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27. April 2026 | M.Sc.-Met. Oliver Reuter

Wettergötter und -propheten Teil 1: Wenn Petrus die Himmelspforte öffnet

Wettergötter und -propheten Teil 1: Wenn Petrus die Himmelspforte öffnet

Datum 27.04.2026

Es gibt einige bekannte Wettergötter und -propheten, denen man bestimmte Eigenschaften nachsagt. In diesem Zuge wird häufig auch Petrus genannt, obwohl er ja gar keine Gottheit oder ein Prophet im eigentlichen Sinne ist. Was er aber mit dem Wetter „zu tun hat“, soll im heutigen Thema des Tages näher beleuchtet werden.

„Petrus meint es aktuell sehr gut mit uns“ hört und hörte man in den vergangenen Tagen häufiger, wenn es um das sonnenscheinreiche, freundliche und milde Wetter geht, das von einer großen Beständigkeit geprägt ist. Dennoch kam dem Autor dieser Zeilen die Frage auf, was Petrus denn eigentlich mit dem Wetter zu tun hat, obwohl er ja gar kein Wettergott im eigentlichen Sinne, wie etwa Zeus, ist. Und daran schließt sich gleich die Frage an, wofür andere Wettergötter so verantwortlich sind, was den Auftakt zu einer neuen Serie beim Thema des Tages machen soll.

Heute soll es also erstmal um Petrus gehen, der vor allem im Christentum für das Wetter „zuständig“ sei.
Simon Petrus lebte bis etwa 65 n. Chr. und war ein Apostel und Jünger Jesu gewesen, der als einer der ersten in die Nachfolge Jesu berufen wurde und zugleich als ein „Sprecher“ der Jünger fungierte. Schon hieraus wird seine insgesamt erhobene Stellung deutlich, die darin gipfelt, dass er als der erste Bischof von Rom und damit als der erste Papst im römisch-katholischen Christentum gilt. Mit Wetter hat all dies auf den ersten Blick aber erstmal wenig zu tun.


Simon Petrus als der oberste Jünger Jesu wird im christlichen Sprachgebrauch häufig für das Wetter verantwortlich gemacht.


Daher muss zunächst auf die Tatsache geschaut werden, dass Petrus quasi als „Chef“ der Jünger galt und Chefs gemeinhin eine große Verantwortung haben. So wird Petrus auch als der Pförtner im Himmel angesehen, der damit für alles verantwortlich ist, was vom Himmel kommt und in den Himmel geht. Dies geht etwa aus dem Matthäus-Evangelium (16,19) hervor, in dem es heißt: "Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein." Neben der damit übertragenen Macht und Autorität hat sich möglicherweise auch deswegen im (christlichen) Sprachgebrauch die Redewendung etabliert, dass Petrus seine Pforten öffnet, wenn es etwa in Strömen regnet. Daraus entwickelte sich dann mit der Zeit die allgemeine Verantwortung von Simon Petrus für das Wetter, sodass auch im Christentum, wie übrigens in sämtlichen anderen Kulturen, eine Gottheit oder Instanz für das Wetter zuständig zeigen soll.

Zwar gibt es auch noch andere Erklärversuche, wieso für Christen ausgerechnet Petrus für das Wetter verantwortlich sei, doch diese sind nicht mehr so naheliegend wie das Bild des verantwortungsvollen Himmelspförtners. Beispielsweise wird in manchen Publikationen auch Petrus mit Moses gleichgesetzt, der zu seiner Zeit Wasser aus einem Felsen entspringen ließ oder das Rote Meer teilte, wobei hier der meteorologische Bezug eher fehlt.

Zum Abschluss seien noch die bekanntesten Bauernregeln vorgestellt, die auf Petrus‘ Verantwortung für das Wetter zurückgehen. Viele gründen dabei auf den 22. Februar, an dem Petri Stuhlfeier zelebriert wird.

So heißt es beispielsweise „Wenn’s friert auf Petri Stuhlfeier, frierts noch vierzehnmal heuer“ oder „Ist Petri Stuhlfeier kalt, hat der Winter noch vierzig Tage Gewalt“. Aber auch für gutes, warmes Wetter gibt es diesbezügliche Bauernregeln, wie „Nach der Kälte der Petersnacht, verliert bald der Winter seine Kraft“ oder „Wenn zu St. Petri die Bäche sind offen, wird später kein Eis mehr auf ihnen getroffen“.

Sie sehen, vieles beim Wetter wurde früher Petrus zugeschrieben und noch heute ist er im Sprachgebrauch fest verankert, so wie manch andere Wettergötter auch. Diese sollen in späteren Themen des Tages ebenfalls näher betrachtet werden.



© Deutscher Wetterdienst

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