20. Januar 2013 |
On Request:
Zum heutigen Glatteis finden Sie alles im Thema des Tages von gestern
bzw. auf Facebook und in den aktuellen Wetterberichten.
Wir werden uns daher heute auf Kundennachfragen der Facebooknutzer
mit dem Meteogramm beschäftigen und natürlich gleichzeitig einen
Blick auf die Andauer der winterlichen Wetterperiode werfen.
Meteogramme stellen wir öfter bei Facebook ein, damit man sich über
die Unsicherheit der Prognose informieren kann, die allein aufgrund
der verschiedenen Modellvorhersagen entsteht.
Ein Meteogramm ist eine grafische Darstellung des Verlaufs bestimmter
Wetterelemente an irgendeinem ausgewählten Ort auf der Erde.
Unser Beispiel ist für Frankfurt gültig, was man an den Koordinaten
in der Überschrift erkennen kann.
Multimodell bezieht sich auf die Tatsache, dass in dem Meteogramm
vier Wettervorhersagemodelle abgebildet werden.
In rot finden wir das Modell des Deutschen Wetterdienstes (GME), in
grün das des europäischen Zentrums für Mittelfristvorhersage (ECMWF),
in blau das der Kollegen aus den USA (GFS). In gelb schließlich
werden die Ergebnisse des europäischen Ausschnitts des GME
dargestellt.
Während die ersten drei Modelle weltumspannend und entsprechend
schlecht aufgelöst das Wetter berechnen, bringt das gelbe genauer
aufgelöste Modell präzisere Angaben über das lokale Wetter.
Allerdings bricht diese Darstellung planmäßig nach 78 Stunden ab.
Dass bei der Stationshöhe ein "?" zu finden ist, liegt einfach daran,
dass Frankfurt bei allen Modellen auf einer unterschiedlichen Höhe
liegt.
Im Metogramm findet man auf der waagrechten, der x-Achse, die Zeit,
wobei man in Mitteleuropa diesen Angaben während der Winterzeit eine
Stunde zuschlagen muss. 12 Uhr im Meteogramm ist also 13 Uhr auf
unseren Uhren.
Auf der senkrechten, der y-Achse, finden wir die Wetterelemente.
In unserem Beispiel sind die Zeitabstände der x-Achse in
sechsstündigem Abstand dargestellt. Das Meteogramm beginnt am
heutigen Sonntag um 00 UTC (01 Uhr MEZ) und endet am Donnerstag in
einer Woche 0 Uhr UTC.
Die eingezeichneten Wetterelemente auf der y-Achse sind frei wählbar,
dort finden sich in unserem Standardbeispiel von oben nach unten
folgende Wetterelemente:
ganz oben den Mittelwind in 10 m über Grund.
Er wird dargestellt mit Windpfeilen. Der Wind weht den Windpfeil
entlang in Richtung der Pfeilspitze. Die Anzahl der Fähnchen gibt die
Windgeschwindigkeit in Knoten an. Dabei bedeutet ein langer Strich
10, ein kurzer 5 Knoten (1 kn =1,852 km/h).
Heute haben wir bei allen Modellen Wind aus Nordost bis Südost mit
bis zu 10 kn Windgeschwindigkeit.
Ein Stockwerk tiefer werden die Temperaturen in zwei Metern
eingetragen.
Das Maximum wird am Dienstag vom ECMWF mit 1,95 °C erwartet, die
kälteste Temperatur Samstag früh mit - 12,7 °C.
Nur die Vorhersagen des ECMWF gehen über 7 Tage hinaus, zeigen aber
ab Freitag nur noch die täglichen Extremwerte jeweils um 06 und 12
Uhr Weltzeit an.
Darunter finden wir den Gesamtbedeckungsgrad.
Wir Meteorologen denken in Achteln und füllen die Kreise entsprechend
aus.
Ein leerer Kreis bedeutet 0 Achtel, also wolkenloser Himmel; ein
gefüllter Kreis bedeutet 8 Achtel, also ein vollständig bedeckter
Himmel.
Leider kann man der Darstellung nicht entnehmen, um welche Wolkenart
es sich handelt. Wenn es nur Schleierwolken gibt, so kann es an einem
im Meteogramm als bedeckt vorhergesagten Tag durchaus sonnig sein.
Aussagen diese Art muss man dann spezielleren Meteogrammen entnehmen.
In der nächsten Zeile wird die Niederschlagsmenge angegeben, die
innerhalb sechs Stunden fallen soll, also z.B. 11,4 mm heute zwischen
12 und 18 Uhr laut GFS (blau) bzw. 2,4 mm laut ECMWF (grün), also
eine Differenz von mehreren 100 Prozent. Die Balken sind etwas
versetzt angebracht und betreffen den gleichen Zeitraum.
Eine Darstellung der Niederschlagsart finden wir hier nicht.
Ob also die Niederschläge als anhaltender Nieselregen oder kurzer
Schauer fallen, können wir daraus eher nicht erkennen. Auch die Art
des Niederschlags - und das wäre heute sehr wichtig - können wir aus
dieser Darstellung nicht erschließen.
Schließlich folgt last, but not least, der Luftdruck.
Bis heute Mittag fällt der Druck, um dann bis Dienstag Mittag zu
steigen.
Dann trennen sich die Resultate der verschiedenen Modelle.
Abschließend noch kurz zu den Unterschieden der Modellvorhersagen.
In der Nacht zu Samstag sagt GFS -3 Grad voraus, ECMWF lässt es auf
-14 Grad abkühlen.
Die Erklärung findet sich u.a. im Bedeckungsgrad. Bei GFS bedeckter,
bei den anderen Modellen klarer Himmel.
Während grün(ECMWF) und rot(GME) weiterhin auf Dauerfrost setzen,
steigen die Temperaturen nach GFS am Sonntag über 0 Grad. Ein Blick
auf die vorhergesagte Windrichtung erklärt dies. Während die beiden
anderen Modelle weiterhin kühlen Südostwind vorhersagen, kommt im GFS
die Luft aus dem milderen Südwesten.
Der zugehörige Niederschlagsbalken in der Nacht zu Sonntag lässt sich
als Durchzug einer Warmfront interpretieren.
Dipl.-Met. Christoph Hartmann
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.01.2013
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
© Deutscher Wetterdienst
Bild: DWD
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