CAD ist nicht nur die AbkĂŒrzung fĂŒr "computer-aided design", also fĂŒr ein rechnergestĂŒtztes Konstruieren und Arbeiten an (dreidimensionalen) Modellen. Es sind ebenso die Initialen eines berĂŒhmten Mannes: Christian Andreas Doppler. Heute jĂ€hrt sich sein Todestag zum 173. Mal, daher wollen wir in diesem Thema des Tages ihn und seine Entdeckung ehren.
Christian Andreas Doppler war ein österreichischer Mathematiker und Physiker, der in der ersten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts lebte. Er wurde 1803 in Salzburg geboren und studierte in Wien Mathematik und Physik. Das reichte ihm augenscheinlich nicht, denn dazu kam anschlieĂend noch ein Studium der Philosophie in Salzburg.
Nach einigen anderen Lehrstellen, wurde er schlieĂlich Professor in Prag und spĂ€ter Professor fĂŒr Experimentalphysik und Direktor des Physikalischen Instituts in Wien. In Prag veröffentlichte er seine Abhandlung mit dem Titel "Ăber das farbige Licht der Doppelsterne und einiger anderer Gestirne des Himmels". In diesem Text beschreibt und leitet er theoretisch her, was mit Wellen passiert, wenn sich der Sender oder der EmpfĂ€nger bewegt. Heute ist uns dieser Effekt zu seinen Ehren als Dopplereffekt bekannt. Das Beispiel des vorbeifahrenden Krankenwagens haben wohl die meisten schon einmal gehört. Wenn das Fahrzeug mit dröhnender Sirene auf uns zufĂ€hrt, hört sich die Tonlage anders an, als wenn es an uns vorbeigerast ist und sich nun wegbewegt. Das liegt daran, dass die Schallwellen im ersten Fall zusammengestaucht werden und die WellenlĂ€nge kleiner wird - der Ton wird höher. Im zweiten Fall wird die WellenlĂ€nge gröĂer und wir hören tiefere Töne.
Das Prinzip lĂ€sst sich nicht nur auf Schall anwenden, sondern auch auf Licht. Doppler wollte dadurch erklĂ€ren, wieso manche Sterne eine andere Farbe besitzen als andere. Kurioserweise ist fĂŒr dieses Problem der nach ihm benannte Effekt gar nicht ausschlaggebend. Die Temperatur des Sterns ist hauptverantwortlich welche Farbe er bevorzugt abstrahlt. FĂŒr sein Problem hat er also eine Lösung gefunden, die zwar nicht stimmte, jedoch trotzdem eine wichtige Entdeckung darstellt.
Der experimentelle Nachweis des akustischen Dopplereffekts wurde 1844 von Christoph Buys-Ballot erbracht. Dabei spielten Blasmusikanten einen gleichbleibenden Ton in einer fahrenden Eisenbahn. Im Labor konnte Ernst Mach den Effekt erst 1860 und somit nach Dopplers Tod nachweisen. Der Nachweis fĂŒr Licht erfolgte noch spĂ€ter im Jahre 1876 durch Carl Vogel.
Heutzutage wird der Dopplereffekt in vielen verschiedenen Bereichen genutzt. In der Medizin, kann die Geschwindigkeit des Blutes in unseren GefĂ€Ăen gemessen werden. Hierbei sendet man Ultraschallwellen in das GefÀà und misst das reflektierte Echo. Die sich bewegenden Blutkörperchen verĂ€ndern die Frequenz der Wellen und diese Ănderung lĂ€sst RĂŒckschlĂŒsse auf die Geschwindigkeit des Blutstroms zu. In der Astronomie kann gemessen werden, wie sich ein Objekt relativ zur Erde bewegt oder ob es um sich selbst rotiert. In der Satellitenkommunikation muss immer berĂŒcksichtigt werden, dass sich durch die hohe Geschwindigkeit des Satelliten auch das ausgesandte Signal verĂ€ndert.
Es wĂ€re natĂŒrlich kein Thema des Tages, wenn nicht der Bezug zur Meteorologie hergestellt wĂŒrde. Hier mĂŒssen die Dopplerradare genannt werden, die wichtige Informationen zu der Geschwindigkeit von Gewitterzellen liefern. Auch besonders krĂ€ftige Entwicklungen können besser entdeckt werden, denn Superzellen beinhalten eine Rotation. Mithilfe des Dopplereffektes können die engbeieinander liegenden entgegengesetzten Relativbewegungen sichtbar gemacht werden. Wer mehr ĂŒber dieses Thema lesen möchte, kann sich in vielen vorangegangen Themen des Tages umschauen (siehe Link 1 oder Link 2).
Zur Ehrung Christian Dopplers steht im Arkadenhof der UniversitĂ€t Wien eine steinerne BĂŒste von ihm. AuĂerdem ist sein Name in einer Ehrentafel verewigt und ein Hörsaal nach ihm benannt. Auch in seiner Geburtsstadt Salzburg wurde anlĂ€sslich seines 100. Geburtstages eine Informationstafel an seinem Geburtshaus und zu seinem 200. Geburtstag eine BĂŒste in der Christian-Doppler-Klinik aufgestellt.




