18:58 MESZ | 24.09.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
13. Oktober 2014 | Dipl.-Met. Thomas Ruppert

Regenzeit in Westafrika

Das Klima der Region wird wesentlich vom Westafrikanischen Monsunsystem (Nord-Süd-Verlagerung der sog. Innertropische Konvergenzzone) bestimmt und als tropisch-wechselfeucht bezeichnet, mit mehr oder weniger deutlich ausgeprägten Trocken- und Regenzeiten im nordhemisphärischen Winter bzw. Sommer.

Nach Norden hin, in Richtung Sahelzone, verkürzen sich die Regenperioden, bis sie schließlich im Wüstenklima der Sahara verschwinden. In Richtung Äquator verlängert sich die feuchte Zeit und an der Guineaküste herrscht tropisches Regenklima mit ganzjährigen Niederschlägen.

Drei Wochen nach der herbstlichen Tagundnachtgleiche verläuft die
Innertropische Konvergenzzone (ITCZ), ein im Laufe des Jahres den
Sonnenhöchstständen folgender, durch starke Konvektion verursachter
weltumspannender Tiefdruckgürtel, über Westafrika bei circa 5 Grad
nördlicher Breite. In seinem Bereich treten, mit Schwerpunkt in der
zweiten Tageshälfte, meist von heftigen Gewittern begleitete
Starkregenfälle (Zenitalregen) auf. Auch wenn diese raum-zeitlich
stark variieren, stellen sie doch eine klimatische Konstante - die
westafrikanische "Regenzeit" - dar.

Beispielsweise fielen innerhalb von vierundzwanzig Stunden bis heute
früh 06:00 UTC am Flughafen von Malabo (03°48'N, 008°39'E, 50 m
Seehöhe), auf der zu Äquatorial-Guinea gehörenden Insel Bioko, 253
L/m² (= mm) Regen in den Messbecher. Im ca. 1500 km weiter westlich
gelegenen Tabou (Elfenbeinküste, 04°33'N, 007°31'W, 21 m Seehöhe)
waren es 149 mm, übrigens beträgt die mittlere Jahressumme des
Niederschlags dort 2129 mm. Im Einzugsbereich der großen Flüsse Niger
und Volta gab es weitere, teils ergiebige Niederschläge, die jedoch
im Landesinneren rasch an Intensität abnahmen.

Zum Vergrößern bitte klicken


Eine Karte der vierundzwanzigstündigen Niederschlagsmengen [mm] vom
13.10.2014, 06:00 UTC, unterlegt mit einem infraroten Satellitenbild
(Kanal bei 10.8 µm im "atmosphärischen Fenster") finden Sie nebenstehend. Man sieht deutlich die
hoch reichende Quellbewölkung der innertropischen Konvergenzzone.





© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

24.09. - Flugwettervorhersagen: Der GAFOR

23.09. - Die dritte Jahreszeit

22.09. - In den Nächten zeigt sich der Herbst

21.09. - Ruhiger Start in den Herbst

20.09. - Europawetter

19.09. - Westeuropa blockiert erneut

18.09. - Zwischen Spätsommer und Frühherbst

17.09. - Weltwetterorganisation: Der globale Wasserkreislauf gerät aus den Fugen

16.09. - Sonnenscheinreiches Jahr 2026 – Erste Zwischenbilanz

15.09. - Ungewöhnlich ruhiger tropischer Atlantik!

14.09. - Magdeburger Halbkugeln - Auf der Suche nach dem Nichts

13.09. - Geschichte der Meteorologie − Teil 17: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (c) und internationale meteorologische Konferenzen

12.09. - Wo endet die Atmosphäre, wo beginnt der Weltraum?

11.09. - Verifikation von Wettermodellen

10.09. - Stark- und Dauerregen von Mittelitalien bis nach Österreich

09.09. - Tschüss Hochsommer, hallo Spätsommer und Frühherbst

08.09. - Geschichte der Meteorologie – Teil 16: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (b)

07.09. - Geschichte der Meteorologie − Teil 15: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (a)

06.09. - "WeatherNext3" – Wie zuverlässig ist ein KI-Modell ohne explizite Physik?

05.09. - Kopfschmerzen durch Wetter

04.09. - Zwischen Sturm und Spätsommer

03.09. - Deutschlandwetter im Sommer 2026

02.09. - Deutschlandwetter im August 2026

01.09. - Der Einfluss großer Windparks auf Wetter und Niederschlag

31.08. - Wie wird eigentlich ... gemessen? - Temperatur

30.08. - Kommt die hochsommerliche Hitze zurück?

29.08. - Hurrikan KATRINA: Heute vor 21 Jahren

28.08. - Göttliche Zeichen am Himmel? – Historische Interpretationen von Halos

27.08. - Die atlantische Hurrikansaison 2026: Ein Update

26.08. - Marine Hitzewellen