22. Januar 2014 |
Regenzeit im Outback
Da es in den Tropen keine thermischen, d.h. durch Temperaturunterschiede definierbaren Jahreszeiten gibt, muss eine saisonale Differenzierung anhand der Niederschlagsverhältnisse erfolgen.
Diese werden im Wesentlichen durch den Verlauf der sog. Innertropischen Konvergenzzone (ITCZ), einem im Laufe des Jahres den Sonnenhöchstständen folgenden, durch Konvektion verursachten, weltumspannenden Tiefdruckgürtel und die damit verbundenen Zenitalregenfälle dominiert.
Die Gebiete der inneren Tropen, das ist die Zone um den Äquator bis
ca. 10° nördlicher und südlicher Breite, werden innerhalb eines
Jahres entsprechend dem Sonnenlauf von der ITC zweimal überquert.
Somit weisen sie zwei deutlich ausgeprägte klimatische
Niederschlagsmaxima auf. In den Randtropen, mit wachsender
geographischer Breite und Annäherung an die Wendekreise, verringert
sich der Zeitraum zwischen den ITC-Passagen immer mehr und das
doppelte Niederschlagsmaximum geht schließlich in ein einfaches, im
Sommer der jeweiligen Hemisphäre gelegenes Maximum über.
Zu den Randtropen, auch äußere oder wechselfeuchte Tropen genannt,
zählen die nördlichen Teile Australiens. Dort wird die Regenzeit "The
Wet" genannt, doch auch die Bezeichnung "Monsun" ist durchaus üblich.
Sie dauert etwa von Dezember bis April und ist durch heftige Gewitter
und sintflutartige Regenfälle charakterisiert. Januar und Februar
sind die regenreichsten Monate - in diesen Tagen ist also Hochsaison
bei schwülen 27 bis 35 °C.
Beispielsweise wurden innerhalb von 24 Stunden bis gestern 23:00 Uhr
UTC auf Coconut Island (vor Cape York, 09°48'S, 143°06'E, 3 m
Seehöhe) 85 L/m² (= mm) registriert, im gleichen Zeitraum bis heute
01:00 UTC waren es in West Roebuck (Nordküste des Bundesstaates
Westaustralien, 17°53'S, 122°19'E, 32 m Seehöhe) 135 mm und in Broome
(ebenda, 17°56'S, 122°14'E, 17 m Seehöhe) sogar 170 mm.
Der größte Teil des Bundesstaates Westaustralien zählt zwar zu den
Subtropen, wird jedoch im Südsommer durch das ausgedehnte "Hitzetief"
der ITCZ beeinflusst. Im Landesinneren herrscht "semiarides" Klima,
d.h. im Jahresdurchschnitt übertrifft der Betrag der Verdunstung die
Niederschlagsmenge, nur während der Sommermonate kehren regional
begrenzte, bisweilen extreme Regenfälle die Verhältnisse um.
Seit ein paar Tagen tummelt sich eine tropische Zyklone über
Westaustralien und besorgt auch dem "Outback" kräftige Regengüsse mit
mindestens zweistelligen Tagessummen. Eine Karte der
vierundzwanzigstündigen Niederschlagsmengen [mm] vom 22.01.2014,
01:00 UTC, unterlegt mit einem Satellitenbild im infraroten
Spektralbereich (Kanal bei 10.8 µm im "atmosphärischen Fenster"),
finden Sie nebenstehend.
Dipl.-Met. Thomas Ruppert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.01.2014
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
© Deutscher Wetterdienst
Bild: DWD
Themenarchiv:
23.01. - Schweres Unwetter auf Sizilien – trotz großer Schäden keine Todesopfer
22.01. - Schneemassen im fernen Osten Russlands
21.01. - Inversionen soweit das Auge reicht
20.01. - Eisnebelhalos - ein himmlisches Phänomen auf Erden
19.01. - Sturmtief „Harry“ und seine Auswirkungen im Mittelmeerraum
18.01. - Eine abwechslungsreiche Fahrt durch Deutschland
17.01. - Sonne rauf, Temperaturen runter, Niederschlag Fehlanzeige
16.01. - Jahresvorausschau 2025 - Ein Rückblick
15.01. - Sicher auf dem Eis?!
14.01. - Mildes Zwischenspiel ohne Winterrückkehr
13.01. - Rückblick und Warnmanagement
12.01. - Wie geht es weiter mit dem Glatteis?
11.01. - Überregionale Glatteislage - Winterabschied mit der Brechstange
10.01. - Rückblick auf Sturmtief ELLI
09.01. - Bergland oder Tiefland? Wozu gehöre ich?
08.01. - Die Außenkugel
07.01. - Vollkorn oder Graupel?
06.01. - Brisante Wetterlage im Anmarsch?!
05.01. - Winterwunderland Deutschland – aber nicht überall!
04.01. - Gekommen, um zu bleiben
03.01. - Deutschlandwetter im Jahr 2025
02.01. - Deutschlandwetter im Dezember 2025
01.01. - Turbulente erste Tage im Jahr 2026!
31.12. - Das Wetter in der Silvesternacht – der Winter zeigt viele Facetten!
30.12. - Jahresvorausschau 2026
29.12. - Silvesterwetter
28.12. - Schneeflocken nicht nur aus Papier
27.12. - Nicht aufs Glatteis führen lassen






