17:52 MESZ | 09.08.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
11. Dezember 2012 |

Regnerische Riviera

Gemeint ist hier die wegen ihrer langen Sandstrände berühmte
Türkische Riviera mit kontinental geprägtem, mediterranem Klima. Im
Sommer liegt die Region meist unter beständigem Hochdruckeinfluss und
es ist trocken und heiß bei mittleren Tageshöchsttemperaturen von
über 30 °C in den Monaten Juni, Juli und August. Im Winter macht sich
die Westwindzone mit ihren Tiefausläufern bemerkbar. Dann herrscht
bei milden Temperaturen sozusagen "Regenzeit". Beispielweise
erbringen an der Station Antalya (36°53'N, 030°42'E, 40 m NN) die
Monate von November bis Februar den Löwenanteil von knapp 80 % des
mittleren Jahresniederschlages von 1057 L/m² (= mm).

Der auch unser Winterwetter verursachende, sich in der mittleren bis
höheren Atmosphäre vom Nordmeer bis in den Mittelmeerraum
erstreckende riesige Tiefdrucktrog induzierte in den vergangenen
Tagen zwischen Adria und Levanteküsten immer wieder Tiefdruckgebiete,
die sich über dem noch warmen Meer (ca. 20 °C Oberflächentemperatur)
mit feuchter Luft anreichern und, z.T. mit Blitz und Donner, wieder
abregnen konnten. So regnete es innerhalb von vierundzwanzig Stunden
bis gestern früh 06:00 UTC am Flughafen von Antalya 254 mm, entlang
der Küste weiter westlich in Mugla (37°13'N, 028°24'E, 646 m NN) 108
mm und verbreitet 30 bis 60 mm. Im gleichen Zeitraum bis heute früh
06:00 UTC fielen im Küstenstreifen zwischen Antalya und Adana erneut
30 bis 60 mm Niederschlag.

Eine Karte der Niederschlagsmengen [mm/24 h] vom 10.12.2012, 06:00
UTC, ergänzt mit den Isobaren des Bodendruckfeldes und unterlegt mit
einem infraroten Satellitenbild (Kanal bei 10,8 µm im
"atmosphärischen Fenster") finden Sie nebenstehend:

Zum Vergrößern bitte klicken

Deutlich sieht man die hoch reichende
Quellbewölkung im Bereich des östlichen Mittelmeeres.


Dipl.-Met. Thomas Ruppert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.12.2012

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

09.08. - Geschichte der Meteorologie − Teil 14: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 in Europa (b)

08.08. - Geschichte der Meteorologie − Teil 13: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 in Europa (a)

07.08. - Starke Bodentrockenheit

06.08. - Schweißtreibender QUIRIAKUS

05.08. - Noch ganz stabil? Atmosphärische Instabilitäten, Turbulenz und Klimawandel

04.08. - Wetter, Waldbrand, Wasserdurst

03.08. - Aktuelle Schwierigkeiten bei der Gewittervorhersage

02.08. - Deutschlandwetter im Juli 2026

01.08. - Geschichte der Meteorologie − Teil 12: Meteorologie um 1800 und zu Beginn des 19. Jahrhunderts

31.07. - Zwischenbilanz der Tornadosaison 2026

30.07. - Was ist eine Fallböe?

29.07. - Erst große Hitze, dann schwere Gewitter?

28.07. - Vegetationsbrände, Wetterextreme und globale Erwärmung

27.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 11: Meteorologie Ende des 18. Jahrhunderts (b) und um 1800

26.07. - Tag der Seenotrettung

25.07. - Gebietsweise anhaltende Trockenheit und neue Hitze

24.07. - Von Hunden und Erfrischungen

23.07. - Kühle Meeresbrise oder die „Land-Seewind-Zirkulation“

22.07. - Nordströmung hält die Hitze auf Abstand

21.07. - Zwischen Physik und Künstlicher Intelligenz – Wie KI die Wettervorhersage verändert

20.07. - Spanien - Olé

19.07. - Deutliches Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur

18.07. - Von Trockenheit und rekordniedrigen Wasserständen

17.07. - Warum ziehen die Gewitter immer an mir vorbei?

16.07. - Kleines Höhentief, große Wirkung – eine Gewitternachlese

15.07. - Vom Scheren und schweren Gewittern

14.07. - Vom Höhenei bis hin zu schweren Gewittern

13.07. - Wie lange hält die hochsommerliche Hitze an?

12.07. - Geschichte der Meteorologie – Teil 10: Meteorologie Ende des 18. Jahrhunderts (a)

11.07. - Supertaifun BAVI