Landes können bis Sonntag auch über 40 Zentimeter Schnee niedergehen. Für Outdoor-Fans ist in diesen Regionen also passende Kleidung mitunter lebensnotwendig.


Webcamfoto von der Wetterwarte Zugspitze vom 14. Mai 2026 um 06:20 Uhr. (Quelle: www.foto-webcam.eu)



Minimumtemperatur in 5 cm über dem Boden für die Nacht zum Freitag, den 15. Mai 2026. (Quelle: DWD)


Wenn die Schauer und Gewitter nachts dann etwas nachlassen (meist aber nicht ganz abklingen), kann die Bewölkung etwas auflockern. Dadurch kühlt die bodennahe Luft rasch aus, sodass gebietsweise leichter Frost in Bodennähe auftritt. Insbesondere in höher gelegenen Tallagen der Mittelgebirge sowie der Alpen ist auch leichter Luftfrost möglich. Für einige Pflanzen kann dies problematisch sein, da empfindliche Triebe und Blüten durch Frost geschädigt werden können.

Pünktlich zu den Gedenktagen der Eisheiligen Mamertus (11. Mai), Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und Sophia (15. Mai) stellt sich also bei uns durch den derzeitigen Kaltlufteinbruch eine kühle Witterung ein.

Das "Aprilwetter" betrifft am heutigen Vatertag, dem 14. Mai 2026 (Christi Himmelfahrt) in der Tat nahezu ganz Deutschland. Packen Sie also besser mal eine Regenjacke in den Bollerwagen. Am morgigen Freitag ist zumindest der östliche Teil der Norddeutschen Tiefebene meist trocken. Dort zeigt sich dann sogar längere Zeit wieder die Sonne.


Animation des Wetterradars in Deutschland von Donnerstag, dem 14. Mai zwischen 4 und 12 Uhr. (Quelle: DWD)


Am Wochenende kann sich die eingeflossene kühle Polarluft etwas erwärmen. Gleichzeitig lässt die Schauertätigkeit im Laufe des Wochenendes etwas nach und die Sonne zeigt sich wieder häufiger. Nur an den Alpen fällt bei dichter Bewölkung längere Zeit Regen, der ab etwa 1500 m in Schnee übergeht.

Zum Start in die neue Woche schwächt sich "Doreen" ab und ein Atlantiktief übernimmt die Wetterregie. Dadurch gelangt Deutschland in eine südwestliche Strömung, mit der zunehmend mildere Luftmassen zu uns gelangen. Entsprechend steigen die Höchstwerte im Laufe der nächsten Woche allmählich wieder an. Auch die Sonnenanteile nehmen etwas zu, wenngleich sich verbreitet sonniges Hochdruckwetter zunächst nicht abzeichnet. Am Montag sorgt ein Tiefausläufer in der Westhälfte für Schauer und Gewitter. Und auch in den Folgetagen bleibt es leicht wechselhaft - nur eben auf höherem Temperaturniveau.



© Deutscher Wetterdienst

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