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11. Juli 2018 |

Taifun trifft auf China

Taifun trifft auf China

Datum 11.07.2018

MARIA heißt der Tropische Wirbelsturm, der in den letzten Tagen über den Nordwestpazifik und das Ostchinesische Meer hinweggezogen ist. Die Auswirkungen des Taifuns bekamen die südlichen Inseln Japans und auch Teile Taiwans zu spüren. Nun hat MARIA China erreicht.

Es ist gerade mal eine Woche her, seit der Taifun PRAPIROON im Süden Japans und in Teilen Koreas mit hohen Windgeschwindigkeiten und enormen Regenmengen für große Verwüstungen sorgte. Nun ist mit MARIA bereits der nächste Taifun über das Ostchinesische Meer hinweggezogen und bedroht derzeit den Osten Chinas.



Ihren Ursprung hatte MARIA am 2. Juli als Tropisches Tief südöstlich der Insel Guam im westpazifischen Ozean. Zu diesem Zeitpunkt wies das Tief etwa einen Kerndruck von 1004 hPa auf. Rasch entwickelte es sich zu einem Tropensturm und zog als solcher über die Insel Guam hinweg. Von dort setzte MARIA ihren Kurs nordwestwärts über den Westpazifik fort und wurde bereits am 5. Juli bei einem Kerndruck von 940 hPa und Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h zu einem Taifun heraufgestuft. Den Höhepunkt seiner Entwicklung erreichte der Wirbelsturm am 8. Juli über dem offenen Ozean als Taifun der höchsten Kategorie 5 mit Windgeschwindigkeiten bis zu 280 km/h bei einem Kerndruck von 915 hPa. Ab Windgeschwindigkeiten von 240 km/h werden Taifune vom Joint Typhoon Warning Center (JTWC) als Super-Taifun bezeichnet. Das JTWC mit Hauptsitz auf Hawaii hat die Aufgabe, Warnungen vor tropischen Wirbelstürmen für den westlichen und südlichen Pazifik sowie den Indischen Ozean herauszugeben.

Am gestrigen Dienstag traf MARIA unter leichter Abschwächung als Taifun der Kategorie 3 zunächst auf die zu Japan gehörende Ryukyu-Inselkette und zog dort mit seinem Auge über die Insel Miyakojima hinweg. Im Bereich des Taifuns wurden Böen bis 163 km/h registriert. Nachfolgend erreichte MARIA in der Nacht zum Mittwoch bei weiter abnehmender Intensität mit ihren Ausläufern den Nordteil Taiwans. Laut örtlichem Wetterdienst brachte MARIA neben schweren Sturmböen auch heftigen Regen. So fielen auf der Insel Peng-Chia Yu nördlich von Taiwan 174 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 12 Stunden, in Taipeh waren es immerhin noch 92 Liter pro Quadratmeter, wobei der Regen derzeit immer noch anhält.

Am heutigen Mittwochmorgen (Ortszeit) traf MARIA schließlich als Taifun der Kategorie 2 südlich der Metropole Shanghai auf das chinesische Festland. Am stärksten betroffen sind aktuell die Provinzen Fujian, Zhejiang und Jiangxi. Dort meldeten die Städte Fuzhou und Fuding Orkanböen. Hinzu kommt weiterhin kräftiger Regen. In den küstennahen Regionen fielen bis zum frühen Mittwochnachmittag allein innerhalb von sechs Stunden bereits um 60 Liter pro Quadratmeter.

In den nächsten Stunden wird sich der Tropische Wirbelsturm auf seinem weiteren Weg in Richtung Zentralchina zwar deutlich abschwächen, mit starken Regenfällen (gebietsweise um 100 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden) muss aber weiterhin gerechnet werden.

Während die diesjährige Wirbelsturmsaison im Westpazifik schon einige Taifune hervorgerufen hat, steht sie auf dem Westatlantik noch am Anfang. Dort erreichte am Dienstagnachmittag (Ortszeit) der Tropische Sturm CHRIS Hurrikanstärke und ist somit der zweite Hurrikan der Saison. Der erste offizielle Hurrikan mit dem Namen BERYL hatte sich Ende der vergangenen Woche weit östlich der Kleinen Antillen gebildet. Er war nur sehr kurzlebig und ist in den letzten Tagen als Tropisches Tief nordwestwärts über Puerto Rico und Teile Hispaniolas hinweggezogen. Allerdings könnte er sich laut aktuellen Vorhersagen im Laufe der Woche im Bereich der Bahamas erneut zu einem Hurrikan verstärken.

CHRIS befindet sich derzeit vor der Küste North Carolinas und hat bereits die Kategorie 2 erreicht. Nach jetzigem Stand wird er einen Kurs Richtung Nordosten entlang der US-Küste einschlagen, sodass die Gefahr eines sogenannten Landfalls nach jetzigem Stand nicht besteht. Am 13. Juli erreicht CHRIS voraussichtlich das Seegebiet östlich von Neufundland, wo er schließlich in die Nordatlantische Westwinddrift aufgenommen und als außertropisches Tief ostwärts Richtung Europa geführt wird. Ob und in welcher Form er dann Einfluss auf das Wettergeschehen in Europa hat, ist aber derzeit noch nicht exakt vorhersagbar.

Dipl.-Met. Johanna Anger

Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 11.07.2018

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