Nach einem sehr warmen September ist der Herbst nun endgĂŒltig bei uns angekommen. Eine markante Kaltfront sorgte von Freitag auf Samstag fĂŒr einen deutlichen Temperatursturz. Doch zum Herbst gehören nicht nur kĂŒhle Tage und NĂ€chte, sondern gerade ab Oktober auch hĂ€ufig dichte Nebelfelder.
Bei Nebel handelt es sich um eine Wolke an der ErdoberflĂ€che. Gerade im Herbst, wenn die NĂ€chte lĂ€nger werden, kommt es hĂ€ufiger zu diesem WetterphĂ€nomen. In wolkenarmen NĂ€chten findet eine AuskĂŒhlung der bodennahen Luftschichten statt, wodurch die Temperatur hĂ€ufig bis zum Taupunkt absinkt. Der Taupunkt ist die Temperatur, die erreicht wird, wenn die Luft nicht mehr Wasserdampf aufnehmen kann und damit gesĂ€ttigt ist. Ist dies der Fall, kondensiert der Wasserdampf in der Luft zu kleinen Wassertröpfchen, die wir als Nebel wahrnehmen. Da kalte Luft weniger Wasserdampf aufnehmen kann als warme Luft, ist dieser Prozess in der kalten Jahreszeit hĂ€ufiger zu beobachten.
In der Meteorologie wird dabei zwischen 3 unterschiedlichen Nebelarten unterschieden.
Am hĂ€ufigsten tritt in unseren Breiten der Strahlungsnebel auf. Dieser entsteht durch nĂ€chtliche Ausstrahlung bei windschwachen Wetterlagen. Dabei tritt Strahlungsnebel im Herbst und Winter bei ruhigen und windschwachen Hochdrucklagen auf. Damit sind hĂ€ufig Inversionswetterlagen verbunden, bei denen eine atmosphĂ€rische Sperrschicht in Form einer Temperaturinversion vorhanden ist, sodass ein vertikaler Austausch der Luft nicht möglich ist. Bei dieser Wetterlage ist es in den Niederungen gerade im SpĂ€therbst und Winter oftmals ganztĂ€gig trĂŒb und kĂŒhl durch Strahlungsnebel, wĂ€hrend auf den Bergen der Mittelgebirge und der Alpen sonniges und mildes Wetter mit bester Fernschicht herrscht.
Advektionsnebel kommt am hĂ€ufigsten im Winter vor und entsteht bei der Advektion feuchtwarmer Luftmassen in eine kĂ€ltere Region. Damit tritt Advektionsnebel hĂ€ufig in Verbindung mit Warmfronten auf. An Nord- und Ostsee ist diese Nebelform im FrĂŒhjahr oft anzutreffen, wenn warme Luftmassen aus SĂŒden ĂŒber das noch relativ kĂŒhle Wasser der See strömen und sich dabei bis zur SĂ€ttigung abkĂŒhlen.
Ebenfalls im Herbst wird an Seen gelegentlich auch Verdunstungsnebel beobachtet. Dieser entsteht durch die groĂen TemperaturgegensĂ€tze zwischen der Umgebungsluft und dem Wasser des Sees. Umgangssprachlich wird auch von Dampfnebel oder Seerauch gesprochen.
Mischungsnebel ist die vierte Art und entsteht bei AbkĂŒhlung der Luft bei gleichzeitiger Erhöhung des Wasserdampfgehaltes. Diese Nebelart tritt im Bereich von Fronten auf, wo es zur turbulenten Durchmischung von feuchtwarmer und kalter Luft kommen kann.
Dichter Nebel stellt durch die EinschrĂ€nkung der Sichtweite vor allem fĂŒr den StraĂenverkehr eine groĂe Gefahr dar. Gerade plötzlich auftretende NebelbĂ€nke sind hĂ€ufig Ursachen von AutounfĂ€llen und Massenkarambolagen. Deshalb warnt der DWD vor diesem WetterphĂ€nomen, wenn die Sichtweite weniger als 150 m betrĂ€gt und es somit zu signifikanten EinschrĂ€nkungen im StraĂenverkehr kommen kann.
Ruhiges Hochdruckwetter wird vor allem bis zur Wochenmitte gebietsweise fĂŒr Nebel in den FrĂŒhstunden sorgen. Relativ windschwache Bedingungen und nur wenige hohe Wolken fördern in der kommenden Nacht die Nebelbildung vor allem im SĂŒdosten und in der Mitte Deutschlands. Im SĂŒdwesten ist es dagegen zu windig, sodass sich dort trotz teils klarer Bedingungen nur in windgeschĂŒtzten Senken und TĂ€lern Strahlungsnebel ausbilden kann. StĂ€rkerer Wind sorgt nĂ€mlich fĂŒr eine Durchmischung der feuchten bodennahen Luftmasse, sodass die Bildung von tiefen Stratuswolken nicht möglich ist. In der Nacht auf Dienstag sind die Bedingungen fĂŒr warnwĂŒrdigen Nebel im Nordwesten am besten, wĂ€hrend am Mittwoch dieser im Osten gebietsweise auftritt, da von SĂŒdwesten die hohe Bewölkung zunimmt.



