01:19 MESZ | 16.06.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
Drucken
15. März 2015 | Dipl.-Met. Christoph Hartmann

Tropischer Wirbelsturm Pam nun bei Neuseeland

Im Thema des Tages vom 12.03.2015 wurde ausgiebig von Pam berichtet. Hier nun eine Fortsetzung mit den abgelaufenen Ereignissen.

Einer der schwersten jemals beobachteten Stürme in der Südsee mit dem
Namen Pam nähert sich der Nordinsel Neuseelands.
Wirbelsturm Pam entwickelte sich vor gut einer Woche etwa 300 km
nördlich von Vanuatu von einem Tropensturm zu einem intensiven
Hurrikan der höchsten Kategorie 5.
(Die Entwicklung können Sie anhand der Grafik verfolgen.)

Zum Vergrößern bitte klicken


Was bedeutet diese Kategorisierung?

Stürme in den Tropen sind eingeteilt in Tropische Tiefs, Tropische
Stürme und Wirbelstürme der Kategorie 1 bis 5. Die Kategorien
unterscheiden sich nur durch die einminütigen Mittelwinde und nicht
auch durch den Niederschlag, der oftmals zu größeren Schäden als der
Wind führt.
Die zu den Tropischen Stürmen gehörenden Mittelwinde erreichen Stärke
8 bis 11(62 bis 118 km/h), Wirbelstürme ab Stärke 12. Die Kategorie 5
bedeutet dabei Windgeschwindigkeit im Minutenmittel von über 250
km/h. Einzelne Böen, also kurzzeitige Spitzenwerte über 250 km/h,
nach denen wir in Mitteleuropa die Sturmstärke gerne beurteilen,
reichen dafür aber nicht aus.

Das Auge von Pam zog über den Süden von Vanuatu und hat auf der
gesamten Inselgruppe mit seinen ca. 250.000 Einwohnern Verwüstungen,
die man wirklich als solche bezeichnen kann, hinterlassen. Dabei hat
es auch viele Tote gegeben.


Als Böen wurden auf Vanuatu 340 km/h geschätzt. Offizielle Daten
haben uns nicht erreicht. Vermutlich haben die Messgeräte das nicht
überlebt.
Auf Neu Kaledonien, an dem der Kern des Wirbelsturms (als Kategorie
4) in 350 km vorbeizog, wurden gerade mal 102 km/h in einer Böe
gemessen.
Zum Vergleich: Beim legendären mitteleuropäischen Orkan Lothar an
Weihnachten 1999 gab es im Flachland Böen bis 160 km/h.

Wie geht es nun weiter?

Pam zieht östlich der Nordinsel Neuseelands als Kategorie 1
Wirbelsturm
(Minutenmittel bis 153 km/h) vorbei. Das entspricht in etwa der
Stärke von Orkan Lothar. Derzeit erreichen dort die mittleren
Windgeschwindigkeiten Stärke 8, die Böen also etwa Stärke 10
entsprechend 100 km/h.
Gleichzeitig werden dort heftige Niederschläge erwartet, die binnen
27 Stunden 220 mm erreichen können.
Das entspricht etwa der Dreimonatsmenge in Deutschland.*




© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

15.06. - Weltwindtag

14.06. - Erwartet uns eine intensive Hitzewelle?

13.06. - Das Vertikalprofil - ein zentrales Analyse-Werkzeug

12.06. - Die atlantische Hurrikansaison 2026: Ist-Zustand und Prognosen

11.06. - Nicht so schönes Wochenende?

10.06. - Das Observatorium auf dem Hohen Sonnblick

09.06. - Wetterweisheiten aus den Bergen

08.06. - Die Schafskühle

07.06. - Die Wettervorhersage für den D-Day

06.06. - Eine Nebelnacht im Juni

05.06. - Aprilwetter im Juni

04.06. - Abwechslungsreiches Wetter für einen bunten CSD am Samstag in Dresden

03.06. - Deutschlandwetter im Frühjahr 2026

02.06. - Deutschlandwetter im Mai 2026

01.06. - Tief NESRIN - der erste Dämpfer für den (meteorologischen) Sommerbeginn

29.05. - Trockene und feuchte Luftmassen

28.05. - Erste große Gewitterlage 2026?

27.05. - In 16000 m Höhe

26.05. - Was ist eine „Heat Dome“?

25.05. - Geschichte der Meteorologie – Teil 7: Meteorologie im beginnenden Zeitalter der Aufklärung und Weiterentwicklung der quantitativen Meteorologie

24.05. - Die Sonne nähert sich dem Höchststand, gewinnt täglich an Kraft und bringt somit auch entsprechende Gefahren mit!

23.05. - Des einen Freud…

22.05. - Hoch "Zeno" sorgt für niedrigen Meeresspiegel?!

21.05. - Weichenstellung auf Sommerwetter!

20.05. - Bisher abwechslungsreicher Mai

19.05. - Tag der Diversität

18.05. - Auswirkungen eines El Nino auf die tropische Wirbelsturmaktivität

17.05. - Blick nach vorne - Sommerwetter?

16.05. - Geschichte der Meteorologie – Teil 6: Meteorologie im Zeitalter der Renaissance und Anfänge der quantitativen Meteorologie

15.05. - König Fußball und das Wetter