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11. Mai 2026 | M.Sc. Meteorologe Nico Bauer

Turbulente und kühle Maitage

Turbulente und kühle Maitage

Datum 11.05.2026

Nach kräftigen Gewittern zum Wochenstart gelangen wir ab Dienstag verbreitet unter den Einflussbereich von Arktikluft. Dabei gibt es stellenweise sogar noch einmal Nachtfrost und einen Gruß von Frau Holle.

Tief DOREEN prägt derzeit das Wettergeschehen in Deutschland und sorgt für einen markanten Wetterumschwung. Bereits am gestrigen Sonntag entwickelten sich vor allem im Süden von Rheinland-Pfalz und im Saarland kräftige Gewitter mit teils unwetterartigem Starkregen. Besonders betroffen war die Region um Pirmasens: Dort registrierte die Wetterstation innerhalb einer Stunde 31 Liter Niederschlag pro Quadratmeter, binnen sechs Stunden summierten sich sogar knapp 48 Liter. Im weiteren Verlauf zogen die Gewitter unter allmählicher Abschwächung nordostwärts und gingen in der Nacht zunehmend in teils gewittrigen Starkregen über.


Vorhersagekarte für Montag, den 11.05.2026 um 12 UTC. Tief DOREEN befindet sich über dem Nordosten Deutschlands. Quelle: Deutscher Wetterdienst


Am heutigen Montag erstreckt sich die Kaltfront von Tief DOREEN quer über Deutschland und verlagert sich zunächst nur langsam ostwärts. Entlang eines Streifens von Nordrhein-Westfalen bis zur Ostsee treten länger anhaltende Niederschläge auf. Südöstlich davon bleibt die Luftmasse feucht und labil geschichtet, sodass sich im Tagesverlauf erneut kräftige Schauer und Gewitter entwickeln können. Dabei sind örtlich Starkregen sowie stürmische Böen möglich. Im weiteren Tagesverlauf kommt die Kaltfront auch südwärts voran und erreicht schließlich die Alpenregion. Im Vorfeld der Front frischt der Wind spürbar auf. Vor allem in Alpennähe können durch den sogenannten Leitplankeneffekt stürmische Böen auftreten.

Rückseitig der Front strömt deutlich kältere maritime Arktikluft nach Deutschland ein. Dadurch sinkt die Schneefallgrenze in der Nacht zum Dienstag deutlich ab. In den zentralen Mittelgebirgen liegt sie bis zum Morgen bei rund 600 Metern, in den Alpen fällt oberhalb von etwa 800 Metern Schnee. In den Mittelgebirgen dürfte aufgrund der bereits erwärmten Böden jedoch kaum etwas liegen bleiben. Dennoch sinken die Temperaturen in höher gelegenen Tallagen örtlich unter den Gefrierpunkt. Besonders in den südwestdeutschen sowie zentralen Mittelgebirgen ist am Dienstagmorgen vereinzelt Frost möglich.


Tiefsttemperaturen für Dienstagfrüh und Mittwochfrüh in Deutschland. Vor allem in den Mittelgebirgen im Süden gibt ist örtlich leichter Frost wahrscheinlich. Quelle: Deutscher Wetterdienst


Der Dienstag gestaltet sich insgesamt wechselhaft und erinnert vielerorts an typisches Aprilwetter. Besonders in den mittleren Landesteilen ziehen wiederholt Schauer durch, lokal begleitet von kurzen Gewittern. Die Temperaturen bleiben für die Jahreszeit ungewöhnlich niedrig und erreichen am Nachmittag meist nur 8 bis 14 Grad. Etwas milder könnte es lediglich entlang des Oberrheins werden.

In der Nacht zum Mittwoch lockert die Bewölkung vor allem im Süden zeitweise stärker auf. In der eingeflossenen Kaltluft sinken die Temperaturen bei schwachem Wind verbreitet auf Werte unter 5 Grad. In ungünstigen Lagen ist leichter Frost bis etwa -2 Grad möglich. Empfindliche Pflanzen sollten daher vorsorglich geschützt werden.


Abweichungen des Geopotentials für die 2. Maiwoche über Europa. Tiefes Geopotential sorgt für wechselhaftes Wetter in weiten Teilen von Zentral - und Westeuropa. Quelle: Europäisches Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage


Auch im weiteren Wochenverlauf bleibt die Wetterlage unbeständig und für Mitte Mai ungewöhnlich kühl. Verantwortlich dafür ist ein über Mitteleuropa liegender Höhentrog mit eingeflossener Kaltluft, der sich wiederholt regeneriert und damit weiterhin Schauer sowie zeitweise windiges Wetter verursacht. Nach dem überwiegend trockenen bis sehr trockenen April sind die Niederschläge vielerorts jedoch willkommen. In den Nordalpen fällt in höheren Lagen weiterhin Schnee, wodurch die dortigen Gletscher vor Beginn des Sommers nochmals etwas an Masse gewinnen können. Das spätwinterlich anmutende Wetter hat somit durchaus auch positive Seiten.



© Deutscher Wetterdienst

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