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30. November 2025 | Dipl.-Met. Marco Manitta

Milder Winterstart

Milder Winterstart

Datum 30.11.2025

Ein atlantischer Tiefdruckkomplex lenkt mildere Luft nach Deutschland. Winterliche Kälte bleibt vorerst die Ausnahme und beschränkt sich auf frostige Nächte.

Am heutigen Sonntag verabschieden wir uns vom Herbst; am Montag beginnt aus meteorologischer Sicht der Winter. Von einem klassischen Winterstart kann jedoch keine Rede sein. Denn Deutschland befindet sich in den kommenden Tagen an der Vorderseite eines Tiefdruckgebiets über dem Nordatlantik. Mit einer südlichen Strömung gelangt dadurch vielmehr mildere Luft ins Land. Der Dezember startet nun herbstlich statt winterlich.

Im Tagesverlauf überquert die Kaltfront des Tiefs ZENOBIO, das von der Nordsee nach Südschweden zieht, weite Teile Deutschlands. Sie bringt dichte Wolkenfelder und zeitweiligen Regen, der am Abend die östlichen Landesteile erreicht. Zuvor herrscht dort häufig neblig-trübes Wetter bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, sodass örtlich auch gefrierender Regen nicht ausgeschlossen ist. Am Abend lockert die Bewölkung von Nordwesten her wieder etwas auf. An der Nordseeküste, besonders in Nordfriesland, frischt der Wind teils stürmisch auf, im übrigen Land bleibt er hingegen weitgehend schwach.


Wetter- und Temperaturkarte, Sonntag 30.11.2025. Quelle: DWD


In der Nacht zum Montag und Montagfrüh muss man im Südwesten und in der Mitte aufpassen. Denn hinter der abziehenden Kaltfront kann die Bewölkung aufreißen, was regional zu leichtem Frost führt. Sind die Fahrbahnen noch nass oder feucht, besteht Glättegefahr. In Teilen der Südhälfte bildet sich zudem erneut dichter Nebel; die Sichtweiten dürften örtlich unter 150 Meter sinken.


Wetter- und Temperaturkarte, in der Nacht zum Montag 30.11./01.12.2025. Quelle: DWD


Zum Wochenbeginn gelangen wir schließlich auf die Vorderseite eines umfangreichen atlantischen Tiefdruckkomplexes und bleiben dort voraussichtlich für einige Zeit. Damit setzt sich die Zufuhr milder Luftmassen fort. Winterliche Elemente beschränken sich vorerst auf frostige Nächte, zumindest abseits des Westens und Nordwestens. Während diese Regionen immer wieder von Ausläufern atlantischer Tiefs gestreift werden, steht der Großteil Deutschlands unter dem Einfluss eines osteuropäischen Hochdruckgebiets.

Im Westen und Nordwesten präsentiert sich das Wetter daher in der neuen Woche leicht wechselhaft, mit anfangs stürmischen Bedingungen an der Nordsee. Die Temperaturen steigen dort auf sehr milde Werte bis zu 10 Grad. In den übrigen Regionen dominiert ein Mix aus Sonne und zähem Hochnebel, begleitet von Nachtfrösten und meist trockenem Wetter. Nur örtlich fällt etwas Sprühregen. Wie es ab Ende der Woche weitergeht und welches Wetter den Nikolaus erwartet, bleibt vorerst offen.



© Deutscher Wetterdienst

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