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21. April 2026 | M.Sc. Met. Thore Hansen

Hoch ULI und die späten Nachtfröste

Hoch ULI und die späten Nachtfröste

Datum 21.04.2026

Mit einer nördlichen Strömung strömt kühle und trockene Luft nach Deutschland. In den kommenden Nächten sorgt diese Kombination vielerorts für leichte Nachtfröste.

Prominent "thront" Hoch ULI auf der Wetterkarte bei Island. Mit mehr als 1040 Hektopascal Kerndruck ist ULI nicht nur ein kräftiges, sondern auch ein umfangreiches Hoch. Sein Einfluss erstreckt sich über große Teile Europas. Auch das Wetter in Deutschland wird maßgeblich von ULI bestimmt.


Die Bodendruckkarte vom 21.04.2026 zeigt ein umfangreiches Hoch bei Island mit einem Kerndruck von über 1040 Hektopascal


In einem großen Bogen wird im Uhrzeigersinn Luft um das Hoch herum nach Mitteleuropa geführt. Mit einer nordöstlichen Strömung hat den Norden Deutschlands heute bereits trockene und kühle Luft polaren Ursprungs erreicht. Noch vor wenigen Tagen befand sich diese Luftmasse in der Nähe von Spitzbergen. Auf ihrem Weg nach Süden hat sie sich zwar etwas erwärmt, aber kaum Feuchtigkeit aufgenommen. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf die Bewölkung, sondern auch auf die Nachttemperaturen, aber dazu etwas später. Während also im Norden bei Temperaturen um 13 Grad die Sonne nahezu ungestört scheint, liegt im Süden noch eine feuchtere Luftmasse. Dichte Wolken und Schauer sind das Ergebnis.

In der Nacht zum Mittwoch setzt sich die kühl-trockene Luft auch im Süden durch. Die Wolken lösen sich auf und bei schwachem Wind sinkt die Temperatur deutschlandweit kräftig ab. Mittwochfrüh werden Tiefstwerte zwischen -3 und +5 Grad erwartet. Im Westen gibt es nur örtlich Frost, sonst liegen die Tiefstwerte gebietsweise unter dem Gefrierpunkt.

Leichte Fröste Ende April waren in der Vergangenheit keine Seltenheit, befinden wir uns doch immerhin noch drei Wochen vor den Eisheiligen. In Anbetracht der Erwärmung des hiesigen Klimas und des dadurch früheren Vegetationsbeginns hat sich auch die spätfrostrelevante Zeit nach vorne verschoben. Eine Grafik vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie zeigt mit Daten des Deutschen Wetterdienstes den über die Jahrzehnte nach vorn verschobenen Beginn der Apfelblüte. Zwischen dem Zeitraum 1961-1990 und 1997-2020 hat sich der Beginn vom 6. Mai auf den 25. April um 11 Tage nach vorne verschoben. Zuletzt gab es Jahre, die nochmals einen um rund 15 Tage früheren Blühbeginn zeigten. Besonders früh blühten die Apfelbäume in Hessen 2024 (8. April).


Im Zeitverlauf seit 1961 immer früherer Beginn der Apfelblüte in Hessen. Auch 2026 ist der Beginn etwas früher als im langjährigen Mittel. Quelle: HLNUG/DWD


Im Westen und Südwesten hat die Apfelblüte bereits begonnen, wenige Tage früher als im langjährigen Mittel. Damit wären diese Regionen besonders durch mögliche Auswirkungen von Spätfrösten der kommenden Tage gefährdet. Glücklicherweise sind gerade diese Regionen weniger von Frösten betroffen. In der Nacht zum Mittwoch gibt es vor allem im Norden, Osten, der Mitte und im Südosten gebietsweise leichte Fröste bis -3 Grad. In der Nacht zum Donnerstag ist dann vor allem Süddeutschland von gebietsweise leichten Frösten betroffen. Die tiefen Lagen des Südwestens bleiben allerdings verbreitet frostfrei. In den Folgenächten nimmt die Frostgefahr auch im Süden ab, in ungünstigen Lagen kann es dort aber weiterhin in den Frühstunden kurzzeitig unter null Grad gehen. Damit ist die Gefahr aber noch nicht gebannt. Für das kommende Wochenende ist ein erneuter Kaltluftvorstoß von Norden wahrscheinlich. Die Intensität der Kaltluft und die Frage, wie weit diese nach Süden vordringen kann, unterliegen aber noch größeren Unsicherheiten.


Die prognostizierten Minima zeigen für die kommenden Nächte gebietsweise Fröste, vor allem für die Nacht zum 22.04.2026.





© Deutscher Wetterdienst

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