09:44 MESZ | 30.08.2025 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Facebook Twitter
21. Juli 2018 | Dipl.-Met. Thomas Ruppert

Der Juli

Der Juli

Datum 21.07.2018

...ist mit 31 Tagen der siebente Monat im Gregorianischen Kalender und in Europa, Nordamerika und dem größten Teil Asiens der wärmste Monat des Jahres. Seine Bedeutung für die Erträge der beginnenden Ernte widerspiegelt sich in zahlreichen Bauern- und Wetterregeln. Glaubt man der bekannten "Siebenschläferregel", dann behält der Sommer 2018 seien warmen bis heißen und trockenen Charakter.

Der Juli war im römischen Kalendarium ursprünglich der fünfte Monat und hieß bis zu seiner Umbenennung im Jahre 44 v. Chr. auch so, nämlich "Quintilis". Heutiger Namenspatron ist der römische Staatsmann Gaius Julius Caesar (13.VII. 100 v. Chr. bis 15.III. 44 v. Chr.), dem auch die Kalenderreform des Jahres 44 v. Chr. zu verdanken ist. Alte deutscher Namen für den Juli lauten "Heuert" oder "Heumond", da im Juli die erste Heumahd eingebracht wird, aber auch "Bären- oder Honigmonat" waren bei unseren Altvorderen gebräuchlich.


Zum Vergrößern bitte klicken
Zum Vergrößern bitte klicken


Den nächtlichen Himmel dominiert das "Sommerdreieck", bestehend aus den hellen Sternen Atair, Deneb und Wega in den Sternbildern Adler, Schwan bzw. Leier. Das "Sommer-Dreieck" ist allerdings kein Sternbild, sondern ein so genannter Asterismus. Damit bezeichnet man eine Sternkonstellation, die kein "offizielles", also von der Internationalen Astronomischen Union anerkanntes Sternbild ist. Die Tage werden im Juli bereits wieder deutlich kürzer, beispielsweise sinkt die lichte Tageslänge auf 50° nördlicher Breite, das entspricht etwa der Lage von Frankfurt am Main oder Prag, im Verlaufe des Monats um etwa eine Stunde von knapp 16 h 20 min auf gut 15 h 18 min. Weiter unten finden Sternfreunde eine von der Franckh-Kosmos Verlags-GmbH und Co. KG, Stuttgart, publizierte Darstellung des Firmaments spätabends im Juli 2018. (Wenn man im Freien senkrecht empor blickt, schaut man zum Zenit und wenn man sich in Meridianrichtung nach Süden orientiert, hat man linker Hand die östlichen und rechts von sich die westlichen Himmelsrichtungen.)

In Mitteleuropa ist der Juli im klimatologischen Mittel der wärmste Monat des Jahres. Trotzdem gilt er bei uns gemeinhin als unbeständig, denn der Nordatlantik ist noch relativ kühl und wenn Meeresluftmassen unser Wetter beherrschen, kann der Sommer buchstäblich ins Wasser fallen. Andererseits können lang andauernde, hochdruckbeeinflusste Wetterlagen dem Juli einen subtropischen Charakter verleihen. Dies scheint auch 2018 der Fall zu sein, denn die in diesem Frühjahr/Sommer bereits häufig aufgetretenen Großwetterlagen mit hohem Luftdruck oder aber geringen Luftdruckgegensätzen sowie dominierenden Warmluftmassen setzen sich wahrscheinlich bis zum Monatsende fort und in der zweiten Hälfte der nächsten Woche deutet sich sogar eine "Hitzewelle" an.

Auch der Juli kennt meteorologische Witterungsregelfälle (Singularitäten), etwa den "Siebenschläfer", auf dem eine bekannte Bauern- oder Wetterregel beruht: etwa "...das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag". Siebenschläfer ist zwar formal am 27. Juni, jedoch muss man bedenken, dass sich die Kalendertage vor der Gregorianischen Reform im Jahre 1582 im jahreszeitlichen Verlauf stetig verschoben hatten, so dass der Siebenschläfertag heute einem späteren Datum entspricht, und zwar etwa dem 7./8. Juli. Wie auch immer, im süddeutschen Raum bestimmte in 60 bis 70 % aller Fälle der Ende Juni/Anfang Juli herrschende Wettercharakter auch die Witterung des folgenden Sommers, für Norddeutschland hingegen ließ sich kein derartiger statistischer Zusammenhang feststellen. Am 7. Und am 8. Juli war es in Mitteleuropa größtenteils sonnig und trocken bei durchschnittlichen Temperaturen um 25 °C innerhalb des Stationsnetzes des Deutschen Wetterdienstes. Glaubt man also der Siebenschläferregel, dann steht uns eine trockene und warme zweite Sommerhälfte bevor.



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

29.08. - Eine Reise in die Great Plains

28.08. - Tropisch oder nicht, das ist hier die Frage! - Teil 2

27.08. - Erst sommerlich, dann regnerisch

26.08. - Tropisch oder nicht, das ist hier die Frage! - Teil 1

25.08. - Der Landgang eines Tropensturms

24.08. - Ein letztes Aufbäumen des Hochsommers

23.08. - Hoch "Mareike" sorgt für ruhiges Wetter

22.08. - Die Gänseblümchenwelt - Teil 2

21.08. - Der Gänseblümchenplanet - Teil 1

20.08. - Akklimatisierung - der Schlüssel beim Höhenbergsteigen

19.08. - Das Ende der Hundstage

18.08. - Hurrikan ERIN und dessen Einfluss auf das Wettergeschehen in Europa

17.08. - Hurrikan ERIN wirbelt über dem Atlantik

16.08. - Auswirkungen eines Blitzeinschlags in ein Fahrzeug

15.08. - Markanter Luftmassenwechsel beendet die Hitzewelle

14.08. - Von Schwämmen und Städten

13.08. - Sommerlich, heiß, sehr heiß? - "Kenntage" des Sommers 2025

12.08. - Perseiden 2025 – Sternschnuppen am Firmament

11.08. - Wolkenimpfung zur Hagelabwehr - Methode und Nutzen

10.08. - TEAMx: Groß angelegtes Forschungsprojekt in den Alpen

09.08. - Der Sommer mit Hindernissen nimmt zur neuen Woche richtig Fahrt auf!

08.08. - Die atlantische Hurrikansaison 2025: Prognosen und Ist-Zustand

07.08. - Von Blitzen und Megablitzen

06.08. - Tornados - Faszinierende Naturgewalt mit zerstörerischer Kraft

05.08. - Nach NING kommt INES und bringt den Sommer zurück

04.08. - Das Jahr ohne Sommer

03.08. - Extremes Wetter in Teilen Europas

02.08. - Deutschlandwetter im Juli 2025

01.08. - Regen ohne Ende? – FLORIS bringt die Wende

31.07. - Hundstage? Dieses Jahr nur "kalter Hund"