20:06 MESZ | 24.09.2026 Profi-Wetter| Mobile Seite| Kontakt| Impressum| Datenschutz
Social
21. März 2013 |

Sonne satt im Senegal

Abkühlung für einen Esel (Senegal, Abéné)


Während sich in Mitteleuropa die mit Tiefausläufern herangeführten
atlantischen Luftmassen mäßigend auf unser Temperaturregime
auswirken, treten Extremtemperaturen auf der Erde stets in
wetterberuhigten Arealen auf. Dazu zählen die Wüsten und Steppen, die
man vor allem im Bereich der Subtropen in geografischen Breiten um 25
Grad Nord und Süd findet, sowie, zumindest in der Trockenzeit, auch
die Sahelzone in Afrika.

Dort herrscht am Tage bei hoch stehender Sonne vorwiegend wolkenarmes
Wetter, daher ist bei geringem Pflanzenbewuchs die am Boden
empfangene (kurzwellige) Strahlung gewaltig. Auch die nächtliche
(langwellige) Ausstrahlung ist bei meist klarem Himmel beträchtlich.
Dennoch verbleibt insgesamt ein positiver Strahlungssaldo, dessen
Betrag etwa doppelt so hoch wie in Mitteleuropa ist. Weiterhin strömt
von Norden und Nordosten her kontinentale Luft in die Region, denn
von der Sahara her weht der Harmattan, ein trocken-heißer, staubiger
Wind.

Wo bleibt nun die zugeführte Energie? Verdunstung findet in den
Wüsten und Halbwüsten wegen mangelnder Feuchte nicht statt und die
wenigen Flüsse in den Savannen führen gegen Ende der Trockenzeit kaum
Wasser. Der Boden besteht aus Sand, Kies, trockenem Lehm oder Ton -
allesamt Materialien mit schlechter Wärmeleitung - kann also die
Energie kaum aufnehmen. Nur durch die Erhöhung der Lufttemperatur
kann der Energieüberschuss abgeführt werden.

Dementsprechend sind in diesen Märztagen in den Trockensavannen und
Halbwüsten Westafrikas Lufttemperaturen über 40 °C keine Seltenheit.
Eine Karte der Tageshöchsttemperaturen [°C] mit Windpfeilen vom
20.03.2013, 18:00 UTC, unterlegt mit einem infraroten Satellitenbild
(Kanal bei 10,8 µm im "atmosphärischen Fenster") finden Sie nebenstehend. Markant ist außerdem die
hoch reichende Quellbewölkung der innertropischen Konvergenzzone im
unteren Teil der Abbildung.

Zum Vergrößern bitte klicken



Dipl.-Met. Thomas Ruppert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.03.2013

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



© Deutscher Wetterdienst

Themenarchiv:

24.09. - Flugwettervorhersagen: Der GAFOR

23.09. - Die dritte Jahreszeit

22.09. - In den Nächten zeigt sich der Herbst

21.09. - Ruhiger Start in den Herbst

20.09. - Europawetter

19.09. - Westeuropa blockiert erneut

18.09. - Zwischen Spätsommer und Frühherbst

17.09. - Weltwetterorganisation: Der globale Wasserkreislauf gerät aus den Fugen

16.09. - Sonnenscheinreiches Jahr 2026 – Erste Zwischenbilanz

15.09. - Ungewöhnlich ruhiger tropischer Atlantik!

14.09. - Magdeburger Halbkugeln - Auf der Suche nach dem Nichts

13.09. - Geschichte der Meteorologie − Teil 17: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (c) und internationale meteorologische Konferenzen

12.09. - Wo endet die Atmosphäre, wo beginnt der Weltraum?

11.09. - Verifikation von Wettermodellen

10.09. - Stark- und Dauerregen von Mittelitalien bis nach Österreich

09.09. - Tschüss Hochsommer, hallo Spätsommer und Frühherbst

08.09. - Geschichte der Meteorologie – Teil 16: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (b)

07.09. - Geschichte der Meteorologie − Teil 15: Etablierung nationaler meteorologischer Institute ab etwa 1800 außerhalb Europas (a)

06.09. - "WeatherNext3" – Wie zuverlässig ist ein KI-Modell ohne explizite Physik?

05.09. - Kopfschmerzen durch Wetter

04.09. - Zwischen Sturm und Spätsommer

03.09. - Deutschlandwetter im Sommer 2026

02.09. - Deutschlandwetter im August 2026

01.09. - Der Einfluss großer Windparks auf Wetter und Niederschlag

31.08. - Wie wird eigentlich ... gemessen? - Temperatur

30.08. - Kommt die hochsommerliche Hitze zurück?

29.08. - Hurrikan KATRINA: Heute vor 21 Jahren

28.08. - Göttliche Zeichen am Himmel? – Historische Interpretationen von Halos

27.08. - Die atlantische Hurrikansaison 2026: Ein Update

26.08. - Marine Hitzewellen