21. April 2011 |
Das Meteogramm
Ein Meteogramm ist eine graphische Darstellung des Verlaufs
bestimmter Wetterelemente an irgendeinem ausgewählten Ort auf
der Erde.
Dabei findet man auf der waagrechten, der x-Achse, die Zeit,
wobei man in Mitteleuropa diesen Angaben während der Sommerzeit
zwei Stunden zuschlagen muss. 12 Uhr im Meteogramm ist also 14
Uhr auf unseren Uhren.
Auf der senkrechten, der y-Achse, finden wir die Wetterelemente.
Wer sich nun für das Thema weiter interessiert, sollte zum
Archiv in der rechten Spalte unserer Homepage wechseln, um die
zugehörige Abbildung zu sehen.
In unserem Beispiel sind die Zeitabstände der x-Achse in
dreistündigem Abstand dargestellt. Das Meteogramm beginnt am
heutigen Donnerstag um 0 UTC = 2 Uhr und endet am Mittwoch nach
Ostern um 24 UTC = Donnerstag 2 Uhr.
Es gilt für den Westhang des Schwarzwaldes bei Freiburg..
Die eingezeichneten Wetterelemente auf der Y-Achse sind frei
wählbar, dort finden sich von oben nach unten folgende
Wetterelemente:
Ganz oben finden wir den Wind.
Er wird dargestellt mit Windpfeilen. Der Wind weht den
Windpfeil entlang in Richtung der Pfeilspitze. Die Anzahl der
Fähnchen gibt die Windgeschwindigkeit in Knoten an. Dabei
bedeutet ein langer Strich 10, ein kurzer 5 Knoten (1 kn =1,852
km/h). Die Farbe des Windpfeils hängt von der
Windgeschwindigkeit ab.
Der Wind wird für verschiedene Höhen dargestellt. Dabei hat nur
die unterste Höhe die Einheit Meter, da es sich um den
vorhergesagten Mittelwind am Windmast in 10 Metern Höhe
handelt. Alle anderen Höhen sind in der Druckeinheit
Hektopascal dargestellt, die sich in etwa so übertragen lassen:
950 hPa ca 500 m NN
850 hPa ca 1500m NN
700 hPa ca 3000m NN
500 hPa ca 5500m NN
300 hPa ca 9000m NN.
Der stärkste Wind weht am Freitag in 300 hPa mit 35 Knoten.
Darunter werden die Windböen in 10m Höhe angegeben.
Das Böenmaximum wird für Dienstag mit 26,4 kn vorhergesagt.
Ein weiteres Stockwerk tiefer werden die Temperaturen in 2
Metern, 850 und 500 hPa eingetragen.
In 2 Metern Höhe wird das Maximum am Freitag mit 21,1°C
erwartet, in 850 hPa am Freitag mit 12,6°C.
Darunter finden wird den Bedeckungsgrad im hohen (CH),
mittleren (CM) und tiefen Niveau (CL).
Wir Meteorologen denken in Achteln und füllen die Kreise
entsprechend aus.
Ein leerer Kreis bedeutet 0 Achtel, also wolkenloser Himmel;
ein gefüllter Kreis
Bedeutet 8 Achtel, also ein vollständig bedeckter Himmel.
(Anmerkung: Bei vollständig bedecktem Himmel im
Schleierwolkenniveau (CL) sieht man normalerweise die Sonne).
Am Freitag ist es nahezu wolkenlos, am Sonntag und Montag zeigt
sich der Himmel weitgehend bedeckt.
Als nächstes folgen Symbole für die Wetterereignisse (SIGWX).
Blitze stehen für Gewitter, Dreiecke für Schauer, Punkte für
Regen, Sterne für Schnee und waagrechte gelbe Striche für Nebel.
Wir finden alle Symbole am Montag und Dienstag.
In der nächsten Zeile wird die Niederschlagsmenge angegeben,
die innerhalb 6 Stunden fallen soll, also z.B. 6,6 mm am
Mittwoch zwischen 9 und 15 Uhr.
Schliesslich folgt last, but not least der Luftdruck.
Wir sehen zunächst fallenden Luftdruck, der ab Samstag wieder
steigt und ab Montag wieder sinkt. (Die Druckwerte bieten
allerdings noch keine Information, ob die Station innerhalb
eines Hoch- oder Tiefdruckgebietes liegt.)
Man kann das Meteogramm bis auf 2 Minuten genau auflösen und
hat damit eine genaue Wettervorhersage für viele Orte auf der
Welt.
Warum trotzdem noch Menschen für die Vorhersage gebraucht
werden, erfahren Sie im Teil 2, der voraussichtlich morgen
erscheinen wird.
Dipl.-Met. Christoph Hartmann
Deutscher Wetterdienst
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