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11. April 2025 | M.Sc. (Meteorologin) Tanja Egerer

Der Wind, der Wind, …

Der Wind, der Wind, …

Datum 11.04.2025

Am morgigen Samstag wird in den USA der "Jahrestag des starken Windes" begangen. Welche Rekorde konnten hierbei in der Vergangenheit gebrochen werden? Und wie sieht es nicht nur hinsichtlich des Windes, sondern beim Wetter ganz allgemein an diesem Wochenende aus? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das heutige Thema des Tages.

Am morgigen Samstag, den 12. April, wird in den USA der "Jahrestag des starken Windes" begangen. Seit wann dieser Aktionstag begangen wird und wer diesen ins Leben rief, ist leider nicht bekannt. Bekannt ist hingegen, dass anlässlich des 50. Jahrestags im Jahr 1984 eine Zeremonie im Observatorium des Mount Washington abgehalten wurde.

Vor 91 Jahren, also am 12. April 1934, wurde auf dem Mount Washington (New Hampshire) mit 372 Kilometern pro Stunde die bis dato stärkste mit einem Anemometer gemessene Windböe verzeichnet. Erst am 10. April 1996, also fast auf den Tag genau 62 Jahre später, konnte dieser Wert überboten werden. Während des tropischen Zyklons "Olivia" wurden auf der westaustralischen Insel Barrow Island 408 Kilometer pro Stunde gemessen.

Die höchste in Deutschland und in Europa gemessene Windgeschwindigkeit beträgt 335 Kilometer pro Stunde und wurde am 12. Juni 1985 auf der Zugspitze verzeichnet.

Die höchste, jemals aufgezeichnete Windgeschwindigkeit wurde durch ein Dopplerradar bei einem Tornado in der Nähe von Oklahoma City am 03. Mai 1999 registriert. Der Wert beträgt hierbei 496 Kilometer pro Stunde, wobei der Unsicherheitsbereich durch die indirekte Messmethode bei plusminus 33 Kilometer pro Stunde liegt.

In der freien Atmosphäre sind die Windgeschwindigkeiten naturgemäß höher als an der Erdoberfläche, da dort Reibungseffekte keine Rolle spielen. So wurden 1970 bei Messungen in Jetstreams über Japan 650 Kilometer pro Stunde geschätzt.

Hierzulande war es in den letzten Tagen jedenfalls alles andere als windig. Gelegentlich frischte der Wind hier und da zwar etwas auf, die Warnschwelle von 50 Kilometern pro Stunde wurde regional aber nicht häufig genug erreicht, sodass eine Warnung nötig gewesen wäre. Erst zum gestrigen Donnerstagabend war dann im Ostseeumfeld eine Warnung notwendig.


Bodenanalysekarte mit Namen der Druckgebilde am Freitag, den 11.04.2025, 00 UTC; der orangefarbene Pfeil markiert die nordwestliche Strömung im Nordosten Deutschlands


Am heutigen Freitag wird mit stark böigem West- bis Nordwestwind feuchte und kühle Luft inklusive vieler Wolken in den Nordosten Deutschlands gelenkt. Den ein oder anderen Tropfen kann es ebenfalls geben. Dazu sind Höchsttemperaturen von 11 bis 15 Grad zu erwarten.

Anders sieht es hingegen im Süden und Westen des Landes aus. Hoch OLIVIA (nicht zu verwechseln mit dem tropischen Zyklon von vor 29 Jahren) wartet dort auch am heutigen Freitag mit viel Sonnenschein auf. Dazu klettern die Temperaturen auf Werte von 17 bis 20 Grad, im Südwesten auch auf Werte knapp darüber. Bei windschwachen Verhältnissen lässt sich das Wochenende somit gebührend einläuten.


Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am Freitag, den 11.04.2025


In der Nacht zum Samstag ist im Nordosten und Osten bei weiterhin vielen Wolken kaum noch Regen zu erwarten, zudem lässt der Wind deutlich nach. In den übrigen Landesteilen ist es oft gering bewölkt oder klar. Die Temperaturen gehen zurück auf Werte zwischen 8 und 1 Grad, nur im Südwesten kann es örtlich leichten Frost geben.

Am morgigen Samstag werden in großen Teilen des Landes bei viel Sonnenschein Höchsttemperaturen von 19 bis 24 Grad erreicht. Entlang des Rheins kann es hier und da auch für einen Sommertag mit einer Höchsttemperatur von 25 Grad reichen. Im Nordosten ziehen anfangs noch viele Wolken über den Himmel. Zum Nachmittag kommt aber auch dort die Sonne zum Vorschein. Die Luft erwärmt sich dabei auf Werte zwischen 14 und 19 Grad.


Wettervorhersage sowie Vorhersage der Tageshöchsttemperaturen in Deutschland am Samstag, den 12.04.2025


Am Nachmittag zieht von Südwesten allmählich Bewölkung auf und der Südostwind frischt etwas auf. Die Bewölkung weitet sich im Laufe der Nacht zum Sonntag nordostwärts bis zur Elbe aus. Nachfolgend kommt in der Westhälfte Regen auf.

Am Sonntag präsentiert sich das Wetter dann meist von seiner unbeständigeren Seite als noch an den Vortagen. Bei wechselnder bis starker Bewölkung zieht im Norden ein Regengebiet durch, sonst treten Schauer und einzelne Gewitter. Vor allem im Osten gibt es hingegen längere sonnige Abschnitte und es bleibt noch niederschlagsfrei. Die Temperaturen steigen auf Werte zwischen 17 und 24 Grad mit den höchsten Werten im Osten. Dazu weht ein mäßiger, teils auch frischer und im Westen zeitweise stark böiger Südwestwind.

Der Start in die neue Woche gestaltet sich dann wechselhaft bei zeitweiligen Niederschlägen. Bei Höchsttemperaturen meist zwischen 15 und 20 Grad bleibt es aber mild.



© Deutscher Wetterdienst

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