04:58 MESZ | 16.06.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
28. Dezember 2013 |

Viel Schnee und Regen in den Südalpen

Während man in den Wintersportgebieten der deutschen Mittelgebirge und der Alpennordseite sehnsüchtig auf nennenswerte Schneefälle hofft, können sich einige Regionen im südlichen Alpenraum vor Schneemassen kaum retten.



Vor allem an den Weihnachtstagen fielen gebietsweise bis zu zwei Meter Neuschnee und die nächsten Schneefälle sind bereits an diesem Wochenende zu erwarten.

Die ersten Niederschläge setzten bereits in den Frühstunden des
ersten Weihnachtsfeiertages in Verbindung mit der Kaltfront von
Orkantief DIRK ein. Im Bereich dieser Luftmassengrenze entstand über
dem Löwengolf ein neues Tiefdruckgebiet, das im weiteren Verlauf
unter Intensivierung zum Golf von Genua zog. Dabei wurden auf der
Ostseite des Tiefs mit einer südlichen Strömung feuchte Luftmassen
gegen die Alpen geführt, die dort für ausgeprägte Stauniederschläge
sorgten.

In der Schweiz waren vor allem das Wallis, die Berner Alpen sowie das
Tessin und Graubünden betroffen. In Italien fiel der meiste
Niederschlag in einem Streifen von Ligurien über Piemont und die
Lombardei hinweg bis in das Trentino und Südtirol. Dabei kamen von
Mittwoch bis Freitag an zahlreichen Stationen zwischen 50 und 150
Liter Niederschlag pro Quadratmeter innerhalb von 48 Stunden
zusammen, örtlich waren es sogar mehr als 150 Liter pro Quadratmeter.
So wurden beispielsweise in Genua 53 Liter pro Quadratmeter, in
Mailand 75 Liter pro Quadratmeter und in Locarno etwa 180 Liter pro
Quadratmeter in diesem Zeitraum gemessen.
Anfangs fiel dabei noch meist Regen, dann aber sank die
Schneefallgrenze bis zum Donnerstag unter 1000 Meter ab, so dass es
darüber zu ergiebigen Schneefällen kam. Insgesamt kamen innerhalb von
zwei Tagen vielerorts über einen Meter, gebietsweise sogar bis zu
zwei Meter Neuschnee zusammen. Laut Angaben des Schweizer
Wetterdienstes (MeteoSchweiz) und des Schweizerischen Instituts für
Schnee- und Lawinenforschung (SLF) wurden an einigen Orten sogar
bisherige Niederschlagsrekorde übertroffen. Durch die starken
Schneefälle und die dadurch steigende Lawinengefahr kam es zu
erheblichen Verkehrsbehinderungen. In den tieferen Lagen gab es durch
die kräftigen Regenfälle vor allem in der Lombardei Überflutungen und
auch Murenabgänge.

Am gestrigen Freitag brachte ein Zwischenhoch eine Wetterberuhigung
und vor allem ein Abklingen der Niederschläge. Die nächste Front
lässt allerdings nicht lange auf sich warten und so kommen am
heutigen Samstag erneut von Westen teils kräftige Niederschläge auf.
Zwar werden diese weniger intensiv ausfallen als in den vergangenen
Tagen, es sind aber in den nächsten 24 Stunden nochmals um 30 cm
Neuschnee möglich. Am Sonntag verlagern sich die Schneefälle dann
allmählich in die östlichen Teile der Alpen. Nachfolgend setzt sich
aus heutiger Sicht Hochdruckeinfluss durch, so dass zunächst keine
weiteren Niederschläge zu erwarten sind.


Dipl.-Met. Johanna Anger
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.12.2013

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

15.06. - Weltwindtag

14.06. - Erwartet uns eine intensive Hitzewelle?

13.06. - Das Vertikalprofil - ein zentrales Analyse-Werkzeug

12.06. - Die atlantische Hurrikansaison 2026: Ist-Zustand und Prognosen

11.06. - Nicht so schönes Wochenende?

10.06. - Das Observatorium auf dem Hohen Sonnblick

09.06. - Wetterweisheiten aus den Bergen

08.06. - Die Schafskühle

07.06. - Die Wettervorhersage für den D-Day

06.06. - Eine Nebelnacht im Juni

05.06. - Aprilwetter im Juni

04.06. - Abwechslungsreiches Wetter für einen bunten CSD am Samstag in Dresden

03.06. - Deutschlandwetter im Frühjahr 2026

02.06. - Deutschlandwetter im Mai 2026

01.06. - Tief NESRIN - der erste Dämpfer für den (meteorologischen) Sommerbeginn

29.05. - Trockene und feuchte Luftmassen

28.05. - Erste große Gewitterlage 2026?

27.05. - In 16000 m Höhe

26.05. - Was ist eine „Heat Dome“?

25.05. - Geschichte der Meteorologie – Teil 7: Meteorologie im beginnenden Zeitalter der Aufklärung und Weiterentwicklung der quantitativen Meteorologie

24.05. - Die Sonne nähert sich dem Höchststand, gewinnt täglich an Kraft und bringt somit auch entsprechende Gefahren mit!

23.05. - Des einen Freud…

22.05. - Hoch "Zeno" sorgt für niedrigen Meeresspiegel?!

21.05. - Weichenstellung auf Sommerwetter!

20.05. - Bisher abwechslungsreicher Mai

19.05. - Tag der Diversität

18.05. - Auswirkungen eines El Nino auf die tropische Wirbelsturmaktivität

17.05. - Blick nach vorne - Sommerwetter?

16.05. - Geschichte der Meteorologie – Teil 6: Meteorologie im Zeitalter der Renaissance und Anfänge der quantitativen Meteorologie

15.05. - König Fußball und das Wetter