14. August 2012 |
Weltweite Wetterextreme im Juli
Während der Juli 2012 in Mitteleuropa bisher recht durchschnittlich
und ohne besondere Ereignisse verlaufen ist, gab es an einigen
anderen Orten der Welt extreme Wetterkapriolen. Im Folgenden sind
diese für den Juli für die verschiedenen Kontinente aufgelistet.
Europa:
Das markanteste Ereignis in Europa war das Hochwasser um den 8. Juli
herum bei Krasnodar im Südosten Russlands in der Nähe vom Schwarzen
Meer. In kurzer Zeit fiel dort fast die Hälfte der sonst üblichen
Jahresniederschläge. Spanien und die Mittelmeerregion hatten
unterdessen mit einer markanten Hitzewelle zu kämpfen. Durch die
Trockenheit und die hohen Windgeschwindigkeiten kam es zu zahlreichen
Waldbränden.
Nordamerika:
Auch Nordamerika hatte unter einer ungewöhnlichen Hitzewelle zu
leiden. Der Juli 2012 war in weiten Teilen der USA der wärmste Monat
seit den Aufzeichnungen. Zudem sorgte die schlimmste Dürre seit
Jahrzehnten für große Schäden in der Landwirtschaft. Auf Grönland kam
es zu einer Rekordschmelze. Hochreichende ungewöhnlich warme Luft
sorgte Anfang Juli für Tauwetter auf 97 % der Eisfläche. So ein
Ereignis kommt dort etwa alle 150 Jahre vor.
Asien:
Der Süden und Osten Asiens wurde von Überschwemmungen heimgesucht.
Betroffen waren einige Regionen Indiens am Fuße des Himalajas.
Außerdem kam es noch zu Überschwemmungen in Nordkorea sowie in Japan.
In vielen anderen Regionen Ostasiens gab es dagegen große
Trockenheit, da der Monsun größtenteils ausgeblieben ist.
Darüber hinaus traf am 22. Juli ein Kategorie-3-Taifun namens
"Vince" Hongkong. Neben starkem Regen wurden Windgeschwindigkeiten
bis zu 140 km/h gemessen. Der Taifun "Saola" (Kategorie 3) sorgte
Ende Juli auf den Philippinen und in Taiwan für extreme
Niederschläge. Gebietsweise fielen über 1000 mm Niederschlag
innerhalb von 3 Tagen. Soviel Regen fällt in den meisten Regionen
Deutschlands innerhalb eines Jahres nicht. Die Folge war, dass dort
ganze Landstriche unter Wasser gesetzt wurden.
Afrika:
In Nigeria kam es in der Nähe der Stadt Jos in der Mitte des Landes
vom 22. bis zum 23. Juli in Folge starker Gewitter zu größeren
Überschwemmungen. Ungewöhnlich heiß war es zudem im Norden Afrikas.
Australien:
Die Region um Perth im Südosten des Landes erlebte den trockensten
Juli seit Aufzeichnungsbeginn. Für einen Großteil Zentralaustraliens
war es dagegen der seit den Aufzeichnungen kälteste Juli.
Antarktis:
Eine ungewöhnliche Kälte herrschte in der Antarktis. Mit -81,1 °C
wurde am 22. Juli an der Wostokstation im Hinterland der Ostantarktis
die weltweit niedrigste Temperatur in einem Juli gemessen.
Verantwortlich für diese ganzen Rekorde waren entsprechend extreme
Wetterlagen in den betroffenen Regionen. Es handelt sich dabei um
Einzelereignisse, die sehr vielseitige Ursachen haben. Diese lassen
sich somit nicht eindeutig auf den globalen Klimawandel zurückführen.
Denn das Klima ist nur der durchschnittliche Zustand der Atmosphäre,
der häufiger Extreme hervor bringt.
Dipl.-Met. Christian Herold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 14.08.2012
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